Nichtraucher-Info Nr. 50 - II/03 April 2003
Inhalt:
Demonstration gegen die Tabakpolitik der Bundesregierung
Erinnerung an die
Mitgliederversammlung am 26. April 2003
NID fordert Gesundheitsabgabe auf Tabakwaren
Nichtraucherschutz für Studierende
Welt-Nichtrauchertag 2003
Negativbeispiel: Polizeiruf 110 am 23. Februar 2003
Positive und negarive Erfahrungen mit dem Nichtraucherschutz-Paragrafen der
ArbStättV
400 Broschüren Nichtraucherschutz.de für die Schulung
Richtige Reaktion des Amtsgerichts
Diez/Lahn
Nichtrauchen ist cool - Rauchen ist out
NID-Infostand in der Volksschule Schnaitsee
Das Lustprinzip
Die erfreuliche Wandlung des Dr. N.
Gastronomiebetriebe, die oder deren Inhaber Mitglieder von Nichtraucher-Initiativen sind
Schweiz-Wochen im Nichtraucher-Hotel
Vorgehen beim Buchen der Unterkunft
Tabakqualm im Bad Brückenau
Rauchfrei in Gaststätten positiv für den Umsatz
Nichtraucher-Café in Kufstein
Umsatz im Gastgewerbe rückläufig
Die Geschäftsidee: Cafe NONSMOCA
Strategien gegen die Tabakindustrie
Razzia beim Tabakkonzern Reemtsma
Verbraucherzentrale siegt - Niederlage für Camel
Tabakkonsum 2002 in Zahlen
Suchtdaten
Millionen statt Milliarden
Bundesgerichtshof macht Weg frei für Raucherklage
Bundesregierung klagt gegen EU-Tabakwerbeverbot
Zigarrenwerbung durch Wüstenrot
Spanien: Regierung legt Plan zur Tabakkontrolle vor
Italien: Nichtraucherschutz ausgeweitet
Australien: Philip Morris führt Nichtraucherzone am Arbeitsplatz ein
USA: Philip Morris
geht gegen Zigarettenfälscher vor
Japan: Rauchfreie Bus-Haltestellen
Italien: Rauchfreie Restaurants im Trentino
WHO vereinbart Rahmenabkommen gegen den Tabakkonsum
WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle gegründet
amnesty mit Raucherin auf Jagd nach Spenden
Nichtraucher haben bessere Chancen bei der Partnersuche
Fußball-Stars werben gegen Zigaretten
www.reich-durch-nichtrauchen.de
Selbsthilfegruppe für Raucher in Dortmund
Schönheitskönigin - wie lange noch?
Demonstration gegen
die Tabakpolitik der Bundesregierung
Vor dem Bundeskanzleramt versammelten sich am 12. Februar 2003 etwa 100
engagierte Nichtraucher, um gegen die Tabakpolitik der Bundesregierung (und
letztlich auch gegen die der Oppositionsparteien CDU/CSU und FDP) zu
protestieren. Um den Profit der Tabakindustrie nicht zu gefährden, nehme die
Bundesregierung Tag für Tag den Tod von 350 Menschen tatenlos hin. Sie alle
sterben an den direkten Folgen des Rauchens. Im Jahr sind dies über 140.000 tabakbedingte
Todesfälle.

Alle Redner - Johannes Spatz für das Forum Rauchfrei in Berlin, Friedrich Wiebel für das Aktionsbündnis Nichtrauchen, Wolf-Rüdiger Horn als Suchtbeauftragter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte sowie Palle Bentsen, Betriebsarzt des Auguste-Victoria-Krankenhauses in Berlin - forderten Bundeskanzler und Bundesregierung auf, ihre Position als Interessenvertreter der Tabakindustrie aufzugeben und sich ebenso wie die Mehrheit der europäischen Staaten für eine weltweite Rahmen-Konvention zur Tabakkontrolle einzusetzen. Durch ihre ablehnende Haltung zu einem umfassenden Tabakwerbeverbot habe die Bundesregierung bislang einen internationalen Konsens boykottiert und sich europaweit isoliert.
Die Tabakindustrie führe einen Krieg gegen die Gesundheit, der entscheidend dazu beitrage, Gesundheit nicht mehr bezahlbar zu machen. Es sei absurd, den Vertrieb von Produkten zu fördern, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch mehr Menschenleben fordere als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Suizide zusammen. Die Bundesregierung habe den Auftrag, Gesundheit und Menschenleben zu schützen. Das Wohl der Bürger müsse nun endlich einen höheren Stellenwert erhalten als die ökonomischen Interessen der Tabakindustrie.

Da der Bundeskanzler zum Zeitpunkt der Veranstaltung nicht in Berlin weilte,
konnte die Mappe mit den Unterschriften zu Gunsten von staatlichen Maßnahmen
zur Verringerung des Tabakkonsums nur symbolisch übergeben werden. Sie wird den
Kanzler (hoffentlich) auf dem Dienstweg erreichen.
Dr. Wolfgang Schwarz
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Der Protest hat die Bundesregierung völlig kalt gelassen. Statt Aufbruchstimmung für gesunde Verhaltensweisen zu verbreiten, hat sie sich in Genf als Büttel der Tabakindustrie und der Wirtschaftszweige erwiesen, die von der Tabakwerbung profitieren – und das mit Einverständnis der Opposition, die sich genauso kinder- und jugendfeindlich verhält wie die momentan in der Regierungsverantwortung stehenden Parteien. Diese unerfreuliche Konstellation gilt es zu überwinden. EGK |
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Zur Erinnerung:
Informations- und
Erfahrungsaustausch der
Nichtraucher-Initiativen |
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Anfahrt:
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NID fordert Gesundheitsabgabe
auf Tabakwaren
NID-Präsident Prof. Ekkehard Schulz hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt aufgefordert, die Finanzierungslücken im Gesundheitswesen mit einer Abgabe auf Tabakwaren zu schließen. Die Mehrheit der Bevölkerung stünde hinter der Anwendung des Verursacherprinzips beim Rauchen. Außerdem sei die Verteuerung der Tabakwaren ein volkswirtschaftlich sinnvolles Mittel, um Kinder und Jugendliche vom Rauchen abzuhalten und eigenverantwortliches Handeln zu fördern.
Post von der NID bekam auch der Vorsitzende der "Rürup-Kommission", Prof. Bert Rürup. Die Kommission soll Vorschläge zur zukunftsfesten Ausgestaltung und Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme machen und dabei den Gedanken der Generationengerechtigkeit und die Senkung der Lohnnebenkosten im Blick haben. Letzteres würde mit einer zweckgebundenen Gesundheitsabgabe auf Tabakwaren erheblich gefördert werden. Raucher sind schließlich im erwerbsfähigen Alter um 30 Prozent häufiger krank als Nichtraucher.
Auch der ehemalige Bundespräsident Prof. Roman Herzog, der den Vorsitz einer CDU-Kommission zur Reform der sozialen Sicherungssysteme übernommen hat, wurde von Prof. Schulz auf die negativen Auswirkungen des Rauchens auf die Volkswirtschaft und die Solidargemeinschaft angesprochen.
Nichtraucherschutz für Studierende an Hochschulen
Die NID hat einen Leitfaden für den Nichtraucherschutz an Hochschulen erstellt. Als Hochschulen gelten laut § 1 Hochschulrahmengesetz (HRG) Universitäten, pädagogische Kunsthochschulen, Fachhochschulen und sonstige Einrichtungen des Bildungswesens, die nach Landesrecht staatliche oder staatlich anerkannte Hochschulen sind.
Was ist das Besondere beim Nichtraucherschutz an Hochschulen?
Nach langem Ringen haben die an der Gesetzgebung beteiligten Organe: Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat mit der Änderung der Arbeitsstättenverordnung eine Rechtslage geschaffen, die der Erkenntnis, dass der Tabakrauch auch für Nichtraucher eine Gesundheitsgefahr darstellt, Rechnung trägt.
Seit 3. Oktober 2002 gilt somit für Arbeitnehmer der neue Nichtraucherschutz-Paragraf 3a der Arbeitsstättenverordnung. Danach hat der Arbeitgeber "die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nichtrauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind". Was bedeutet diese arbeitsrechtlich verbindliche Regelung für Studierende an Hochschulen?
Die Beschäftigten an den Hochschulen sind gemäß ArbStättV vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch zu schützen. Studierende sind zwar keine Beschäftigten, gelten aber als Mitglieder der Hochschule. Wer sich an einer Hochschule einschreibt, geht eine Art Bildungsvertrag ein. Da das gesamte Schulwesen unter Aufsicht des Staates steht (vgl. GG Art. 7), übernimmt die Hochschule damit auch die Pflicht, die Studierenden gegen Gefahr für Leben und Gesundheit so weit zu schützen, als die Natur der Bildungsleistung es gestattet.
Schon vor dem 3. Oktober 2002 hatten Studierende das Recht auf Schutz ihrer Gesundheit. Doch im Gegensatz zu früher ist es heute einfacher, das Recht auf Nichtraucherschutz auch in die Praxis umzusetzen, denn die Gesundheitsgefährdung durch Tabakrauch ist nunmehr explizit festgehalten und bedarf keiner umfangreichen Beweisführung mehr. Was für Arbeitnehmer ungesund ist, ist auch für Studierende eine Gefahr für Leben und Gesundheit. Insofern übt der Nichtraucherschutz-Paragraf 3a ArbStättV eine Transformationswirkung aus.
Der vierseitige Leitfaden richtet sich sowohl an die Studierenden als auch an
die Hochschulleitungen. Neben grundsätzlichen Informationen zur Rechtslage
enthält er konkrete Vorschläge sowohl zur Vorgehensweise vonseiten der
Studierenden als auch zur Umsetzung vonseiten der Hochschulleitungen. Der
Leitfaden kann bei der NID angefordert oder von der Internetseite der NID
www.nichtraucherschutz.de
heruntergeladen werden.
Tobacco free films. Tobacco free fashion. Action!
