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Intoleranz der Raucher im Bezirksausschuß

Am Verhalten der Raucher im Bezirksausschuß des 2. Stadtbezirkes Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt ist wieder einmal deutlich abzulesen, was von der Formel einer freiwilligen Einigung auf der Basis von Vernunft und Toleranz beim Thema Passivrauchen zu halten ist, nämlich nichts. NIM-Mitglied Christa Kos nahm am 25. November 1997 als Zuschauerin an der Sitzung des Bezirksausschusses in der Gaststätte Zunfthaus in der Thalkirchner Straße teil. Sie interessierte sich für einige Punkte der Tagesordnung und wollte sich als politisch interessierte Bürgerin und Neumitglied der ÖDP die Haltung der 22 anwesenden Stadtbezirkspolitiker dazu anhören. Anwesend waren noch 3 Stadträte, 3 Presseleute sowie 9 weitere Besucher, darunter zwei Frauen mit Baby.

Nachdem die beiden Mütter ihr Anliegen vorgebracht hatten, wandte sich Christa Kos an den Bezirksausschuß mit der Bitte, das Rauchen einzustellen. Der Vorsitzende wies sie darauf hin, daß Besucher kein Recht hätten, einen Geschäftsordnungsantrag zu stellen. Trotzdem ließ er darüber abstimmen. Ergebnis: 18 Personen stimmten für ein Weiterrauchen, nur 4 Personen stimmten dagegen.

Als gegen 22 Uhr - ihre Augen brannten bereits von dem Zigarettenrauch - das Stichwort "Recht der Bürger" fiel, ergriff Christa Kos noch einmal das Wort und bezeichnete das Verhalten der Mehrheit des Bezirksausschusses als große Rücksichtslosigkeit. Daraufhin zündeten sich die beiden SPD-Stadtbezirksvertreter Meier und Matzke sowie die Presseleute provokativ eine weitere Zigarette an. Selbst als kurze Zeit danach ein rauchender Stadtbezirksvertreter, der bis dahin nicht geraucht hatte, um eine Rauchpause bat, wurde diese mit 9 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Der Antragsteller ging daraufhin zum Rauchen ins Vorzimmer.

Christa Kos hat nun Oberbürgermeister Christian Ude unter Hinweis auf die bei der Stadt München geltenden Nichtraucherschutz-Bestimmungen und ungeschriebenen Anstandsregeln gebeten, dazu Stellung zu nehmen.


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