Lothar Vosseler, der Bruder von Bundeskanzler Gerhard Schröder, ist an beiden Beinen operiert worden. Dem 52-jährigen Familienvater aus dem westfälischen Detmold sind künstliche Venen eingesetzt worden. Grund für den dreistündigen Eingriff waren Vosselers so genannte "Raucherbeine". Der Halbbruder des Kanzlers (gemeinsame Mutter) hat seit 36 Jahren täglich etwa 25 Zigaretten geraucht. Damit sei es nun vorbei, sagt er: "Wer einmal die Schmerzen hatte, die ich nach der Operation habe, der wird sich bestimmt nie wieder eine Kippe anstecken."
Mediziner erklären die Entstehung der Raucherbeine vor allem durch das Zusammenspiel von Nikotin und Kohlenmonoxid. Ersteres verengt die Blutgefäße, Letzteres verringert den Sauerstoffgehalt des Blutes. In einem komplizierten Wechselspiel kommt es zu Ablagerungen an den Gefäßwänden. Der Blutdurchfluss nimmt ab. Das Muskelgewebe wird nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt und stirbt ab. Dank der Fortschritte der Gefäßchirurgie können inzwischen auch kleinere Blutgefäße durch künstliche ersetzt werden. Raucher haben dadurch eine größere Chance, ihre Beine zu erhalten. Die Leistungsfähigkeit eines lebenslangen Nichtrauchers werden sie aber bei weitem nicht erreichen. Auch nach dem Aufhören müssen sie früher oder später mit der Diagnose "Raucherbein" rechnen.