<<, >>, Inhalt, NID-Homepage

Tabakwerbung in der Formel 1

Die Bundesregierung will auch weiterhin Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring und dem Hockenheimring unterstützen und wird daher den 1990 von der EU-Kommission vorgelegten Richtlinienvorschlag für ein Tabakwerbeverbot nicht in nationales Recht umsetzen. Bundeskanzler Helmut Kohl hat sogar eigens Gespräche mit dem Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone geführt, um die Formel-1-Rennen am Nürburgring zu etablieren. Nachdem der Verband der Cigarettenindustrie seine Selbstbeschränkung bei der Sportwerbung für die Formel 1 gelockert hat, will Bonn verhindern, daß durch ein EU-Werbeverbot für Tabakprodukte die Formel 1 gefährdet wird. Ein Zigaretten-Werbeverbot würde die Formel 1 in ein finanzielles Desaster stürzen.

Neben Deutschland lehnen bisher auch die Niederlande, Großbritannien, Dänemark und Griechenland ein Verbot der Tabakwerbung ab. Damit gibt es derzeit innerhalb des EU-Ministerrats für die einheitliche Umsetzung der Brüsseler Richtlinie keine Mehrheit.

Süddeutsche Zeitung vom 24.2.97

Kommentar: Würden die Formel-1-Rennen nicht im Fernsehen übertragen werden, hätte dies die gleiche Wirkung wie ein Tabakwerbeverbot. Denn der Zigarettenindustrie reichen nicht die hunderttausend Zuschauer an den Rennpisten - sie will die Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. Und nur dann ist sie zu einem finanziellen (Werbe-)Engagement bereit.

Michael Schumachers Millionengeschäft

Falls sich Michael Schuhmacher nicht verletzt, wird er in den kommenden fünf Jahren schon allein als Rennpilot über 200 Millionen Mark verdienen, das sind pro Rennen etwa 2,5 Millionen Mark. Weitere Einnahmen erzielt er über Sponsorenverträge. Außerdem besitzt Schumacher ein eigenes Unternehmen, das eine ganze Reihe von Produkten mit seinem Namen verkauft.

Bei Formel-1-Rennen beläuft sich die Anzahl der Zuschauer weltweit auf 45 Millionen Menschen. Entsprechend viele Fernsehsender sind bereit, für die Übertragungsrechte eine Menge Geld hinzulegen. Ein kleines Stück von Schumachers Rennanzug kostet bis zu 1,3 Millionen Mark, und für die besten Stellen auf dem Helm oder der Kappe sind mehr als 10 Millionen Mark zu zahlen. Schumacher, der sehr auf körperliche Fitness achtet, billigt persönlich weder Alkohol noch Zigaretten und das, obwohl der Rennstall Ferrari von Philip Morris, dem Hersteller von Marlboro-Zigaretten, pro Jahr etwa 50 Millionen Mark erhält. Daily Mirror vom 24.9.96

veröffentlicht in

News Letter Nichtrauchen 3/96

Dilemma

"Die Zigarettenleute leben in einem Dilemma. Sie verkaufen den Tod und wollen damit gut Geld verdienen. Gleichzeitig möchten sie aber als ehrenwerte Bürger betrachtet werden. Das Dilemma kann man verstehen. Glauben brauchen wir ihnen trotzdem nicht."

Antony Lewis


<<, >>, Inhalt, NID-Homepage
Konvertierungsprogramm © 1997 by Werner Eberl, IP-Service