Mode und Film - stilvoll nur rauchfrei!
Fernsehen und Kino - mit Schall, aber ohne Rauch!
So gut wie im Englischen lässt sich das Motto des diesjährigen Welt-Nichtrauchertages im Deutschen wohl kaum reimen. Doch unabhängig davon, wie man das deutsche Motto formuliert: so wie die NID über den Stil oder so wie das Aktionsbündnis Nichtrauchen (früher: Koalition gegen das Rauchen) über den Schall - es geht inhaltlich immer darum: Rauch raus aus Mode und Film! Wer zur Darstellung seiner Ideen Drogenkonsum propagiert, hat entweder in der Hauptsache zu wenig zu bieten oder lässt sich von der Tabakindustrie finanzieren.
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Im Vorfeld seiner TV-Produktion "Reise in eine strahlende Zukunft" wurden dem Autor und Regisseur Rainer Erler (mehr als 40 Spielfilme für Fernsehen und Kino, darunter Das blaue Palais, Operation Ganymed, Fleisch, siehe www.rainer-erler.com) von einem Agenten einer sogenannten "Product Placement Firma" 130.000 Mark in bar, mittels Bankscheck oder auf ein Konto seiner Wahl im In- oder Ausland geboten, wenn er die Darsteller in seinem Film möglichst oft und vor allem "gern" eine bestimmte Zigarettenmarke rauchen lasse, "besonders die Damen". Erler lehnte ab. Aber seit damals betrachtet er Fernsehfilme, in denen die Darsteller oft und vor allem "gern" rauchen, unter einem kritischen Blickwinkel: War sein Kollege nun korrumpiert worden oder hat er es umsonst getan? Denn der "Entscheidungsträger" dafür, ob in einem Film geraucht wird oder nicht geraucht wird, ist letzten Endes immer der Regisseur. |
Wer die neueren Fernsehfilme - vom Kriminal- über den Liebes- bis hin zum Abenteuerfilm - aufmerksam anschaut, wird feststellen, dass kaum ein Film ohne Zigarette auskommt. Im Gegenteil: die Situationen, in denen der Held oder die sympathischste Figur qualmend zu sehen sind, scheinen rapide zuzunehmen. Ob dies ein subjektiver Eindruck ist oder objektiv der Fall ist: Die NID nimmt das Thema des diesjährigen Welt-Nichtrauchertags zum Anlass, die Fernsehprogramme auf die Häufigkeit des Rauchens und die Rollengebundenheit zu untersuchen.
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Die NID sucht Fernsehzuschauer, die
in der Woche vom 5. bis 11. Mai 2003 ein-
oder mehrmals Fernsehfilme und -serien, die
seit 1992 gedreht wurden und in dieser Woche gezeigt werden, auf Rauchsituationen hin kontrollieren und
das Ergebnis in einer vorgegebenen Tabelle festhalten.
Wer mitmachen will, teilt dies bitte möglichst bald der NID mit:
Telefon 089 3171212 - Fax 089 3174047 nid@nichtraucherschutz.de |
Negativbeispiel: Polizeiruf 110 am 23. Februar 2003
Dr. Wolfgang Schwarz, Vizepräsident der NID, in einem Schreiben an die ARD-Programmdirektion:
Mit Ihrem Film sind Sie offensichtlich selbst in die Abseitsfalle geraten. Ich erwartete einen spannenden Krimi. Spannend war aber lediglich die Frage, wann denn von wem die nächste Zigarette geraucht wird. Es fand sich kaum ein Akteur - abgesehen von der attraktiven Dennesch Zoude -, der auf die Beihilfe eines Glimmstängels zur Aufwertung seines Ausdrucksvermögens verzichten konnte. Die Handlung konzentrierte sich auf das permanente Verzehren von Tabakrauch. Die eigentliche Botschaft des Films blieb nebensächlich. Ständig hatte ich das Gefühl, in eine von der Tabakindustrie bestellte Werbesendung geraten zu sein, und das nach 20 Uhr im Öffentlich-Rechtlichen!
Zigarettenrauchen in Film und Fernsehen wird sicher gern als dramaturgischer Krückstock benutzt. Andererseits ist es in hohem Grade werbewirksam im Sinne der sehr zweifelhaften Geschäftsinteressen der Tabakkonzerne. Seitdem direkte Tabakwerbung im Fernsehen verboten ist, bescheren die Sender der Tabakwirtschaft verstärkt indirekte Werbung zum Nulltarif! Durch Darbietungen wie in Ihrem Film kann bei Jugendlichen der Eindruck erweckt werden, Rauchen sei ein allgemein übliches und zeitgemäßes Verhalten. In Wirklichkeit sind etwa zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland Nichtraucher. Sie lehnen das Rauchen ab und finden es lästig. Ein wesentlicher Teil der Raucher bemüht sich darum, vom Rauchen loszukommen.
"Rauchfrei ist in" muss daher die Botschaft der Medien lauten. Besonders Heranwachsende lassen sich von öffentlich präsentierten Lebensstilen leiten. Ihr Sender verkauft ihnen ein von den meisten Erwachsenen abgeschriebenes Verhalten als angesagt. Wenn das Rauchen unter Minderjährigen beängstigend zunimmt, so ist das zu einem wesentlichen Teil auf die Wirkung von "Vorbildern" aus Film und Fernsehen zurückzuführen. Das Rauchen fordert allein in Deutschland jährlich mehr als 140.000 Todesopfer, das sind mehr als durch Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen.
Wenn ein Medium den Anspruch erhebt, über Hintergründe und Folgen der Kriminalität aufzuklären, so darf es nicht eine in ihren Folgen noch schwerwiegendere Verhaltensweise in gleichem Atemzuge propagieren.
Mit dem Thema "Tobacco free fashion and films" will die WHO zum Welt-Nichtrauchertag am 31. Mai 2003 der indirekten Werbung für ein die Gesundheit und das Leben bedrohendes Produkt entgegenwirken. Wir sind sehr interessiert daran zu erfahren, wie Sie zu diesem Anliegen stehen und wie Sie es dem Zuschauer in der 1. Reihe künftig vermitteln wollen.
Informationen der WHO: http://tobacco.who.int/
Positive und negative Erfahrungen mit dem
Nichtraucherschutz-Paragrafen der ArbStättV
Für die einen hat sich seit dem 3. Oktober 2002 alles zu ihrer Zufriedenheit entwickelt, für die anderen geht der Kampf um einen rauchfreien Arbeitsplatz unvermindert weiter. In fast allen negativen Fällen sind entweder der Chef oder der Betriebsrat oder beide für die Blockade verantwortlich, Leidtragende sind immer die nichtrauchenden Arbeitnehmer.
Im November 2002 hatten sich Mitarbeiter eines 500-Mann-Betriebes in Nordbayern an die NID gewandt mit der Bitte, bei der Geschäftsleitung zu intervenieren und diese zur Umsetzung der neuen Rechtslage aufzufordern. Die Nichtraucher konnten glaubhaft machen, dass sie mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen hätten, wenn sie ihr Recht auf Schutz vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch wahrnehmen würden. Auf ein erstes Schreiben erhielt die NID keine Antwort. Auf das zweite Schreiben mit Fristsetzung für eine Einschaltung des Gewerbeaufsichtsamtes folgte die Ankündigung der Geschäftsleitung, mit dem Betriebsrat bis in spätestens zwei Monaten eine entsprechende Vereinbarung abschließen zu wollen. Als der Termin verstrich, ohne dass den Worten Taten folgten, verständigte die NID das Gewerbeaufsichtsamt.
Wenn das Gewerbeaufsichtsamt keine rechtskonforme Lösung erreicht, wird die NID zunächst eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen - evtl. unter Einschaltung der "vierten" Gewalt, das heißt der Medien. Hilft auch das nicht weiter, müsste ein Arbeitnehmer mit Unterstützung der NID gegen das Gewerbeaufsichtsamt klagen.
Unabhängig davon: In den letzten Monaten haben sich verstärkt nichtrauchende Zeitarbeiter an die NID gewandt. Die NID hat deshalb den Vorstand der Bundesanstalt für Arbeit um Auskunft gebeten, mit welchen Maßnahmen er solchen Rechtsverstößen vorbeugen will.
IKRA zeichnet vorbildliche
Betriebe und Initiativen aus
Am 10. Februar 2003 zeichnete Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe und Schirmherrin des Wettbewerbs des Initiativkreises für rauchfreie Arbeitsplätze (IKRA), fünf Betriebe und zwei Initiativen für ihr Engagement beim Nichtraucherschutz aus. In den Betrieben ist das Rauchen nur in speziell gekennzeichneten "Raucherzonen" erlaubt. Der Nichtraucherschutz beginnt beim Einstellungsgespräch und ist in die gesamte Personalpolitik integriert.
Die Preisträger sind: Busreisen Homann, Frankfurt/Oder,
Steuerberatungsgesellschaft Abraham & Löhr, Berlin, Digitales Druckzentrum
Laserline, Berlin, HIPP-Werke, Pfaffenhofen, Siemens Information and
Communication Mobile, Bocholt. Sonderpreise erhielten die Arbeitsinitiative
Hohenlohekreis und die Studierenden-Initiative "HWP
rauchfrei"/Wintersemester 2002/ 03. Näheres unter
www.who-weltnichtrauchertag.de
400 Broschüren
Nichtraucherschutz.de
für die Schulung
Die Bergbau Berufsgenossenschaft verwendet bei der Schulung der Beschäftigten ihrer Mitgliedsunternehmen über die neue Rechtslage beim Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz die NID-Broschüre Nichtraucherschutz.de. Die erforderlichen 400 Exemplare erhielt sie zum Selbstkostenpreis von 0,40 € pro Stück.
