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Stern und Focus mit Berichten gegen Rauchen

Zehn volle Seiten und die Titelseite widmete der Focus am 17. Januar dem Rauchen - besser gesagt: der Raucherentwöhnung: "Einfach nicht mehr rauchen? - Die 7 erfolgreichsten Methoden im Vergleich", betitelte Ulrike Bartholomäus ihren Bericht. Sachlich und informativ beschreibt sie die verschiedenen Raucherentwöhnungsmethoden und gibt zehn Tipps zum Durchhalten. Als Service sind Adressen aufgeführt, an die sich Raucher wenden können. Auch die NID befindet sich - allerdings mit einem unzutreffenden Freizeitangebot - darunter. Eine ganze Reihe von Anrufern mussten daher an das Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums verwiesen werden.

Der Bericht des Stern hingegen packt das Rauchen ganz persönlich an. Redakteur Jürgen Steinhoff beschreibt seine Rauchergeschichte und seine misslungenen Versuche, mit dem Rauchen Schluss zu machen. Er gab seinem Bericht den Titel "... und sie rauchen immer noch" - eine Anspielung auf das Suchtpotential des Nikotins. Was den Stern-Bericht jedoch von vielen anderen Berichten unterscheidet, ist die Eindeutigkeit, mit der die Manipulationen der Zigarettenindustrie beim Namen genannt werden.

So lässt Thomas Osterkorn, der Chefredakteur, im Editorial seine Leser nicht nur wissen, wie schwer es ihm fiel, sich das Rauchen vor zwanzig Jahren nach vielen Anläufen abzugewöhnen. Er weist auch darauf hin, dass die "Dealer" von der Zigarettenindustrie eine mächtige Lobby hätten und dies mit ein Grund für die Ungleichbehandlung von Heroin- und Nikotinkonsumenten sei. Jürgen Steinhoff geht konkret auf die Machenschaften der Zigarettenindustrie ein und benennt die Personen, die daran beteiligt sind, Lobbyarbeit zu betreiben und Zweifel an der Gesundheitschädlichkeit des Rauchens und Passivrauchens zu säen. Ein guter Teil stammt aus dem Internet-Informationsangebot der NID.

Der Stern-Bericht ist wohl der beste Bericht über das Rauchen, der in einer Zeitschrift mit Millionen Lesern seit langem erschienen ist. Er ist ein deutlicher Fingerzeig dafür, dass die Macht der Tabakindustrie abnimmt und sie nicht mehr mit dem - vorauseilenden - Gehorsam von Redakteuren rechnen kann. Dieser Trend würde sich noch verstärken, wenn die Tabakwerbung auf Tabakverkaufsläden beschränkt wird.

Wer wie Jürgen Steinhoff mit 15 Jahren den Kick des Nikotins erfahren hat und 42 Jahre am Glimmstengel hing, benötigt einen starken Impuls, um sich von seiner Sucht zu befreien. Mit seinem Bericht hat er nicht sich selbst, sondern auch vielen rauchenden Lesern eine gute Ausgangsbasis geschaffen. Mit Erscheinen des Berichts am 16. März will er seine Raucherkarriere beenden. Die NID wünscht ihm dabei viel Erfolg, verbunden mit der Hoffnung, dass seinem Beispiel noch viele andere Kolleginnen und Kollegen der Presse folgen.


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