Mindestens drei Prozent der jährlich etwa 36.000 Lungenkrebstodesfälle in Deutschland sind nach Angaben von Ärzten auf das Passivrauchen zurückzuführen. "Zugespitzt gesagt: Raucher, insbesondere wenn Kinder dabei sind, sind auch Mörder", sagte Prof. Kurt Possinger von der Berliner Charite am 15. Mai 1996 auf dem 45. Deutschen Ärztekongreß mit 8.000 Teilnehmern in Berlin. Wie groß die Gefährdung sei, hänge aber von vielen Einzelfaktoren ab wie die Größe und Belüftung der Räume. Possinger betonte, ein direkter Zusammenhang zwischen Passivrauchen und Lungenkrebs lasse sich zwar nicht nachweisen. Die Rate von drei Prozent stamme aus Hochrechnungen. "Die Zahl von drei Prozent ist allerdings zu niedrig gegriffen", meinte er. Drei Prozent sind jedoch immerhin schon mehr als 1.000 Lungenkrebstote durch Passivrauchen.
AP und dpa-Meldungen vom 15.5.96