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Wenn Frauen rauchen wie die Männer, sterben sie auch wie die Männer

Das ist das Fazit, das der Epidemiologe Burckhard Junge vom Robert Koch-Institut (früher Teil des Bundesgesundheitsamt) aus dem vorhandenen Datenmaterial zieht (Bundesgesundheitsblatt 11/98):

"Noch liegen Raucheranteile und Sterbeziffern für Lungenkrebs bei Männern zum Teil deutlich höher als bei Frauen. Allerdings sind bei den Raucheranteilen inzwischen schon vereinzelt die Werte der Männer erreicht oder übertroffen. Bei der Lungenkrebs-Sterblichkeit liegen die Zahlen der Männer im Niveau zwar immer noch erheblich über denen der Frauen - die Trends indessen sind gegenläufig: sinkende Sterbeziffern bei Männern und teilweise steile Anstiege

bei Frauen, wodurch Frauen bezüglich des Lungenkrebses den Männern ähnlicher werden. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen; es ist daher mit weiter steigenden Sterbeziffern für Lungenkrebs bei Frauen zu rechnen.

Für die Beurteilung tabakbezogener gesundheitlicher Folgen des Rauchens bei Frauen im Vergleich zu Männern sind zwei weitere Beobachtungen zu berücksichtigen: Neben dem Raucheranteil spielt auch die Rauchintensität eine Rolle. Eine vergleichende Untersuchung der sechziger mit den achtziger Jahren zeigt, wie stark hier Veränderungen stattgefunden haben. Der Anteil derjenigen, die täglich 20 und mehr Zigaretten rauchen, verdoppelte sich in dieser Zeit bei Männern von 33 auf 65 Prozent, bei Frauen vervierfachte er sich fast (von 12 auf 43 Prozent).

Der zweite Punkt ist, daß Frauen zwar nicht bei Krebserkrankungen, aber möglicherweise bei Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Krankheiten stärker gefährdet sind als Männer. Nach einer dänischen Studie ist das relative Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten bei rauchenden Frauen rund 60 Prozent höher als bei rauchenden Männern, für Atemwegskrankheiten mehr als doppelt so hoch.


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