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Zwei US-Zeitschriften verweigern Veröffentlichung Tabak-finanzierter Forschung

Das American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine und das American Journal of Respiratory Cell and Molecular Biology werden Forschungsergebnisse, die von der Tabakindustrie finanziert wurden, nicht mehr zur Veröffentlichung annehmen. Die Entscheidung, die erste ihrer Art bei medizinischen Zeitschriften in Amerika, stellt den Höhepunkt dar von fast zweijährigen Beratungen der American Lung Association (ALA) und ihrer medizinischen Abteilung, der American Thoracic Society (ATS). Nun wurde die Empfehlung eines Ausschusses für Ethik, der aus drei Mitgliedern besteht, angenommen.

Als die Ethiker der ATS den Text ihren Mitgliedern vorstellten, gestanden sie den schwierigen Charakter ihrer außergewöhnlichen Beratungen ein. "Unserer Ansicht nach handelt es sich hier nicht um eine alltägliche Entscheidung des Vorstands. [...] moralische und ethische Fragen wie diese systematisch zu untersuchen ist für Nichtphilosophen schwierig." Deshalb ersuchte der Ausschuß die Bioethiker Arthur Caplan (University of Pennsylvania, Philadelphia) und H. Tristram Engelhardt jr. (Baylor College of Medicine, Houston) um Hilfe.

Während Engelhardt die zugrunde gelegten Prinzipien in Zweifel zog und es aus praktischer Sicht für unvernünftig hielt, "sauberes Geld" suchen zu wollen, führte Caplan aus, daß die Sperre moralisch gerechtfertigt ist gegen eine Industrie, "die immer wieder gezeigt hat, daß sie nicht mit den allgemeinen Zielen von freier Forschung und offenem Informationsaustausch übereinstimmt." Und er sagte weiter, daß eine Sperre im "Kampf gegen den Tabak" geboten war, in dem Tabakunternehmen "betrügerische Marketing-Praktiken ausüben, die auf Kinder und unmündige Leute auf der ganzen Welt abzielen."

"Two US journals refuse tobacco-funded research" in The Lancet vom 2.12.95, S. 1484, übersetzt von Martin Reigl


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