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Kinderhilfswerk: Rauchverbot im Beisein von Kindern

Der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, hat der Bundesregierung vorgeworfen, in mindestens drei Fällen die von ihr selbst unterzeichnete UNO-Kinderrechtskonvention gravierend zu verletzen. So sei es ein unhaltbarer Zustand, daß die Forderungen nach kinderverträglichen Umweltbedingungen nicht erfüllt würden. Als Beispiel nannte Krüger unter anderem das Ozonsmoggesetz, das doppelt so hohe Grenzwerte in Deutschland erlaube als nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Kinder verträglich sei.

Außerdem stelle das Passivrauchen für Kinder nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ein größeres Gesundheitsrisiko als der Straßenverkehr dar. Krüger forderte deshalb ein gesetzliches Rauchverbot in Autos, wenn Kinder mitfahren. Das Rauchverbot sollte mit Bußgeld bewehrt werden. Außerdem müsse es ein generelles Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden und Restaurants geben.

Deutschlandfunk vom 18.9.96

Qualm in der Sporthalle

Ute Linke aus Essen schildert der NID ihr "Rauch-Sport-Erlebnis":

Als Nichtraucherin und Mutter habe ich ständig gegen die Raucher anzukämpfen, sogar dort, wo eigentlich Rauchverbot herrscht. Selbst in der eigenen Wohnung muß ich mich mit der eigenen Familie streiten, weil die Raucher das Problem der Rauchbelästigung völlig herunterspielen.

Das Schlimmste, was uns in dieser Richtung passieren konnte, geschah am 2. November 1996 bei einer Messe in der Essener Grugahalle. Obwohl sämtliche Aussteller irgend etwas mit Gesundheit oder Sport zu tun hatten, wurde während eines "Bambini-Fußball-Turniers", das vom Essener Sportbund veranstaltet wurde, ständig geraucht, so daß die 4- bis 5jährigen Kinder in einer völlig zugequalmten Halle spielen mußten.

Von mir auf diesen unhaltbaren Zustand angesprochen, reagierten die Messeverantwortlichen nur mit einem "Das interessiert uns nicht!". Man darf also mit Sport und Gesundheit werben, kleine Kinder für diesen Zweck mißbrauchen und sie gleichzeitig vergiften. Wieder einmal geht es nur ums Geld.

Schorndorfs Rathaus eine rauchfreie Zone

Das Rathaus der Daimler-Stadt Schorndorf sei künftig eine rauchfreie Zone, erklärte Oberbürgermeister Winfried Kübler einer Runde von Journalisten. Auch ein Raucherzimmer werde nicht benötigt. Auf die Frage, ob die Bediensteten wenigstens eine Ersatzdroge angeboten bekämen, antwortet der Nichtraucher Kübler wie aus der Pistole geschossen: "Arbeit!"

Backnanger Kreiszeitung vom 2.1.97


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