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Rückblick auf Eiskunstlauf im Qualm

Merkwürdige Dinge gingen vor in Berlin-Wedding. Da finden die Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlauf statt und alle schnappen nach Luft. Schnappen nach was? Nach Luft! Nach "frischer" Berliner Luft. In der Tat war die Luft außerhalb der Halle besser als innerhalb. Wie das sein kann, fragen Sie sich? Nun, die Zuschauer haben geraucht, ganz einfach. "Das macht doch nichts", werden Sie sagen, "die paar Leute und so eine riesige Halle". Das macht schon etwas. Dazu muß man Näheres zum Aufbau der Halle wissen.

Die Zugänge und Aufenthaltsbereiche befinden sich zu ebener Erde. Die Zuschauertribünen und die Eisfläche sind nach unten in den Erdboden hineingebaut worden. Die Halle ist also weniger hoch als tief. Was im täglichen Trainingsbetrieb nicht weiter stört, ist bei Großveranstaltungen wie den Deutschen Meisterschaften keinesfalls praktikabel.

Normalerweise interessiert es niemanden, wenn 50 Meter entfernt jemand raucht. Wenn die Halle jedoch nahezu ausverkauft ist, dann ist da nicht JEMAND, der raucht, sondern dann sind da HUNDERTE, die rauchen. Regelmäßig in den Eiserneuerungspausen fand sich die rauchende Zuschauerschar in den Aufenthaltsbereichen ein und vertilgte ganze Zigarettenstangen. Die Aufenthaltsbereiche, insbesondere vor den Imbiß- und Getränke-Verkaufsstellen, sind allerdings keine abgeschirmten Raucherecken, sondern offen zugängliche Hallenteile. Die an der Decke befindliche Warmluftzuführung drückt dann mit unnachgiebiger Beharrlichkeit den kalten blauen Dunst die Zuschauertribünen hinunter auf die Eisfläche. Kein Wunder also, daß den Eiskunstläufern gar nicht zum Lachen zumute war.

Am Sonntag artete das Ganze dann derart aus, daß sich offensichtlich die Sportler über die Zustände beschwerten. Der Hallensprecher ermahnte die Zuschauer mehrfach, nicht während des Wettkampfes zu rauchen. Doch selbst wenn sich alle daran gehalten hätten: Was für einen Einfluß hat das auf den schon vorhandenen Rauch? Keinen! Niemand kann die Hallenluft mit Fingerschnippen spontan umwälzen. Logischerweise stank die Halle weiter vor sich hin.

Wie kann es sein, daß der Veranstalter es zuläßt, daß bei einer Veranstaltung mit tausenden Zuschauern und über 200 Leistungssportlern geraucht werden darf?

Wieso herrscht in einer geschlossenen Leistungssportstätte kein generelles Rauchverbot?

Wieso wurde nach den Beschwerden der Sportler das Rauchen nicht untersagt?

Wieso kümmert es den Veranstalter nicht, daß hunderte Kinder, viele von ihnen selbst aktive Läufer, stundenlang Tabakqualm einatmen mußten? ...

Tino Eberl


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