Richtige Reaktion des
Amtsgerichts Diez/Lahn
Von einem aufmerksamen Bürger über einen Missstand informiert, wandte sich die NID mit folgendem Schreiben an das Amtsgericht Diez/Lahn:
Mit ungläubigem Staunen haben wir die Glosse zur Kenntnis genommen, mit der Edith Egger-Mertin in der Nassauischen Neuen Presse auf die Ausweisung von Raucher- und Nichtraucherzonen im Amtsgericht reagiert hat. Danach wurde der helle und schöne sowie mit Sitzgelegenheit ausgestattete Warteraum vor dem Gerichtssaal 1 als Raucherzone und der zugige, fensterlose Flur ohne Sitzgelegenheit als Nichtraucherzone ausgewiesen.
Dies ist unseres Erachtens nicht nur eine Unverschämtheit, sondern spricht auch der Verfassung und der Rechtsprechung Hohn. Im Konfliktfall wird nämlich dem Schutzrecht größeres Gewicht beigemessen als dem Lustrecht. In Ihrem Fall kommt noch hinzu, dass dem Luftverschmutzer auf Staatskosten und damit auf Kosten der Bürger ein Raum zur Verfügung gestellt wird, in dem er seine tödliche Verhaltensweise ausüben kann.
Vielleicht ist Ihnen noch nicht bekannt, dass auf jeder Zigarettenpackung ab Oktober 2003 abwechselnd der allgemeine Warnhinweis "Rauchen ist tödlich", "Rauchen kann tödlich sein" oder "Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu" aufgedruckt werden muss. Hinzu kommt einer von 14 ergänzenden Warnhinweisen, z.B. "Wer das Rauchen aufgibt, verringert das Risiko tödlicher Herz- und Lungenerkrankungen".
Was aber macht das Amtsgericht Diez/ Lahn? Es stellt den Rauchern einen schönen Raum zur Verfestigung ihres Suchtverhaltens zur Verfügung und stellt die Nichtraucher ins Abseits. Das ist ein Skandal.
Seien Sie versichert, dass wir nichts unversucht sein lassen, diese von Ihnen geschaffene Situation abzuändern.
Von diesem Schreiben erhielt die Nassauische Neue Presse eine Kopie. Am 17.01.03 teilte Edith Egger-Mertin den Lesern der Zeitung unter der Überschrift "Rauchzeichen" mit, dass der Zigarettenautomat im ersten Stock des Amtsgerichts "spurlos verschwunden" sei - zusammen mit den Aschenbechern und dem Schild "Raucherzone". "Stattdessen hängt jetzt ein rundes Schild mit rotem Rand und einer rot durchgestrichenen Zigarette an der Wand." Vom Amtsgericht erhielt die NID keine direkte Antwort; mit der indirekten ist sie jedoch auch zufrieden.
Nichtrauchen ist cool - Rauchen ist out
"Bei der Erarbeitung dieses Schwerpunktthemas half und die Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID) mit vielen Informationsheften, Poster, Aufklebern und Bildern. Für die Genehmigung zur Verwendung in unserer Schülerzeitung und beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung bedanken wir uns hiermit recht herzlich! In der Aula haben wir für euch auch eine Info-Wand mit vielen Postern zu diesem Thema aufgestellt. Wenn ihr für eure Klasse Material haben wollt, wendet euch an die NID." - heißt es am Schluss eines elfseitigen Artikels in der Schülerzeitung VOLLTREFFER der Albert-Einstein-Volksschule in Augsburg. Besser ist kaum zu demonstrieren, dass die NID auch für die Schüler wichtig ist.

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Das Redaktionsteam: Nadine Hiebel, Melek Aydin (Chefredakteurin) Lisa Claudio, Nadine Bührer, Filip Miloloza, Markus Sättler, Celina Wood |
NID-Infostand in der Volksschule Schnaitsee
Anton Sturm und Brigitte Edhofer aus Trostberg sind die aktiven Mitstreiter in Südostbayern. Mit Infoständen, Vorträgen und Materialverteilung sorgen sie dafür, dass die NID auch im ländlichen Bereich bekannt wird. Viel Interesse sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrkräften fand ihr "Auftritt" am 5. Februar 2003 in der Volksschule Schnaitsee. Beide hatten sich extra einen Urlaubstag genommen, um der jungen Generation das zu zeigen, was die Tabakwerbung verschweigt. Und es hat sich gelohnt. Die Poster und Bilder hinterließen einen nachhaltigen Eindruck, berichtete ein paar Tage später das Trostberger Tagblatt.
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Ob
in der Volksschule Schnaitsee auch so viele Schüler rauchen wie in der
Albert-Einstein-Volksschule in Augsburg? In letzterer hat das
Redaktionsteam 129 SchülerInnen der 9. Klassen im Alter von etwa 15 bis
16 Jahren befragt. Ergebnis:
Für
eine Volksschule in einer Großstadt sind dies relativ niedrige Zahlen. Häufig
rauchen an Volksschulen mehr als 50 % der 15- bis 16-Jährigen regelmäßig. |
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Brigitte Edhofer im Gespräch mit Schülerinnen. Der Andrang lässt auf reges Interesse schließen. Jeder Aufkleber ist ein anschauliches Argument gegen die Zigarette. |
"Danke - null Bock!" Diesen Spruch kennen wir. Lustlosigkeit heißt die neue Modekrankheit.
"Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen!", weiß der Volksmund. Das Kraut, von dem sich viele Hilfe versprechen, trägt den wissenschaftlichen Namen "Nicotiana tabacum". Es kann die Krankheit nicht heilen, jedoch vermag es offenbar den Leidensdruck zu lindern. Nebenwirkungen? Wer unter null Bock leidet, hat auch keine Lust darauf, sich über solche fernen Dinge Gedanken zu machen. Was zählt, ist die Rettung aus der Unlust von hier und heute.
Lust und Unlust sind grundlegende Qualitäten des Gefühlslebens. Schon der Säugling signalisiert Lust oder Unlust und tut damit seine Bedürfnislage kund. Er fordert Nahrung, Wärme, Zuwendung und Geborgenheit. Die erste Quelle für die Befriedigung seiner Bedürfnisse ist die Mutterbrust. Hier wird seine Unlust gestillt. Da die natürliche Lustquelle nicht immer zur Verfügung steht, übernimmt der Schnuller zeitweise die Trostfunktion. Geraume Zeit später tritt dann unter Umständen die Lulle an dessen Stelle.
Ein glimmender und qualmender Trostspender ist von Natur aus als Mittel der Bedürfnisbefriedigung nicht vorgesehen. Die menschliche Natur wehrt sich gegen Rauch und Ruß. Wenn manche Menschen dennoch im Brandgeruch Trost oder Bestätigung suchen, so müssen irgendwann in ihrer Entwicklung falsche Signale gesetzt worden sein.
Das erste in die falsche Richtung weisende Signal kann schon dem jüngsten
Erdenbürger zum späteren Verhängnis werden. Jeder Säugling reagiert auf den
Geruch seiner Eltern mit einem positiven Gefühl. Körpergeruch steht für
körperliche Nähe. Diese verspricht dem kleinen hilflosen Wesen Schutz,
Geborgenheit und Aussicht auf das Ende von Hunger und Durst. Riechen die Eltern
nach Tabakrauch, so kündet dieser Geruch von der baldigen Befriedigung vitaler
Bedürfnisse. Was zunächst unangenehm riecht, verbindet sich mit einer
glückverheißenden Botschaft: Das Ungemach hat bald ein Ende, die lieben Eltern
sorgen für mein Wohlbefinden.
Der Tabakrauch markiert so eine Situation, in der sich Unlust in Lust verwandelt. Die Geruchswahrnehmung verschmilzt mit dem positiven Gefühl zu einer als angenehm empfundenen Einheit. Diese Bindung bleibt in der Regel das ganze Leben lang wirksam. Tabakrauch wird in unserem Falle ständig positive Gefühle auslösen, sofern nicht irgendwann ein wirksamer Gegenimpuls gesetzt wird.
Der Weg in die Raucherkarriere wird nicht erst im Schulalter gebahnt, sondern oft schon viel früher. Mehrere Untersucher fanden Zusammenhänge zwischen dem Rauchverhalten der Eltern in den ersten Lebensjahren des Kindes und dessen Rauchverhalten später im Schulalter. Vor die Verführung durch Gleichaltrige haben die Eltern bereits lange zuvor die Gewöhnung gesetzt.
Dass die Eltern etwas ganz Alltägliches tun, wenn sie ihre Duftmarken in sein
häusliches Umfeld setzen, lernt das Kind dann permanent vor dem Fernsehapparat.
Jedermann (und jede Frau) scheint sie zu brauchen, die kleinen blauen Wölkchen
als Begleitung der großen Gefühle. Woher soll das Kind auch wissen: Weniger
die Realitätsliebe, sondern eher die Probleme von Regisseuren und Akteuren,
Gefühle glaubhaft in Szene zu setzen, befördern die Zigarette zum scheinbar
unentbehrlichen Requisit. Wo sich die Kunst mit Krücken behelfen muss, macht
der Kommerz das Rennen. Eine bessere, unaufdringlichere Werbung für die
Zigarette ist kaum denkbar. Und das zum Nulltarif für diejenigen, die den
"Reibach" machen.
Der blaue Dunst in Film und Fernsehen setzt ein überaus wirksames Signal auf den Weg zum überzeugten Raucher. Rauchen gehört zum heutigen Lebensstil, ist also voll "in"; so versteht der Heranwachsende das Geschehen auf Leinwand und Bildschirm. Solcherart auf das Leben vorbereitet, lässt sich der Junge oder das Mädchen im Pubertätsalter ohne viel Überredungskunst dazu verführen, es auch einmal zu versuchen. Das eigene Outfit kann nur gewinnen, wenn es sich dem aktuellen Lebensstil anpasst. Direkte Verführer sind meist Gleichaltrige. Den Stil aber bestimmen die sozialen Autoritäten, zuerst die Eltern, später auch andere Erwachsene oder vor allem die Massenmedien, deren Mission es ist, eine von den eigentlichen Lebensbedürfnissen des Menschen abgehobene Bedürfnisstruktur aufzubauen.
