Frauen sind anfälliger für ein Bronchialkarzinom, weil ihre Lungenflügel vermutlich Rezeptoren (Reizempfänger) für das Gastrin-Releasing-Peptid bilden. Dieser Rezeptor bindet ein kurzes Peptid (Spaltprodukt des Eiweißabbaues), das unter anderem für das schnelle Wachstum des Lungengewebes verantwortlich ist. Seine Bildung wird durch Nikotin angeregt. Während 50 Prozent der Nichtraucherinnen und 75 Prozent der Raucherinnen über diesen Rezeptor verfügen, ist die Situation bei den Männern völlig anders: Nichtraucher besitzen keinen Rezeptor, Raucher zu etwa 20 Prozent. Frauen bilden mehr Rezeptoren, weil sie auf jedem X-Chromosom eine Kopie des Gens besitzen. Männern fehlt die zweite Kopie, da außer dem X- noch ein Y-Chromosom vorhanden ist.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9.2.00