Einige Wochen später packten drei ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter des Tabakkonzerns Philip Morris (Hauptmarke Marlboro) aus. Sie beschuldigen ihren ehemaligen Arbeitgeber, den Suchtcharakter des Nikotins bei der Zigarettenherstellung bewußt eingesetzt und die Produktion entsprechend gesteuert zu haben. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde Food and Drug Administration (FDA) in Washington hat Philip Morris den Nikotingehalt der Zigaretten auf den Suchtfaktor hin manipuliert und dem Rauchergeschmack angepaßt. Dabei seien Geräte, wie sie sonst nur in der pharmazeutischen Industrie verwendet werden, zum Einsatz gekommen.
Die Grand Jury, ein Untersuchungsgericht des Bundes, ermittelt gegen sieben Chefs von Tabakfirmen wegen des Verdachts, daß sie 1994 vor dem US-Kongreß eidesstattlich die Unwahrheit gesagt haben. Im Falle einer Verurteilung drohen den Tabak-Managern Gefängnisstrafen. FAZ vom 19.3.96