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Zehn-Jahres-Studie: Lungenkrebsrisiko von Passivrauchern 1,2

Nichtraucher, deren Ehepartner oder Kollegen rauchen, haben ein um 20 Prozent höheres Risiko für Lungenkrebs als solche, die keinem Tabakqualm ausgesetzt sind. Das Risiko verkleinert sich jedoch wieder, wenn die Belastung aufhört. Derselbe Effekt tritt auch beim Raucher ein, der rechtzeitig vom Rauchen loskommt. Dies ist das Ergebnis einer der größten Studien über die Risiken des Passivrauchens. An der 1988 begonnenen Untersuchung der International Agency for Research on Cancer in Lyon nahmen 2.200 Nichtraucher aus sieben Ländern teil, davon ein Drittel Lungenkrebspatienten (Journal of the National Cancer Institute, Bd. 90, S. 1416 u. 1440, 1998).

"Unsere Studie bietet die genaueste verfügbare Schätzung des Effekts von Tabakrauch in der Umwelt auf das Lungenkrebsrisiko in westeuropäischen Populationen", stellen Paolo Boffetta und Kollegen fest. Die Wissenschaftler verglichen auch die Gefährdung von Personen, die seit 15 oder mehr Jahren keinem Zigarettenrauch mehr ausgesetzt waren, mit solchen die niemals passiv geraucht hatten. Das Risiko war dann für beide Gruppen gleich hoch. Verknüpft man bisherige Hinweise mit den neuen Daten, "so ist die unumgehbare Schlußfolgerung, daß Tabakqualm in der Umwelt ein 'low-level'-Lungenkrebserreger ist", kommentieren William Blot und Joseph McLaughlin vom International Epidemiology Institute in Rockville (USA): "Maßnahmen, die darauf zielen, das Rauchen zu reduzieren, dienen nicht nur den Rauchern, sondern auch den Personen, die mit ihnen leben und arbeiten.

Süddeutsche Zeitung vom 10.11.98


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