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US-Tabakkonzern gesteht:

Rauchen macht süchtig und verursacht Krebs

Bob, ich habe ein EmphysemDer US-Tabakkonzern Ligget Group hat erstmals öffentlich eingeräumt, daß Rauchen süchtig macht und Krebs erzeugt. Zudem bestätigt der kleinste unter den fünf größten US-Zigarettenherstellern (Marktanteil 1996: 1,9 Prozent) in einem in Washington geschlossenen außergerichtlichen Vergleich, daß die Branche seit Jahrzehnten mit ihren Produkten besonders Jugendliche umworben hat. Liggett stimmte auch zu, der Justiz vertrauliche Unterlagen der Tabakindustrie zu überlassen. Daraufhin erwirkten die anderen vier Konzerne einen Gerichtsbeschluß, wonach der Inhalt der vertraulichen Papiere für mindestens zehn Tage nicht verbreitet werden darf. Der Vergleich sieht darüber hinaus vor, daß Liggett in den nächsten 25 Jahren ein Viertel seines - allerdings recht geringen - Gewinns vor Steuern an die Bundesstaaten abführt. Das Geld soll für Anti-Raucher-Kampagnen und für die medizinische Versorgung von erkrankten Rauchern verwendet werden.

Beobachter gehen davon aus, daß sich die von der Finanzgruppe Brooke kontrollierte Tabakfirma wegen der hohen Prozeßkosten auf den Vergleich eingelassen hat. In einer gemeinsamen Aktion hatten Staatsanwälte in 22 der 50 amerikanischen Bundesstaaten die Liggett Group Incorporated angeklagt.

Eine Woche zuvor hatte das höchste Gericht des Bundesstaats Mississippi den Antrag von Tabakunternehmen abgelehnt, eine Klage auf Zahlung von 940 Millionen Dollar Schadensersatz nicht zuzulassen.

Süddeutsche Zeitung vom 15.3.97

Bonner Rundschau vom 22.3.97

Generalanzeiger vom 27.3.97


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