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Passivrauchen eine Nötigung

Heidi Henckels in einem Schreiben an die Bundestagsabgeordnete Eva-Maria Kors:

"Hiermit ersuche und bitte ich Sie dringend, das Nichtraucherschutz-Gesetz zu unterstützen. Ich gehöre zu den Menschen, die akut sehr empfindlich auf jene Schadstoffe (Reizgase etc.) im Tabakqualm reagieren, die unmittelbar zu Beeinträchtigungen des Wohlbefindens führen.

Nach meinen Erfahrungen ist es sehr notwendig, mehr Gebiete im öffentlichen Raum zu Nichtraucher-Zonen zu erklären, Rauchverbote auch konsequent durchzusetzen, und sei es mit Bußgeldern, sowie das Recht auf tabakrauchfreie Luft am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Es gibt immer noch zu viele Ämter, Banken, Bahnhöfe, Flughäfen und andere öffentliche Orte, an denen man sich zwangsläufig aufhalten muß, wo Raucher sich das 'Recht' herausnehmen, die Atemluft ihrer Mitmenschen zu vergiften. Ferner gibt es viele in Räumen stattfindende Veranstaltungen, an denen ich gerne teilnehmen würde, es aber nicht kann, weil ich dort gezwungen wäre, Tabakqualm einzuatmen. Dies hindert mich z.B. an einer politischen Betätigung.

Aber selbst dort, wo das Rauchen schon jetzt nicht erlaubt ist, ist man nicht wirksam geschützt. Es gibt leider noch viele Raucher, die vorhandene Rauchverbote nicht zur Kenntnis nehmen oder sich sogar bewußt darüber hinwegsetzen. Macht man solche Leute darauf aufmerksam, bekommt man meistens freche oder sogar drohende Antworten; nur selten machen die Angesprochenen ihre Zigarette oder Pfeife aus. Da die 'Hausherren' der betreffenden Orte - sofern überhaupt greifbar - meistens erklären, sie hätten keine Handhabe, das Nichtrauch-Gebot durchzusetzen, oder dies offenkundig nicht wagen, ist es unbedingt erforderlich, die Situation zu verändern.

Es gibt auch noch zahlreiche Fälle, wo Menschen am Arbeitsplatz dauernd gesundheitlich geschädigt werden. Ich habe eine Cousine, die ihre dringend benötigte Arbeitsstelle nur unter der Bedingung erhalten hat, daß sie bereit sei, mit einem Kettenraucher in einem Raum zu sitzen. Notgedrungen hat sie sich darauf eingelassen. Dabei ist dies Gift für ihre Augen, die ständig gerötet sind und tränen - abgesehen von den anderen Gesundheitsschäden. Solche Nötigungen müssen verboten werden.

Sehr geehrte Frau Kors, ich kenne Ihre persönliche Einstellung nicht und kann nur hoffen, daß ich offene Türen einrenne. In diesem Fall betrachten Sie bitte meinen Brief als Unterstützung bei Ihren Anstrengungen."


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