Ein neues Zeitalter für Raucher und Nichtraucher kündigte der Tabakkonzern Philip Morris an. Mehr als 200 Millionen Dollar hat der Tabakriese in einen Apparat investiert, der als erster Rauchfang im Handformat angesehen werden kann. Der Raucher schiebt seine Zigarette in die 120 Gramm schwere Box, die dafür sorgt, daß die Zigarette nur brennt, wenn man daran zieht. Bei jedem Zug wird der Tabak neu entzündet, völlig egal, ob zwischen dem Inhalieren Sekunden oder Tage liegen. Auf einem Display kann der Raucher sehen, wie lange die Batterien noch halten und wie oft er noch ziehen kann, bevor die Kippe automatisch ausgespuckt wird. Nur wenn der "High-Tech-Raucher" ausatmet, gelangt Qualm in die Luft. Gegenwärtig testen 200 Freiwillige das Gerät, bevor es für rund 50 Dollar (umgerechnet ca. 85 DM) in den Handel kommen soll.
Mit der Accord (Übereinstimmung, Einigkeit) genannten Rauch-Box versucht Philip Morris, die Qualmbelastung für Nichtraucher zu verringern, um das Rauchen vor allem in den USA wieder etwas hoffähiger zu machen. Ob es gelingen wird, ist sehr zu bezweifeln. Welcher Raucher will schon in Kauf nehmen, seine Mundwinkel mit soviel Gewicht zu belasten und jenes vermeintliche Cool-Sein, das die Zigarette vermitteln soll, aufs Spiel zu setzen? Alle Versuche der Reduktion von Schadstoffen durch Veränderung des Glimmstengels und des Verbrennungsprozesses waren bisher zum Scheitern verurteilt.
Ganz abgesehen davon ist die Belastung der Nichtraucher mit dem vom Raucher ausgestoßenen Qualm nicht unerheblich. Wer das nicht wahrhaben will, muß nur einen Raucher durch ein weißes Taschentuch ausatmen lassen. Es wird sich je noch Inhalationstiefe mehr oder weniger gelbbraun färben. Auch der Tabakgestank ist nichts für die sensiblen, noch voll einsatzfähigen Geruchsnerven von Nichtrauchern. Alles wird wohl auf folgende häufig hinzunehmende Erkenntnis hinauslaufen: Außer Spesen nichts gewesen.