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Das aha-Erlebnis in Dresden

Es begann vor etwa drei Jahren, als sich in Dresden einige Leute zusammenfanden, die ein Eine-Welt-Laden-Café mit Restaurant aufbauen wollten. Der aus der Projektgruppe hervorgegangene anders handeln (aha) e.V. war in der Gründungsphase - die Eröffnung des Laden-Cafés stand kurz bevor -, als die Diskussion ums Rauchen im Café wieder intensiv wurde.

Obwohl es in der Gruppe nur einen Raucher gab, wurde mehrheitlich für eine Raucherzone oder -zeit plädiert. Hauptgrund war die Befürchtung, Umsatzeinbußen durch ein konsequentes Rauchverbot zu erleiden. Nicht einmal der Hinweise, daß für 300 Zigaretten ein Baum gefällt werden muß, um Feuerholz zum Trocknen des Tabaks zu erhalten und um Anbauflächen zu bekommen, zog. Obwohl diese ökologische Zerstörung in der Dritten Welt, insbesondere in Afrika, der Zielsetzung von Eine-Welt-Initiativen total zuwiderläuft. Auch verhindert der Tabakanbau den Anbau von Lebensmitteln für die dortige Bevölkerung.

Nach langen und heftigen Diskussionen, in denen es mehr um den räumlichen und zeitlichen Umfang des Raucherbereichs ging als um die Frage des Ob, kam der Kompromißvorschlag, drei Monate lang den Nichtraucherbetrieb zu versuchen und in der Zeit eine Umfrage durchzuführen. Natürlich ist das Ergebnis der Umfrage nicht repräsentativ im statistischen Sinne. Die Antwortmöglichkeiten waren vorgegeben, Platz für Kommentare vorhanden. 454 auswertbare Fragebögen standen zur Verfügung. Davon ca. 300 von Nichtrauchern, 50 von Gelegenheitsrauchern und 100 von Rauchern. Viele Nichtraucher plädierten für eine kleine Nichtraucherecke, viele Raucher für Nichtraucher pur. Das Ergebnis:

Nichtraucher pur (innen) 220 = 48,5 %
Raucherecke groß (außen)  67 = 14,8 %
Raucherecke klein         99 = 22,0 %

Rauchfreie Zeiten
         mittags         39 = 8,5 %
         nachmittags     12 = 2,5 %
         abends           4 = 0,8 %
Raucher pur              13 = 2,9 %

Die Umfrage belegt also deutlich das große Interesse an rauchfreien gastronomischen Einrichtungen - auch bei Rauchern. 33 % der Fragebögen kamen ja von Rauchern, aber nur 3 % forderten Raucher pur. Obwohl oder weil Raucher pur heute leider noch die Norm ist? Für alle Gastwirte, die im Zweifel sind, wie groß das Interesse ihrer Kundschaft an Rauchfreiheit ist, sei die Umfrage also zur Nachahmung empfohlen.

Zum Abschluß seien noch einige Kommentare zitiert, die wir auf den Fragebögen fanden:

Das war vor einem Jahr. Inzwischen hat die tägliche Praxis die Richtigkeit der Entscheidung für ein rauchfreies Café/Restaurant bewiesen. Da es sich bei dem aha-Laden-Café um das größte Projekt dieser Art in ganz Deutschland handelt, ist natürlich auch auf eine Vorbildfunktion zu hoffen. Horst Schwäbe

Laden-Café aha

Kreuzstr. 7

01067 Dresden

Telefon (03 51) 4 96 06 71

Wer in Dresden ohne störende Tabakausdünstungen übernachten will, kann dies in der

Nichtraucher-Pension Ulrich

Kauschaer Str. 37

01239 Dresden

Telefon/Fax (03 51) 4 70 61 46


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