Rauchen erhöht das Risiko, die Sehschärfe im Alter zu verlieren. Zwei amerikanische Studien kommen zu dem Ergebnis, daß die Gefahr einer Degeneration des Netzhautzentrums, der Macula lutea, gegenüber Nichtrauchern um das Zwei- bis Dreifache ansteigt (Journal of the American Medical Association, Band 276, Seite 1141 und 1147, 1996).
An den beiden Studien nahmen 31.843 Frauen im Alter zwischen 50 und 59 Jahren und 21.157 Männer zwischen 40 und 84 Jahren teil. Die Untersuchungen liefen über einen Zeitraum von zwölf Jahren bei den Frauen und sieben Jahren bei den Männern. Bei einem Durchschnittskonsum von mehr als einer Packung Zigaretten pro Tag ergab sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Rauchen und der Augenkrankheit. Bei Gelegenheitsrauchern zeigten sich ebenfalls Anzeichen eines erhöhten Risikos.
Das Risiko war auch dann deutlich größer, wenn die Raucher bereits seit über 15 Jahren aufgehört hatten zu rauchen - zumindest, wenn ihr Konsum eine Schachtel pro Tag überstieg. Die Ursachen für das erhöhte Risiko sind nicht geklärt. Ein Ansatz ist die ständige Reizung der Sinneszellen der zentralen Netzhaut durch toxische Einflüsse. Ein anderer Erklärungsversuch zielt auf die gefäßverengenden Eigenschaften etwa von Nikotin ab, die zu einer schlechten Durchblutung der Augennetzhaut führen.
Menschen, die im Alter an einer Degeneration der Macula leiden, können nur noch in Randbereichen des Sichtfeldes und auch dort nur schemenhaft sehen. Wenn ein Erkrankter sein Gegenüber ansieht, erkennt er beispielsweise nur die Haare, nicht aber dessen Gesichtszüge. Die Krankheit ist nicht behandelbar. Süddeutsche Zeitg. vom 17.10.96