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Wie lief der Welt-Nichtrauchertag 1996?

Der diesjährige Welt-Nichtrauchertag, der unter dem Motto "aktiv und kreativ - rauchfrei!" dem Thema "Sportler und Künstler gegen Rauchen" gewidmet war, fand in den Medien eine sehr gute Resonanz. Nahezu alle Fernseh- und Rundfunksender und alle bedeutenden Zeitungen gingen auf den Welt-Nichtrauchertag mehr oder weniger ausführlich ein. Wie schon im Vorjahr wurde jedoch in nur wenigen Sendungen bzw. Artikeln das eigentliche Motto erwähnt.

Ein Grund für die gute Resonanz ist darin zu sehen, daß die NID zu Beginn des Jahres, im April und noch einmal zehn Tage vor dem Welt-Nichtrauchertag entsprechende Pressemitteilungen an insgesamt mehr als 200 Adressaten (Nachrichtenagenturen, Zeitungen, Zeitschriften, ausgewählte Journalisten sowie Rundfunk- und Fernsehsender) versandt hat. In der Folge klingelte an den zwei Tagen vor dem Welt-Nichtrauchertag das Telefon fast ununterbrochen. Rundfunk-, Fernseh- und Zeitungsjournalisten wollten Zusatzinformationen oder baten um ein Interview. Der lokale Fernsehsender TV München widmete dem Welt-Nichtrauchertag in der letzten Maiwoche drei Livesendungen, an denen jeweils auch Mitglieder der lokalen Nichtraucher-Initiative beteiligt waren.

Das entscheidende Argument für einen Welt-Nichtrauchertag ist, daß die Massenmedien einen Anlaß brauchen, um ein bestimmtes Thema aufgreifen zu können. Leider ist jedoch die Bereitschaft, die Gedanken des Initiators, also das Thema, das die Weltgesundheitsorganisation vorgegeben hat, aufzugreifen, sehr gering. "Welt-Nichtrauchertag" wird meist immer noch zuerst mit Raucherentwöhnung assoziiert. Der Anteil der Journalisten, die in diesem Jahr auch etwas zum Thema Nichtraucherschutz wissen und schreiben wollten, nahm allerdings gegenüber dem Vorjahr spürbar zu.

Viele Nichtraucher-Initiativen aber auch viele Gesundheitsämter und Krankenkassen (die NID versandte noch nie an so viele Organisationen Material wie dieses Jahr) führten rund um den Welt-Nichtrauchertag Informationsstände durch. Tausende von Aufklebern, Tischaufstellern, Postern und Druckschriften nahmen die Passanten mit und ließen auch hin und wieder Dampf ab über die unerträgliche Belastung durch aufgezwungenes Passivrauchen am Arbeitsplatz, in Gaststätten und an vielen anderen Orten sowie den Dreck, den die Raucher häufig hinterlassen.

Den Welt-Nichtrauchertag nahmen auch andere Organisationen zum Anlaß für Pressekonferenzen und Pressemitteilungen. So forderten z.B. die Bundesärztekammer und die Deutsche Krebshilfe ein Rauchverbot am Arbeitsplatz und in öffentlichen Gebäuden. Rauchen in Gegenwart von Kindern sei unverantwortlich. Die Deutsche Krebshilfe kritisierte auch, daß der Tabakanbau in Europa 1995 mit über zwei Milliarden Mark subventioniert worden sei.

Der nächste Welt-Nichtrauchertag ist dem Thema "The United Nations and specialized agencies against tobacco" gewidmet. Die Englischkenner unter den Mitglieder sind aufgefordert, sich eine griffige deutsche Übersetzung auszudenken - und vielleicht auch ein englisches und deutsches Motto als Vorschlag an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Vielleicht kann dadurch der Entscheidungsprozeß innerhalb der WHO beschleunigt werden (bisherige Mottos wurden jeweils erst Anfang des Jahres bekanntgegeben). Wer Vorschläge hat, schreibe bitte der NID, Carl-von-Linde-Str. 11, 85716 Unterschleißheim, Tel: (0 89) 3 17 12 12, Fax 3 17 40 47.


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