<< , >> , up , NID , Contents

Krebsforschungszentrum bekräftigt Zahl von 400 Lungenkrebstoten durch Passivrauchen

Passivrauchen ist von Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg als dritte Ursache für den Lungenkrebstod nach dem aktiven Rauchen und dem Einatmen des radioaktiven Edelgases Radon bestätigt worden. Wie der Epidemiologe Heiko Becher am 2. April 1996 vor der Wissenschaftspressekonferenz in Bonn berichtete, ist nach einer neu entwickelten Methode zur Berechnung der Beziehung zwischen Dosis und Wirkung davon auszugehen, daß in Deutschland jedes Jahr etwa 400 Menschen als Folge des meist unfreiwilligen "Mitrauchens" an Lungenkrebs sterben.

Nach Angaben Bechers ist jemand, in dessen Gegenwart über 20 bis 25 Jahre jeden Tag zwischen 10 und 25 Zigaretten geraucht werden, einem gegenüber Nichtrauchern um etwa 35 Prozent erhöhten Risiko ausgesetzt, an Lungenkrebs zu sterben. Die Zahl von geschätzten 400 an Lungenkrebs gestorbenen Passivrauchern in Deutschland liegt, bezogen auf die Bevölkerungszahl, niedriger als in den USA. Dort hatten Untersuchungen 1992 rund 3.000 durch Passivrauchen verursachte Lungenkrebstodesfälle ergeben.

Ursache Nummer 1 für den Lungenkrebstod ist - nach Angaben Bechers inzwischen wissenschaftlich unbestritten - das aktive Rauchen. Etwa 85 Prozent der jährlich 35.000 Lungenkrebstoten in Deutschland werden auf aktives Rauchen zurückgeführt. Nach den Untersuchungen geht jemand, der 20 Zigaretten am Tag raucht, ein gegenüber Nichtrauchern um das Zwölffache erhöhtes Risiko des Lungenkrebstodes ein. Bei täglich 40 Zigaretten erhöht sich das Risiko um das 25fache.

Ähnliche Berechnungen wie für das Passivrauchen habe man in der Untersuchung auch für Radon in der Luft und Nitrat im Trinkwasser angestellt. Danach müsse in den alten Bundesländern von rund 2.000 durch Radon verursachten Lungenkrebstoten ausgegangen werden. Radon entsteht auf natürliche Weise beim Zerfall des in der Erdkruste enthaltenen Urans und sammelt sich, aus dem Boden oder aus Baumaterialien entweichend, beispielsweise in Wohnräumen. Hier könne eine regelmäßige Belüftung Abhilfe schaffen. Ein Zusammenhang zwischen Nitrat im Trinkwasser und Gehirntumoren habe sich nicht nachweisen lassen.

AP- und dpa-Meldung vom 2.4.96


<< , >> , up , NID , Contents