Ende November 1996 erhielt ich einen Werbebrief der Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V., worin um eine Fördermitgliedschaft (regelmäßige Geldspende) gebeten wurde. Auf meiner Antwortpostkarte schrieb ich nur: "Wieviele Tabakverbrennungsanlagen (= Zigaretten) werden bei Ihren Wochenendseminaren in Betrieb gesetzt?". Darauf erhielt ich am 7. Dezember folgende Antwort:
"Ihre Frage, wieviele Tabakverbrennungsanlagen ... läßt sich wie folgt beantworten: Keine! Ohne daß eigens darauf hingewiesen wird, ist dies bei unseren Tagungen selbstverständlich. Sollte jemand auch mal rauchen, so geschieht dies nur in den Pausen."
Entsprechend dem mangelnden Problembewußtsein, den der letzte Satz verrät, fiel meine Reaktion aus (Auszug):
"Daß z.B. während einer Diskussion über Luftschadstoffe oder während eines Vortrags über Wohngifte die Anwesenden munter drauflos qualmen, hätte ich Ihnen natürlich nicht unterstellt. Aber wenn man in den Pausen, im Foyer, auf den Gängen und beim abendlichen Zusammensein das Wohngift Nr. 1 von Teilnehmern produzieren läßt, macht man sich als Veranstalter unglaubwürdig und schützt Nichtraucher nicht.
Mein Vorschlag: schreiben Sie bereits in Ihre Einladung, daß im Veranstaltungsgebäude und unmittelbar vor dem Eingang nicht geraucht werden darf, damit man ohne vermeidbares Gesundheitsrisiko an Ihren Seminaren teilnehmen kann und damit auch ein Zeichen für die Ernsthaftigkeit Ihrer ökologischen Bemühungen gesetzt wird. Rauchende Umweltschützer sind unglaubwürdig!"
Vielleicht lassen sich andere aktive Nichtraucher durch meine Formulierungen zu ähnlichen Briefen an entsprechende Veranstalter anregen.
Stephan Schmidt
NID-Mitglied Peter Treitz in einem Schreiben an die Tank & Rast AG, Bonn:
In der Raststätte Wunnenstein entdeckten wir erstmals Ihre informative Broschüre TANKEN & RASTEN 1996. Sie loben darin Ihr Engagement zum Schutze der Umwelt, insbesondere die Tatsache, daß Sie für uns, die wir uns "vom blauen Dunst belästigt fühlen, Nichtraucherzonen eingerichtet" haben. Uns stört dabei insbesondere folgendes:
1. Nichtraucherzonen nützen uns gar nichts, wenn sie nicht luftdicht von den Raucherzonen abgetrennt sind.
2. Nichtrauchen ist der Normalfall! Warum werden wir Nichtraucher dann in die (oft zu kleinen) "hinteren Ecken" abgedrängt? Machen Sie es doch umgekehrt: Weisen Sie Raucherzonen aus und drängen Sie so die Raucher ins Abseits, also dorthin, wo sie auch hingehören! Denn wir Nichtraucher belästigen doch niemanden!