Wie ist das zu verstehen? Dazu kehren wir am besten zu den in der Natur des Menschen liegenden Bedürfnissen zurück. Nahrung, Wärme, Zuwendung und Geborgenheit hatten wir schon. Hinzu kommen die Bedürfnisse nach Anregung und Herausforderung sowie nach körperlichem und geistigem Tätigsein. Der Mensch hat von Natur aus Lust auf Auseinandersetzung und Kommunikation. Er möchte etwas bewegen und Spuren hinterlassen. Der Erfolg befriedigt ihn.
Öfter als ihm lieb ist, wird jedoch sein Handlungsdrang gebremst. Da sind die vielen lästigen Verbote und Tabus, aber auch fehlende Chancen, sich so zu verwirklichen, wie es in seiner Natur liegt.
Werden Handlungsbedürfnisse nicht oder nicht ausreichend befriedigt, so nimmt der Drang nach einer Ersatzbefriedigung zu. Um sich zu beweisen, gibt es schließlich andere Mittel als Leistung und Erfolg. Eines davon ist für den Heranwachsenden die Zigarette. Mit ihr gewinnt er bei Gleichaltrigen Respekt und Anerkennung, vor allem wenn er sich damit gegen missbilligende Äußerungen Erwachsener behauptet.
Die Lust auf Herausforderung der eigenen Leistungsfähigkeit und Kreativität verwandelt sich in die Lust, andere herauszufordern und zu provozieren. Rauchen eignet sich recht gut zur Provokation. Statt die eigenen Grenzen zu testen und hinauszuschieben, werden gesellschaftliche und moralische Grenzen angefochten und verletzt. Statt Ansprüche an sich selbst werden Ansprüche an andere gestellt.
Verschiedene Medien unterstützen diese Entwicklung, indem sie hemmungslosen Konsum und die Befriedigung immer exotischerer Bedürfnisse propagieren. "Fun und Action" heißt die Devise. Also null Bock auf ein normales, durch eigene Leistung erfülltes Leben? Verdirbt die Spaßgesellschaft unsere Jugend?
Junge Leute reagieren sehr sensibel auf die Umstände, denen sie unterworfen sind. Ihr Handlungsdrang ist beachtlich. Er muss nur richtig geweckt und geleitet werden. Bei der Jahrhundertflut im August vergangenen Jahres haben sich vor allem Jugendliche als freiwillige Helfer eingefunden und bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit geschuftet. Sie hatten Lust auf diese außergewöhnliche Herausforderung.
Die Shell Jugendstudie vom Sommer 2002 bestätigt diese Erfahrung. Leistung, Fleiß und Ehrgeiz sind für 75 Prozent der befragten jungen Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren wichtig. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre dachten nur 62 Prozent der Befragten so.
Für einen, der sich erfolgreich engagiert, ist das Rauchen weniger wichtig als für den, der lieber abwartet, welche Sensationen auf ihn zukommen. Das bekräftigte eine aktuelle Studie aus den USA. Kinder, die täglich fünf oder mehr Stunden vor dem Fernseher sitzen, greifen später sechsmal so häufig zur Zigarette als die, die wenig oder nicht fernsehen. Der Befund ist unabhängig vom sozialen Status der Familie. 600 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren wurden untersucht. Ein wenig produktiver und vorwiegend auf Konsum ausgerichteter Lebensstil fördert das Rauchen.
Wenn wir uns also über die Sitten und Unsitten junger Leute den Kopf zerbrechen, sollten wir auch die Umstände beachten, die das Verhalten in eine bestimmte Richtung lenken.
Wie sagte doch Eugen Roth: "Der Mensch ist manchmal wie verwandelt, sobald man menschlich ihn behandelt."
Dr. Wolfgang Schwarz
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Die erfreuliche Wandlung des Dr. N. (Michael Naumann, d. Red.)
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Gastronomiebetriebe, die oder deren Inhaber
Mitglieder von
Nichtraucher-Initiativen sind
Erläuterungen des Angebots:
H Rauchfreies Haus
R Rauchfreier Speiseraum
W Rauchfreie Ferienwohnung
P20-36 RauchfreieZone (20 von 36 Plätzen sind rauchfrei)
Nichtraucher-Pension Ulrich
01239 Dresden, Kauschaer Str. 37
0351/4706146, Angebot: H
Haus Tango
23683 Scharbeutz, Lindenallee 20
04503/72996, Angebot: W
Ferienhaus Birgit Andresen
25917 Sprakebüll, Hauptstr. 32
04662/2258, Angebot: HW
Café-Pension Hertha
26757 Borkum, Greune-Stee-Weg 43
04922/2677, Angebot: H
Haus Villa Hügel
54587 Birgel/Eifel, Hardtweg 17
06597/960333, Angebot: H
Pension Sondermann
57462 Olpe-Rhode, Caspar-Klein-Weg 3
02761/61846, Angebot: HW
Café-Rest. Denne
65399 Kiedrich, Oberstr. 22
06123/4979, Angebot: P20-36
Bistro im Fitness-Center Rhein-Main
65428 Rüsselsheim, Pommernstr. 4 a
06142/13466, Angebot: H
Weinstube-Café Schlossblick
67434 Neustadt-Diedesfeld, Weinstr. 605
06321/86010, Angebot: H
Haus Lucia
78141 Schönwald, Schubertstr. 38
0711/748604, Angebot: H
Pension Haus am Wald
79736 Rickenbach-Egg, Jurablick 4
07761/92430, Angebot: H
Haus Kuntze-Fechner
83707 Bad Wiessee, Rupertiweg 6
08022/83666, Angebot: HW
Ferienwohnung Lorke
87534 Oberstaufen, Mühlhalde 6
08386/960391, Angebot: W
Pension Sonnleitn
94227 Zwiesel, Büchelweg 8
09922/1824, Angebot: H
Nichtraucher-Gästehaus Iris
94249 Bodenmais, Bergmeister-Stölzl-Str. 3
09924/1843, Angebot: H
Öhrlein's Hof
95336 Rothwind, Eichberger Str. 9
09229/7197, Angebot: W
Weinstube Schurk Markelsheim
97980 Bad Mergentheim, Hauptstr. 57
07931/2132, Angebot: R
Landferienhaus Arche mit Café-Pension
Am Berg 10, 98667 Langenbach
03687470404, Angebot: H
Hotel Alpstein garni
A-6708 Brand, Haus 122
5559/256, Angebot: H
Holz-Appartementhaus Heimat
A-8972 Ramsau, Kulm 129
3687/81188, Angebot: W
Biohotel Alpenrose
A-9872 Obermillstatt, Obermillstatt
4766/2500, Angebot: H
Hotel Stutz
CH-3925 Grächen, Schmidji 463
27/9563657, Angebot: H
Nichtraucher-Rest. Sternen
CH-8574 Lengwil, Bahnhofstr. 1
71/6882110, Angebot: H
Machen Sie rauchfrei Urlaub!
Schweiz-Wochen
im Nichtraucher-Hotel
Es ist ja nun schon einige Monate her, dass wir, acht Mitglieder von verschiedenen Nichtraucher-Initiativen, das Sonderangebot "Wanderwoche in der Schweiz" im Nichtraucher-Hotel Stutz genutzt haben. Doch es ist uns ein Bedürfnis, den Inhabern des Hotels, Hans und Ursula, ein herzliches Dankeschön zu sagen für die gelungenen Tage. Ob es die Führungen des Hotelchefs, die Kochkünste seiner Frau oder die gepflegte Hotelatmosphäre waren - es war alles perfekt. Wir möchten es weiterempfehlen und kommen auf jeden Fall wieder.
Ellen Pitzler
Dem schließt sich die Bergsteigergruppe der Nichtraucher-Initiative München
an, die im August 2002 eine ganze Woche lang mit 17 Personen mehrere Berge
zwischen Grächen und Zermatt bestieg und für eine weitere Woche (17. bis 24.
August 2003) bereits mit 15 Personen das Hotel Stutz als Stützpunkt reserviert
hat. Informationen für interessierte BergsteigerInnen aus anderen Teilen
Deutschlands gibt es unter Tel 089 3171212 bei Ernst-Günther Krause.

Vorgehen beim Buchen
der Unterkunft
Bei der Buchung für einen längeren Urlaub verfahren wir folgendermaßen:
Zunächst fragen wir per E-Mail bei mindestens 20 Hotels und Pensionen in der von uns gewünschten Gegend an, ob sie Nichtraucherzimmer haben und ob im Frühstücksraum geraucht wird.
Aus den Antworten wählen wir dann das für uns geeignete Haus aus. Den Häusern, die nichts für den Nichtraucherschutz übrig haben, sagen wir mit entsprechender Begründung ab.
Während des Urlaubs versuchen wir mit den Wirtsleuten ins Gespräch zu kommen und sagen ihnen, wie gut wir solche rauchfreien Zonen im Gastgewerbe finden und dass wir ihr Haus u.a. aus diesem Grund gewählt haben. Wir bestärken sie darin, nichtraucherfreundlich weiterzumachen.
Oft betreten wir auch Gaststätten oder Cafés mit der Frage, wo hier der Nichtraucherbereich sei. Mit solchen Fragen kann die Einstellung der Gastwirte verändert werden.
Rosemarie Pangerl
Der Auftakt zur Eröffnung des neuen Vital Spa im Dorint Parkhotel Bad Brückenau war alles andere als gesundheitsfördernd: Statt vitalisierender reiner Luft mit "innovativen Angeboten rund um Wasser und Natur" gab es am Abend genau das Gegenteil: eine große Menge hochgiftiger Schadstoffe.
Rauchfrei in Gaststätten positiv für den Umsatz
Wer zahlt, schafft an - der Zusammenhang zwischen der Geldquelle einer Studie über die Auswirkung von Rauchverboten in der Gastronomie und dem Ergebnis
Die Nichtraucher-Vorschriften in Bars und Restaurants beeinträchtigen das Geschäft nicht, trotz gemeinsamer Anstrengungen der Tabakindustrie, das Gegenteil zu beweisen. Die Studien, welche zu dem Ergebnis kommen, dass Bars und Restaurants weniger Umsatz machen, wenn Rauchverbote auferlegt werden, sind voreingenommen und nicht sonderlich zuverlässig. Das Institute of Health Policy Studies in San Francisco wertete hierzu Online-Dateien und Research-Berichte bis Ende August 2002 einschließlich unveröffentlichter Studien der Tabakindustrie aus, insgesamt 97 Erhebungen.
