Mit der Tabakindustrie kann kein anderer Wirtschaftszweig konkurrieren. Sie schaffte es, in vierzig Jahren die Mitarbeiterzahl auf rund ein Siebtel der ursprünglichen Zahl zu reduzieren und gleichzeitig die Produktion zu verdreifachen. Auf einen Beschäftigten der Tabakindustrie entfiel 1999 ein Durchschnittsumsatz von 2,571 Millionen DM - ein Vielfaches dessen, was im Durchschnitt ein Beschäftigter im Produzierenden Gewerbe leistet. Auch wenn man 70 Prozent Tabaksteuer anrechnet, erreichen Beschäftigte der Tabakindustrie noch mehr als das doppelte von dem, was im Produzierenden Gewerbe vollbracht wird.
Den derzeit 31 Tabak verarbeitenden Betrieben ist es gelungen, den Produktionsprozess so stark zu automatisieren und Arbeitsplätze zu vernichten, dass die derzeitige Arbeitslosenquote nur um 0,3 Prozent steigen würde, wenn von heute auf morgen sämtliche Beschäftigte der Tabakindustrie zum Stempeln gehen müssten. Hier ein zeitnahes Beispiel: Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden sank 1999 gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Prozent auf 10,484 Millionen. Gleichzeitig stieg die Zahl der produzierten Zigaretten um 12,5 Prozent auf 204,631 Milliarden Stück.
Diese Zahlen stehen ganz im Gegensatz zu den Wehklagen der Tabakindustrie, wenn Maßnahmen zur Beschränkung des Tabakkonsums im Gespräch sind. Skrupel hatten diese Drogenproduzenten noch nie.