Leserbrief der NID zum Artikel "Mehrheit der Deutschen sind Raucher-Feinde" in der SZ vom 3./4.2.96:
Anerkanntermaßen gehört die Süddeutsche Zeitung zu den Zeitungen, die zum einen Nachrichten von Meinungen und Kommentaren trennen und zum anderen ein Mindestmaß an Objektivität bei den Nachrichten bewahren. Das gilt aber häufig nicht beim Thema Rauchen.
Ein aktuelles Beispiel ist die Überschrift über eine dpa-Meldung über das Ergebnis einer Repräsentativumfrage des Meinungsorschungsinstituts Forsa, wonach 70 Prozent der Deutschen ein generelles Verbot von Zigarettenwerbung befürworten und 52 Prozent dafür sind, das Rauchen in der Öffentlichkeit zu verbieten.
Aus diesem Umfrageergebnis läßt sich nicht schließen, daß die "Mehrheit der Deutschen Raucher-Feinde" sind, wie es die SZ ihren Lesern weismachen will. Es reicht nicht einmal für "Raucher-Gegner", denn in der Tat sind die befragten Bürger nicht mehrheitlich gegen die Raucher, sondern gegen das Rauchen. Wer dieses Faktum umfunktionieren will, sollte dies unter der Rubrik "Meinungen" tun und nicht auf Kosten der Objektivität von Nachrichten.