Die Studien der Tabakindustrie verwendeten viermal so viele subjektive wie objektive Messgrößen, um die Auswirkungen abzuschätzen, und kaum eine hatte den Anschein einer gründlichen Recherche. Darüber hinaus waren alle Studien, welche zum Schluss kamen, dass Rauchverbote die Gastronomie schädigten, von der Tabakindustrie oder deren Verbündeten bezahlt. Lediglich eine der 31 industriegesponserten Studien wurde in einem seriösen Journal veröffentlicht (verglichen mit 40 % der von unabhängigen Quellen erstellten Berichte). Und keine erfüllte die allgemein anerkannten Qualitätskriterien (verglichen mit 35 % der unabhängigen). Umgekehrt konnte keine der 21 unabhängigen Studien einen negativen Einfluss auf die Gastronomie feststellen, im Gegenteil: 4 gaben sogar an, dass ein Verbot einen positiven Effekt auf die Verkaufszahlen hatte.
Daraus schließen die Autorin Michelle Scollo u.a. in der Fachzeitschrift Tobacco Control (Band 12, Seite 13), dass Befürchtungen über Umsatzrückgänge aufgrund von Rauchverboten in Bars und Restaurants unbegründet seien. Politiker, die Angestellte und Gäste vor dem Passivrauchen schützen möchten, sollten sich durch diese Ergebnisse bestärkt fühlen.
Aus dem Englischen übersetzt und zusammengefasst von Georg Bachmaier.
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|
Vor drei Jahren hat sich der Inhaber der Konditorei Brunner entschlossen, sein ganzes Lokal in ein Nichtraucher-Café umzuwandeln. Seitdem hat auch Kufstein am grünen Inn - so das allseits bekannte Lied - eine Nichtraucher-Oase. Seine Erfahrungen, berichtet Hermann Brunner in der Rundschau Wörgl-Kufstein vom 7.3.03, seien überwiegend positiv. Vor allem Mütter mit Kindern, aber auch die älteren Damen schätzen die rauchfreie Zone. Den Umsatzzuwachs beim Straßenverkauf führt er darauf zurück, dass die Backwaren "unverfälschter" schmecken, d.h. ohne "Nikotin-Parfüm". Anschrift:
Café-Conditorei-Confiserie Brunner, Oberer Stadtplatz 14, A-6330 Kufstein,
Tel ++43 5372 64507
Umsatz im Gastgewerbe
rückläufig
Der Umsatz des Gastgewerbes in Deutschland lag nach Angaben des Statistichen Bundesamtes 2002 nominal (in jeweiligen Preisen) um 4,0 Prozent und real (in konstanten Preisen) sogar um 7,3 Prozent niedriger als im Jahr 2001. Einen Umsatzrückgang im Gastgewerbe im Jahresvergleich hatte es zuletzt im Jahr 1998 (nominal minus 1,4 Prozent, real minus 0,4 Prozent) gegeben.
Im Dezember 2002 setzten die Unternehmen des Gastgewerbes nominal 8,5 Prozent und real 11,4 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahresmonat um.
Die Umsätze gingen in allen drei Branchen des Gastgewerbes zurück:
|
Branche |
nominal |
real |
|
Kantinen, Caterer |
–2,9
% |
–5,2
% |
|
Beherbergung |
–6,9
% |
–10,3
% |
|
Gaststätten |
–10,0
% |
–13,1
% |
Ein Teil der Rückgänge ist sicher konjunkturbedingt und auf die Unsicherheit beim Umgang mit der Euro-Währung zurückzuführen. Zweifellos kommt im Umsatzminus aber auch die Vernachlässigung der Nichtraucher als zahlungskräftige Konsumentengruppe zum Ausdruck. Genuss und Gestank sind zwei Dinge, die für viele Menschen nicht zusammengehören. Solange das Gastgewerbe das nicht begreift und nicht danach handelt, muss es auf die echten Genießer verzichten.
Leserbrief zum
Umsatzrückgang im Gastgewerbe
Zum Teil sind die in der deutschen Gastronomie entstandenen Umsatzrückgänge hausgemacht. Wer möchte schon sein Essen und Trinken in einer Zeit, in der gesundheitsbewusstes Verhalten eine immer größere Rolle spielt, noch im stinkenden Tabakqualm seiner rücksichtslosen Tischnachbarn einnehmen, geschweige denn "genießen"? Wer möchte schon seine Kinder dem stinkenden Schadstoffgemisch in einer Kneipe aussetzen?
In meinem großen Freundes- und Bekanntenkreis verzichten schon fast 80 Prozent seit Jahren auf einen Gaststättenbesuch. Sie wollen sich den unerträglichen und unzeitgemäßen Zigarettenmief nicht antun.
Roger Menck
Die Geschäftsidee: Café NONSMOCA
Eine Diskussion im Sender Freies Berlin führte zu einem Projekt, das inzwischen konkrete Form angenommen hat und schon sehr weit gediehen ist: das erste rauchfreie Kultur- und Tanz-Café Deutschlands. Auf einer Gesamtfläche von über 1.000 Quadratmetern kann man bald ohne Rauchschwaden in guter, frischer Luft essen, trinken, tanzen und ausgelassen feiern.
Die Projektgruppe um Reinhard Otto hat inzwischen das Angebot bekommen, das ganze Gebäude in der Kantstraße 6-10 (City West) im Sinne ihres Konzeptes zu bewirtschaften. Dazu gehören neben dem Café und dem Hotel auch Verkaufsflächen für Geschäfte und ein innenliegendes Parkhaus. Durch die Erweiterung erhöht sich das Stammkapital der NONSMOCA AG, die als Betreibergesellschaft fungieren soll, von einer halben Million € auf 2 Millionen Euro. Bisher gibt es Einlagezusagen in Höhe von 1,3 Millionen €. Es fehlen also noch rund 700.000 €. Jeder Kapitalanleger mit 5.000 € und mehr ist willkommen.
Eine amerikanische Investorengruppe um Michael Bloomberg (zurzeit Bürgermeister von New York und aktiver Nichtraucher) und eine schweizerisch-deutsche Gruppe, die sich auf Hotels und Gaststätten spezialisiert hat und in Berlin investieren möchte, haben auf das NONSMOCA-Angebot positiv reagiert.
Geplant ist, das Gebäude komplett für ca. 45 Mio. € zu kaufen und dann an die Betreibergesellschaft, die NONSMOCA AG, zu vermieten, wobei die Finanzgruppe auch an der Gesellschaft beteiligt ist. Dadurch wird sichergestellt, dass die Betriebskosten eine gute Rendite zulassen. Diese soll bei ca. 10 Prozent jährlich liegen.

Bemerkenswert ist, dass die Einlagezusagen erst dann fällig werden, wenn alle Voraussetzungen für die Gründung der NONSMOCA AG erfüllt sind. Das bedeutet, dass bisher alle Vorbereitungskosten von der Projektgruppe allein getragen wurden. Das spricht für Seriosität. Die Projektgruppe hofft, die Vertragsverhandlungen spätestens im Mai abschließen zu können. Aussagekräftige Unterlagen können angefordert werden bei: NONSMOCA Projektmanagement, Reinhard Otto, Cauerstr. 24, 10587 Berlin.
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Für alle, die unter rauchenden Nachbarn leiden, gibt es Hoffnung: Im NONSMOCA-Gebäude wird es in der obersten: der achten Etage zehn Eigentumswohnungen geben. Wer Interesse daran hat, Eigentümer (und Nutzer) einer Wohnung in einem Nichtraucherhaus zu werden, kann sich ab sofort bei der Projektleitung registrieren lassen. |
Strategien gegen die Tabakindustrie
Die Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums hat aus dem Verhalten der Tabakindustrie zwei Schlussfolgerungen gezogen:
1. Was die Tabakindustrie liebt, ist wirkungslos zur Vermindung des Rauchens.
Die Tabakindustrie liebt:
* Aufklärungsprogramme in Schulen über Gefährlichkeit des Rauchens
* Gesundheitsförderung in Schulen
* Aufklärungsprogramme für Schwangere
* Verkaufsverbote für Jugendliche unter 16 Jahren
* Jugendkampagnen "Sag nein!" und "Rauchen ist nur etwas für
Erwachsene!"
* Freiwillige Selbstbeschränkung bei der Tabakwerbung
* Freiwillige Einführung von Chipkarten für Zigarettenautomaten
* Freiwillige Selbstkontrolle, z.B. Bannmeilen um Schulen für Werbung und
Zigarettenautomaten
2. Was die Tabakindustrie hasst, ist wirksam zur Verminderung des Rauchens. Die
Tabakindustrie hasst:
* Tabaksteuererhöhungen
* Rauchfreie Arbeitsplätze
* Umfassende Tabakwerbeverbote
* Verbot von Zigarettenautomaten
* Aggressive Aufklärungskampagnen, die die soziale Akzeptanz des Rauchens in
Frage stellen und die Tabakindustrie angreifen
* Gerichtsverfahren
Auch wenn man nicht gleich von völliger Wirkungslosigkeit sprechen muss: viele der Maßnahmen, zu denen die Tabakindustrie ihre Zustimmung gibt, sind zumindest wirkungsarm. Manche Maßnahmen sind sogar kontraproduktiv wie "Rauchen ist nur etwas für Erwachsene!". Wenn die Aussage lauten würde: "Rauchen ist weder etwas für Kinder noch für Erwachsene", ließe sich verständlicher begründen, warum man den Kauf von absolut gesundheitsschädlichen Produkten an die rechtlich definierte Volljährigkeit knüpft. Deshalb "liebt" die Tabakindustrie die 16-Jahres-Grenze, weil diese den altersabhängigen Gesundheitsaspekt betont: Rauchen ist nur für die unter 16 Jahre alten Menschen ungesund.
