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Passivrauchen greift auch Leber an

Nicht nur Lungen, Atemwege und Kreislauf leiden unter dem Passivrauchen, sondern auch die Leber. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Wissenschaftlicher der Kieler Universität in einer Untersuchung. Vor allem das Rauchen beim Autofahren sei für mitfahrende Kinder besonders gefährlich, weil sie dabei in sehr engen Kontakt mit rauchenden Erwachsenen kämen, sagte der Kieler Toxikologe Dr. Carsten Alsen-Hinrichs gegenüber unserer Zeitung. Auch das sei, so der Experte, "Kindesmißbrauch".

Bei fast 100 Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren suchten die Wissenschaftler im Institut für Toxikologie der Kieler Universität nach Gesundheitsschäden, die durch Passivrauchen entstehen. Dabei wurde die Geschwindigkeit des Ausscheidens bestimmter Stoffe im Speichel gemessen. Diese Geschwindigkeit wird wesentlich von der Funktionstüchtigkeit der Leber "gesteuert". Hinzu kamen noch weitere Untersuchungen über die gesundheitlichen Folgend bei den Kindern, die häufig dem Zigarettenrauch ausgesetzt sind. Die Gruppe von Kindern, die den Tabakqualm von Erwachsenen eingeatmet hatte, zeigte dabei weit schlechtere Funktionswerte als diejenigen Kinder, die nicht zu den Passivrauchern zählen. Nach Auffassung der Kieler Toxikologen lassen diese Ergebnisse den Schluß zu, daß die Leberfunktion der kindlichen Passivraucher wesentlich stärker gestört werde als bei gleichaltrigen Nicht-Passivrauchern.

Schleswiger Nachrichten vom 13.5.96


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