Am 15. Juli kommt auch in Deutschland ein nikotinfreies Medikament zur Raucherentwöhnung auf den Markt: Zyban soll dafür sorgen, dass sich die durch Nikotin veränderten Prozesse im Gehirn wieder normalisieren. Der Stoff, der das starke Verlangen nach Nikotin reduzieren soll, heißt Bupropionhydrochlorid. Neurowissenschaftler vermuten, dass die Substanz in den gleichen Hirnzentren ansetzt, in denen auch Nikotin seine Wirkung entfaltet.
Im Rahmen der bisher umfangreichsten Studie zur Wirksamkeit von Zyban wurden fast 900 Raucher neun Wochen lang behandelt. Dabei erhielten die Teilnehmer entweder ein Placebo (Medikament ohne Wirkstoff), Zyban, ein Nikotinpflaster oder eine Kombination von Zyban und Pflaster. Nach einem Jahr waren 15,6 Prozent der Patienten abstinent, die nur ein Placebo eingenommen hatten. Und während das Pflaster gerade mal 16,4 Prozent zu Nichtrauchern werden ließ, schaffte Zyban immerhin 30,3 Prozent. In der Gruppe, die sowohl das Pflaster als auch Zyban erhielt, blieben nach zwölf Monaten 35,5 Prozent rauchfrei.
Zyban ist verschreibungspflichtig. Um die Chancen, vom Rauchen endgültig loszukommen, zu erhöhen, sollte der Arzt das therapeutische Begleitprogramm erklären und ein Selbsthilfe-Buch aushändigen. Die neun Wochen Pillentherapie kosten dem entwöhnungswilligen Raucher jeden Tag so viel wie eine Schachtel Zigaretten.
Süddeutsche Zeitung, 27.6.00