Bei allen Maßnahmen gegen das Rauchen sollte die richtige Ansprache gewählt werden. "Die Klage, dass immer mehr Jugendliche rauchen, ist nach Robert Cialdini ein kommunikativer Kardinalfehler. Denn diese Botschaft sagt im Grund: 'Es ist cool zu rauchen, alle tun es, und die Alten mögen das nicht. Lasst es uns auch probieren!' Wirkungsvoller wäre dagegen, darüber aufzuklären: Rauchen ist Sache einer Minderheit - und von Willensschwachen." (Psychologie heute, Januar 2003, Seite 13).
|
Telefon-Umfrage
im WDR 3 am 15. März 2003 Höhere
Steuern auf Tabak
und Alkohol? Ja: 66,8 % – Nein: 33,2 % |
Razzia beim
Tabakkonzern Reemtsma
"Kriminelle an der Spitze von Reemtsma" könnte die Überschrift auch lauten. Denn der Reemtsma-Chef Manfred Häussler sowie weitere Mitarbeiter stehen im Verdacht des Zigarettenschmuggels, der Geldwäsche und weiterer Straftaten. Rund 1.000 Beamte von Zollfahndung und Staatsanwaltschaften durchsuchten am 14. Januar 2003 die Reemtsma-Zentrale und ein Dutzend Büros und Privaträume in Norddeutschland. Der Umfang der Durchsuchungsaktionen deutet auf einen Steuerschaden von mindestens zweistelliger Millionen-Euro-Höhe hin.
Reemtsma gehört seit März letzten Jahres zur britischen Imperial Tobacco-Group. Kurz vor der Durchsuchungsaktion bei Reemtsma hatte ein Parlamentsauschuss in London dem Mutterkonzern aktive Beihilfe zum Zigarettenschmuggel vorgeworfen. Imperial habe in großen Mengen Zigaretten in "ungewöhnliche Länder" wie Andorra, Afghanistan und Moldawien exportiert; die Gewinne aus dem internationalen Geschäft seien markant gestiegen. Der Vorwurf der Parlamentarier: Imperial habe bei diesen Exporten mehr als geahnt, dass diese Zigaretten in Wirklichkeit nicht für die deklarierten Zielländer bestimmt waren, sondern letztlich für den illegalen Re-Import nach Großbritannien.
Der Anteil der Raucher unter den Strafgefangenen liegt bei 80 bis 90 Prozent. Wie hoch ist wohl der Anteil der Tabakunternehmen unter den kriminellen Unternehmen? EGK
Verbraucherzentrale siegt - Niederlage für Camel
Der Zigarettenhersteller Japan Tobacco Germany GmbH (JT-International) hat, bevor es zum Urteil des Landgerichts Köln kommen konnte, eine Unterlassungserklärung abgegeben, in der er sich verpflichtet, eine von dem Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) beanstandete Plakatwerbung für die Zigarettenmarke Camel nicht mehr zu verwenden.
Laut § 22 Lebensmittel und Bedarfsgegenständegesetz (LMBG) darf die Werbung für Tabakerzeugnisse nicht besonders dazu geeignet sein, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu veranlassen. In einer freiwilligen Selbstbeschränkung der Tabakfirmen ist dies dahingehend konkretisiert, dass nur Personen gezeigt werden dürfen, denen man ansieht, dass sie älter als dreißig Jahre sind. Das war offensichtlich bei der kritisierten Camel-Werbung nicht der Fall.
Der vzbv ist bereits mehrfach gegen Tabakfirmen wegen Verstoßes gegen § 22 LMBG vorgegangen. Meistens haben die betroffenen Zigarettenhersteller dann aber freiwillige Unterlassungserklärungen abgegeben, so dass kein Gericht eingeschaltet werden musste.
Das Berliner Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Abteilung Jugend, Gesundheit und Umwelt, (( 030 6321-4703) hat auf 81 Seiten Verstöße der Tabakkonzerne gegen ihre eigenen Werberegeln dokumentiert. Die einzig sinnvolle Schlussfolgerung: Öffentliche Tabakwerbung muss verschwinden.
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Tabakerzeugnis |
Versteuerte Verkaufswerte |
Veränderung zum Vorjahr |
Versteuerte Mengen |
Veränderung zum Vorjahr |
|
Zigaretten |
21,6 Mrd. Euro |
+ 8,6% |
145,1 Mrd. Stück |
+ 1,8% |
|
Zigarren und Zigarillos |
566 Mill. Euro |
+ 13,3% |
3.068 Mill. Stück |
+ 22,2% |
|
Feinschnitt |
1,1 Mrd. Euro |
+ 30,5% |
15 473 Tonnen |
+ 12,1% |
|
Pfeifentabak |
86 Mill. Euro |
– 8,7% |
847 Tonnen |
– 8,4% |
|
Insgesamt |
23,3 Mrd. Euro |
+ 7,8% |
X |
X |
Auf den ersten Blick hat der Tabakkonsum 2002 gegenüber 2001 zugenommen. Bei
der Beurteilung ist jedoch zu berücksichtigen, dass die mengenmäßige
Steigerung des Zigaretten- und Feinschnittkonsums von 1,8 % bzw. 12,1 % vor
allem auf die Steuererhöhung zum 1. Januar 2003 zurückzuführen ist, die die
Raucher veranlasst hat, sich zum Jahresende hin mit den niedriger versteuerten
Produkten einzudecken. Im vierten Quartal 2002 wurden nämlich 9,9 % mehr
Zigaretten und 23,9 % mehr Feinschnitt gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum
verkauft. Bei den geringer versteuerten Zigarren und Zigarillos ist wohl wegen
der Werbung in Form von bezahlten Zeitungsartikeln eine weitere erhebliche
Steigerung zu verzeichnen. Allerdings liegen die Stückzahlen noch deutlich
unter dem Höchststand.
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 20. Januar 2003
Sucht-Daten
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (früher Deutsche Hauptstelle
gegen die Suchtgefahren) stellte Anfang 2003 die im Grundsatz nicht neuen
Sucht-Daten vor. Sie betonte dabei, dass den jährlich 1.500 Todesfällen
infolge des Konsums illegaler Drogen eine viel zu starke Aufmerksamkeit
beigemessen wird.
|
|
|
Der Tabakkonzern Philip Morris muss entgegen einer früheren
Gerichtsentscheidung nicht 28 Milliarden Dollar an eine krebskranke Raucherin
zahlen, sondern nur 28 Millionen Dollar. Ein Gericht in Los Angeles nannte die
Rekordstrafe übertrieben und verringerte die Entschädigung für die
64-jährige Klägerin Betty Bullock auf ein Tausendstel der ursprünglichen
Summe. Der Richter folgte damit der Geschworenen-Entscheidung vom Oktober,
wonach der Tabakkonzern zum Teil für Bullocks Krebserkrankung verantwortlich
sei. Sie hatte mit 17 Jahren zu rauchen begonnen. Im Jahr 2001 wurde bei ihr
Lungen- und Leberkrebs diagnostiziert.
Süddeutsche Zeitung, 20.12.02
Bundesgerichtshof macht
Weg frei für Raucherklage
Auch deutsche Gerichte müssen nun über die Schadensersatzklage eines Rauchers gegen einen Tabakkonzern entscheiden. Der Bundesgerichtshof verpflichtete eine Rechtsschutzversicherung, die Deckung der Kosten für den Prozess eines Rauchers um Schadensersatz nach dem Produkthaftungsgesetz zu übernehmen. Der Kläger wirft dem Tabakkonzern Reemtsma vor, auf den Packungen nicht vor dem beim Rauchen freigesetzten Acetaldehyd gewarnt zu haben. Seit 1984 sei ihm bekannt, dass dies suchterregend sei. Zudem mische die Firma seit 1984 Ammoniak und andere Zusätze bei, um die Suchterzeugung zu stärken und "Suchthaftung" auszulösen. Ohne diese Zusätze und bei rechtzeitiger Warnung vor der Wirkung von Acetaldehyd hätte er sich das Rauchen abgewöhnt.
Die Anwältin der Rechtsschutzversicherung wandte vergebens ein, dass Ammoniak-Verbindungen lebensmittelrechtlich zugelassen seien und auch für Schokolade verwendet würden. Für den BGH ging es aber nur um den Vertrag zwischen Kläger und Versicherung. Diese hätte die Kostenzusage nicht mit der Begründung ablehnen dürfen, das Schadensereignis sei schon mit der Nikotinsucht 1975 und damit lang vor Vertragsbeginn eingetreten.
Der Kläger rauchte seit 1964 Zigaretten der von Reemtsma hergestellten Marke
Ernte 23. Seit 1975 hatte er erfolglos versucht aufzuhören. Bis 1983 rauchte er
täglich rund 40, dann 20 bis 30 Zigaretten. 1993 erlitt er einen Herzinfarkt.
Später musste er mehrere Operationen vornehmen lassen, 1999 für Bypasse. Im
selben Jahr erklärte der Mann seiner Rechtsschutzversicherung, bei der er Ende
1983 einen Familien- und Verkehrsrechtsschutz abgeschlossen hatte, er
beabsichtige einen Schadensersatzprozess nach dem Produkthaftungsgesetz.
