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US-Tabakindustrie zahlt 300 Millionen Dollar in Forschungsfond

Die amerikanische Tabakindustrie hat sich dazu bereit erklärt, umgerechnet mehr als 500 Millionen Mark in einen medizinischen Forschungsfond zu zahlen. Mit diesem Vergleich wurde ein Verfahren vorläufig abgeschlossen, das rund 60.000 nichtrauchende Flugbegleiter gegen die Tabakindustrie angestrengt hatten. Sie verlangten wegen der Gesundheitsschäden durch Passivrauchen, dem sie während ihrer Arbeit ausgesetzt waren, Schadenersatz in Höhe von insgesamt fünf Milliarden Dollar.

Dem in Miami im US-Bundesstaat Florida verkündeten Vergleich zufolge sollen die einzelnen Kläger keine persönliche Schadenersatzzahlung erhalten. Sie können aber ihre individuellen Ansprüche gegen die Tabakindustrie weiter verfolgen. Die Zigarettenhersteller erklärten sich außerdem dazu bereit, die Gerichts- und Anwaltskosten der Kläger in Höhe von 49 Millionen Dollar zu bezahlen.

Mit Mitteln aus dem medizinischen Forschungsfond sollen Untersuchungen von Krankheiten bezahlt werden, die auf das Rauchen zurückzuführen sind.

Dem Vergleich kommt insofern große Bedeutung zu, als die Zigarettenindustrie erstmals ihre Verantwortung für Schäden durch Passivrauchen anerkennt. Die Tür zu weiteren Prozessen Betroffener aus anderen Berufen ist damit geöffnet.

Mannheimer Morgen vom 13.10.97


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