Süddeutsche Zeitung, 20.3.03
Bundesregierung klagt gegen
EU-Tabakwerbeverbot
Deutschland hatte im EU-Ministerrat erfolglos gegen die Richtlinie zum Tabakwerbeverbot gestimmt, die von Juli 2005 an in Kraft treten soll. Deshalb klagt die Bundesregierung nun vor dem Europäischen Gerichtshof. Unterstützt wird sie vor allem von Zeitungen und Zeitschriften, die eine Verminderung ihrer Einnahmen aus Anzeigen für Tabakwaren befürchten. In der Süddeutschen Zeitung vom 3. Dezember 2002 unterstützte der leitende politische Wirtschaftsredakteur Nikolaus Piper die Klage in einem Kommentar. Auf dessen haarsträubende Argumente folgte ein Leserbrief von Prof. Friedrich Wiebel:
"Tabakwerbung schadet der unabhängigen Berichterstattung". Schon damit lässt sich das Tabakwerbeverbot in Zeitungen und Zeitschriften, das vom EU-Parlament und - Ministerrat kürzlich beschlossen wurde, ausreichend begründen. Wir müssen Herrn Piper dankbar sein, dass er uns mit seinem Kommentar "Tabakwerbung schadet der Gesundheit" die Abhängigkeit der Presse von der Zigarettenindustrie so deutlich vor Augen führt. Seine Äußerungen folgen bis ins Detail der Argumentationslinie der Tabakkonzerne.
Die Tabakindustrie will uns glauben machen, dass ihre Erzeugnisse Konsumprodukte sind wie alle anderen, etwa wie Rotwein oder Weihnachtsplätzchen, und daher frei zu bewerben sind. Ein Tabakwerbeverbot bedeute einen schweren Eingriff in das Eigentumsrecht, eine Niederlage für die Marktwirtschaft und für den europäischen Binnenmarkt. Damit nicht genug, das Tabakwerbeverbot schade dem Schutz der Verbraucher.
Tatsache ist, dass Tabakprodukte bei bestimmungsgemäßem Gebrauch absolut gesundheitsschädlich sind, eine Eigenschaft, die sie mit keinem anderen Konsumprodukt teilen. Tatsache ist, dass die Tabakwerbung bereits in Rundfunk und Fernsehen verboten ist, d.h. das Verbot in den Printmedien lediglich eine Erweiterung bestehender Verbote bedeutet. Tatsache ist, dass laut repräsentativen Umfragen die große Mehrheit der Bundesbürger das EU-weite Tabakwerbeverbot begrüßt und nicht, wie Piper mutmaßt, nur "der eine oder andere". Tatsache ist schließlich, dass kein Industriezweig das Vertrauen, die Interessen und Rechte seiner Kunden so massiv missbraucht und missachtet wie die Tabakindustrie.
Es ist höchste Zeit, dass die Printmedien aus der Umklammerung durch die Werbemillionen der Tabakindustrie gelöst werden und wieder frei über das Thema Rauchen und Gesundheit berichten."
Der NID liegen Stellungnahmen der Gesundheitsministerien Sachsens und Nordrhein-Westfalens vor. Beide Länder, das eine CDU-regiert, das andere von einer Koalition aus SPD und den Grünen, setzen sich für das EU-Tabakwerbeverbot ein - ebenso wie das Land Berlin.
Zigarrenwerbung durch Wüstenrot
Wüstenrot, ein Unternehmen der Wüstenrot & Württembergische AG, zeigt sich von seiner unangenehmen Seite. Die Januar-Ausgabe der konzerneigenen Quartals-Zeitschrift Mein Eigenheim enthält einen sechsseitigen Artikel mit dem Titel "Mythos Zigarre". Schon die ersten zwei Sätze machen deutlich, worum es der Redaktion geht: "Im letzten Jahrzehnt", heißt es gleich unter der Überschrift, "erlebte die Zigarre eine wahre Renaissance und wurde zum Ausdruck eines individuellen Lebensstils. So krönt sie manch kulinarischen Abend oder wird zur Entspannung bei einem Glas Whisky oder Cognac nach einem ausgefüllten Tag genossen."
Dass es sich beim Zigarrenkonsum um die Inhalation und Verbreitung einer hochgiftigen Schadstoffmischung handelt, die schon Millionen Menschen um wertvolle Lebensjahre gebracht hat, wird absichtlich verschwiegen. Lippenkrebs, Bronchialkarzinom, Herzinfarkt und Raucherbein passen nicht zur Euphorie über ein Produkt, dessen bestimmungsgemäßer Ge- bzw. Verbrauch absolut gesundheitsschädlich ist.
Verwunderlich ist, dass die Redaktion glaubt, mit einem Artikel über Zigarren bei den Lesern eine emotionale Nähe zu den abgebildeten Wohnungseinrichtungen herzustellen. Nichtraucher jedenfalls empfinden Zigarrenrauch wegen der "Naturbelassenheit" des Tabaks (Zigaretten werden behandelt, um den Rauch lungengängig zu machen) als besonders unangenehm. Da sie zudem eindeutig in der Mehrheit und auch noch zahlungskräftiger als die Raucher sind, ist ein "Zigarrenartikel" in einer an die Allgemeinheit gerichteten Zeitschrift ökonomisch unsinnig - es sei denn, es handelt sich bei dem Artikel um eine Schleichwerbung von Kreisen, die vom Verkauf von Zigarren und den Ergänzungsartikeln profitieren.
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Ideell gesinnte Nichtraucher werden es sich zweimal überlegen, ob sie ihre schwer verdienten Euros bei Wüstenrot anlegen. Schließlich gibt es noch eine ganze Reihe anderer Anbieter rund ums Bauen und Wohnen. Ein Bausparer schrieb nach dem Lesen des Zigarren-Artikels, dass er es sehr bedaure, "vor etwa 40 Jahren" mit Wüstenrot in eine Geschäftsverbindung getreten zu sein. Er werde Wüstenrot "nicht mehr weiterempfehlen".
Am Schluss des Briefes an Wüstenrot heißt es: "Es lebe das
'Dummkopf-Utensil' Zigarre oder Zigarette, welches Sie so meisterlich bewerben
und welches mit Bausparen so wenig zu tun hat wie Gottesfürchtigkeit mit
Scheinheiligkeit."
Spanien:
Regierung legt Plan zur
Tabakkontrolle vor
Die spanische Regierung hat Mitte Januar 2003 einen Plan zur "Kontrolle des Tabakismus" präsentiert. Darin ist vorgesehen, dass bis 2007 das Rauchen am Arbeitsplatz und in öffentlichen Gebäuden verboten werden soll. Verschwinden soll außerdem die Tabakwerbung. Ferner ist geplant, den Zigarettenverkauf künftig auf Volljährige zu beschränken. Bisher durften Jugendliche erst ab sechzehn Jahren Zigaretten kaufen. Die Durchsetzung des Verkaufsverbots an Minderjährige erfordert die Abschaffung der Zigarettenautomaten. Ziel ist es, die Zahl der Raucher binnen fünf Jahren um sechs Prozent zu verringern. Umfragen zufolge rauchen in Spanien gegenwärtig 47,2 Prozent der Männer und 27,2 Prozent der Frauen. FAZ, 20.1.03
Italien:
Nichtraucherschutz ausgeweitet
Nach einem neuen Gesetz, dem im Dezember 2002 auch der Senat zustimmte, darf am
Arbeitsplatz ab sofort und in Restaurants und Cafébars ab 2004 nur noch in
ausgewiesenen Raucherzonen geraucht werden. Umfragen zeigen, dass fast 90
Prozent der Italiener dem neuen Gesetz zustimmen. Gastronomen, die gegen das
Gesetz verstoßen, müssen bis zu 2.000 Euro Strafe zahlen, Raucher bis zu 250
Euro. Von den 57 Millionen Italienern rauchen rund 13 Millionen.
Berliner Morgenpost, 23.12.02
Australien:
Philip Morris führt Nichtraucherzonen am Arbeitsplatz ein
Die australische Niederlassung des Tabakkonzerns Philip Morris beschränkt das
Rauchen ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Die Geschäftsführung betonte, die
Restriktionen für Raucher seien nicht wegen möglicher Schadensersatzklagen,
sondern wegen einer veränderten gesellschaftlichen Haltung zum Rauchen
eingeführt worden. Zudem wird der Konzern in Zukunft nicht mehr an alle seine
Mitarbeiter Zigaretten verschenken. Bisher erhielten die Angestellten monatlich
kostenlos vier Stangen. Als Alternative wird ihnen nun eine einmalige Zahlung
von umgerechnet 4.400 Euro angeboten.
Netzeitung.de, 25.11.02
USA: Philip Morris geht gegen
Zigarettenfälscher vor
Der Marlboro-Hersteller Philip Morris hat in den USA eine groß angelegte Aktion
gegen Zigarettenfälscher gestartet. Er reichte in sieben Bundesstaaten Klage
gegen 325 Händler wegen des Vertriebs gefälschter Marken-Zigaretten ein.
Philip Morris sieht den steigenden Verkauf von nachgemachten Marken-Zigaretten
auch als Folge der Steuererhöhungen in zahlreichen US-Bundesstaaten. So kostet
in New York eine Schachtel Marlboro light jetzt zwischen 7,50 und 8,00 Dollar.
Zu seiner eigenen Verwicklung in Schmuggelgeschäfte schwieg Philip Morris.
Süddeutsche Zeitung, 5.3.03
Japan:
Rauchfreie
Bus-Haltestellen
Die Regierung des Großraums Tokyo hat die Ascher an über 500 Bus-Haltestellen abbauen und entsprechende Aufkleber des Transportbüros anbringen lassen, um die Japaner vom Rauchen an diesen Orten auch ohne gesetzliche Regelung abzuhalten.
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Gastronomie: in
Thailand toll, in
Deutschland zum Kotzen
Seit mehr als zehn Jahren bin ich Mitglied der NID, seit zwei Jahren lebe ich in Thailand. Am 8. November 2002 hat die thailändische Regierung das Rauchen in klimatisierten Räumen, in denen Essen serviert wird, verboten. Alle respektieren dies, sogar die Europäer, und das ohne Murren. Es ist toll, hier zu sein, und es ist zum Kotzen, wenn ich an die Verhältnisse in Deutschland denke. Erwin Reiser |
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Rauchfreie
Restaurants Seit dem 8.August 2001 gilt in der Region Trentino (Norditalien) das am 14. Juli 2000 verfasste neue "Gesetz zum Schutz der Nichtraucher und der Angestellten" in Restaurants und Räumlichkeiten, in denen gegessen wird. Der unten abgebildete Hinweis der Tourismus-Organisation der Provinz Trentino muss an den betreffenden Lokalen bei der Eingangstür oder im Gastraum angebracht werden. Winfried Schmittel |
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WHO vereinbart Rahmenabkommen gegen den Tabakkonsum
Die Redakteurin Christina Berndt stellt in der Süddeutschen Zeitung vom 3. März 2003 auf Seite 1 prägnant die näheren Umstände dar, unter denen es trotz deutschen und amerikanischen Widerstands zur Anti-Tabak-Konvention kam.
Der "Schmutzige Aschenbecher" geht nach Berlin: Die Bundesregierung habe sich diese zweifelhafte Auszeichnung verdient, weil ihr Steuern und die Interessen der Industrie wichtiger seien als die Gesundheit ihrer Bürger, kritisierten jetzt unabhängige Organisationen. Deshalb schwäche Deutschland sogar den weltweiten Kampf gegen den Tabakkonsum, dem sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschrieben hat.
Am Wochenende haben sich in Genf 171 der 192 WHO-Mitgliedstaaten auf ein einzigartiges Vertragswerk geeinigt: die Anti-Tabak-Konvention, die den weltweiten "Killer Nummer eins" zurückdrängen soll. Die Bundesregierung nahm wieder einmal eine auffällige Sonderrolle ein. Erst nach langem Zögern bekannte sie sich zu dem gemeinsamen Text. Doch ebenso wie Washington kündigte Berlin bereits an, nicht zuzustimmen, wenn die Konvention im Mai endgültig verabschiedet werden soll. Damit isoliert sich die Regierung in der Europäischen Union. Als einziges EU-Land hat Deutschland Vorbehalte und könnte damit sogar die gesamte Gemeinschaft blockieren, weil Europa mit einer Stimme sprechen will.
Trotz allem ist man in Genf erst einmal froh über die Einigung. Tabak töte in jedem Land der Welt, "und wahrscheinlich kennen die meisten von uns jemanden, der daran gestorben ist", sagte WHO-Generalsekretärin Gro Harlem Brundtland. Künftig könnten Millionen Leben gerettet werden, denn mit der Konvention verpflichten sich die Staaten erstmals dazu, Maßnahmen gegen den Tod durch Tabak zu ergreifen. Höhere Steuern und Preise sind ebenso vorgesehen wie besserer Nichtraucherschutz. Zudem sollen Warnhinweise künftig ein Drittel der Schachteln einnehmen, und irreführende Angaben wie "mild" und "light" werden verboten. Gesündere Zigaretten gibt es schließlich nicht - Nikotin und Teer sind nur zwei von Hunderten schädlicher Stoffe im Rauch. Ursprünglich sah die Konvention auch ein umfassendes Werbeverbot vor. Doch dagegen wehrten sich Berlin und Washington erbittert, weil dies der Meinungsfreiheit widerspreche. "Ein Scheinargument", schimpft Friedrich Wiebel vom Ärztlichen Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit. Schon 1997 habe das Bundesverfassungsgericht ein Werbeverbot für möglich erklärt. Dennoch hatten Deutschland und die USA nun bei der WHO Erfolg. Länder, deren Verfassung ein vollständiges Werbeverbot unmöglich mache, heißt es jetzt in der Anti-Tabak-Konvention, sollen die Werbung eben nur so weit einschränken, wie es ihre Gesetze erlauben. Und noch in einem weiteren Punkt hat sich Berlin durchgesetzt: Infolge deutscher Intervention wird es weiterhin Zigarettenautomaten geben, auch wenn Jugendlichen mit einem Kartensystem der Zugang erschwert werden soll.
Mit ihren Einsprüchen habe die Bundesregierung verhindert, ausgerechnet junge Leute besser zu schützen, beklagt Wiebel. Werbung und Automaten hätten schließlich einen wesentlichen Anteil daran, dass junge Leute immer früher mit dem Rauchen anfingen. Je eher aber mit dem Rauchen begonnen werde, desto stärker sei die Gesundheit gefährdet. In Genf zeigte eine "Todesuhr", dass seit Beginn der Verhandlungen vor zweieinhalb Jahren 13,4 Millionen Menschen am Tabak gestorben sind. Die wenigsten davon sind erst als Erwachsene süchtig geworden.
WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle
gegründet
Am 12. Dezember 2002 wurde das WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum gegründet. Wissen und Erkenntnisse über das Ausmaß des Tabakkonsums bereitzustellen, tabakbedingte gesundheitliche und ökonomische Konsequenzen deutlich zu machen sowie wirksamkeitsüberprüfte Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums vorzuschlagen, sind die Kernarbeitsgebiete des neuen WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle. Der Name wurde von der WHO vorgegeben. Das europäische WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle befindet sich in Warschau. DKFZ-Pressemitteilung Nr. 40/2002
amnesty mit Raucherin auf Jagd nach Spenden
amnesty international (ai) ist ein Verein, der sich für Menschenrechte einsetzt. Selbstverständlich braucht dieser Verein wie viele andere auch Spenden, um seine Aufgaben wahrzunehmen. Doch dass er dies mit einem TV-Spot macht, in dem die Schauspielerin Franka Potente rauchend auftritt, ist nicht nur kinderfeindlich, sondern auch unökonomisch. Kinderfeindlich, weil ein besonders für junge Menschen schädliches Verhalten als nachahmenswert dargestellt wird, und unökonomisch, weil wissenschaftlichen Studien zufolge RaucherInnen unglaubwürdiger wirken als NichtraucherInnen. Aber vielleicht hat ai die Tabakindustrie als großzügigen Sponsor gewonnen?
Nichtraucher haben bessere Chancen bei der Partnersuche
Nichtraucher leben nicht nur gesünder, sondern haben auch bessere Chancen bei
der Partnersuche. Laut einer Untersuchung der Online-Partneragentur Parship (www.parship.de)
erhält ein Nichtraucher bei der Online-Partnersuche im Durchschnitt 45 Prozent
mehr Kontaktanfragen als ein Raucher. Nichtraucher sprächen sowohl ihre
Gesinnungsgenossen als auch Raucher an und würden von beiden Gruppen gerne
kontaktiert, hieß es. Umgekehrt gilt dies nicht: Nichtraucher bleiben lieber
unter sich und kontaktieren dreimal so viele Nichtraucher wie Raucher.
Interessanterweise bevorzugen Raucher demnach ebenfalls Nichtraucher.
"Vielleicht, um selbst leichter aufhören zu können", vermutet die
Parship-Geschäftsführerin Henrike Fröchling.
Saarbrücker Zeitung, 9.10.02
Fußball-Stars
werben gegen Zigaretten
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Die Fußball-Stars Paolo Maldini, Zinedine Zidane, Luiz Figo, Ebbe Sand und Michael Ballak sagen ebenso nein zu Zigaretten wie die Musik-Stars Moby, Tiziano Ferro und A-Teens. Diese Prominenten und viele mehr unterstützen die EU-Kampagne gegen das Rauchen, die 38 TV-Sender und über 5.000 Kinos in ganz Europa ausstrahlen. Unter www.feel-free.info können Bilder, Audios, Videos heruntergeladen werden. |
Das Buch ist ein gelungener Versuch, der raffinierten Bildersprache der Zigarettenwerbung etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Die Designerin Verena Böning hat zusammen mit dem Arzt Achim Wüsthof ein Buch geschaffen, das die Lügen von Freiheit und Abenteuer, Jugend und Schönheit entlarvt und zum Nachdenken anregt. Das ungewöhnliche Layout dürfte vor allem Jugendliche ansprechen, die die übliche Bildersprache von Aufklärungsbroschüren bzw. -postern - zu Recht - "ätzend" und "uncool" finden. (Kippen - ein Leben ohne Zigaretten, Urban & Fischer, München 2002, 77 Seiten, 14,95 Euro). Jochen Lüders
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Diese Internet-Seite richtet sich an alle Raucher, die einen finanziellen Grund suchen, das Rauchen aufzugeben. |
Selbsthilfegruppe
für Raucher in Dortmund
Bei Markus Siegel, der es von hundert auf null Zigaretten pro Tabak brachte, können sich entwöhnungswillige Raucher wertvolle Ratschläge holen. Nach seiner erfolgreichen Befreiung von der Nikotinabhängigkeit hat der Ex-Raucher eine Selbsthilfegruppe gegründet, die sich auf einen Stamm von derzeit 14 Personen stützt. Interessenten melden sich entweder telefonisch bei ihm unter ( 0231 28615 33 oder bei Angelika Grenzheuser, ( 0231 5311268. Anschrift von Markus Siegel: Sudermannstr. 32, 44137 Dortmund.
Schönheitskönigin -
wie lange noch?
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"Schönheit kommt von innen": Unter dieser anspruchsvollen Überschrift gibt die illustrierte vom 25. Januar 2003 ein Interview mit "Miss Schleswig-Holstein 2003" wieder. Das Titelbild zeigt die "Schönheitskönigin", wie sie mit der rechten Hand eine Zigaretten "graziös" schräg nach oben hält. Im anschließenden Text erfahren wir, dass auf ihrem Tisch "ein mit Zigarettenstummeln randvoller Aschenbecher" steht. "Selbst unausgeschlafen und ohne aufwändiges Outfit ist Babett Konau eine auffallend attraktive Frau", schwärmt die Reporterin Sibylle Bremer.
Die Naivität beider Frauen ist zu bewundern. Was glaubt wohl die 24-jährige "Miss", wie lange ihre Schönheit anhalten wird, wenn sie weiter so "stramm" raucht? Beide Frauen haben offensichtlich noch nie davon gehört, dass Nikotin die Blutgefäße verengt und dadurch die Sauerstoffzufuhr stark reduziert. Wer kennt nicht die blutleeren, grauen und faltigen Gesichter relativ junger Raucherinnen - Gesichter, deren Haut sich auch nach späterem Rauchstopp nicht wieder voll regeneriert!
Nun ist Babett Konau sogar zur Miss Germany 2003 gewählt worden. Da kann man der Tabakindustrie nur gratulieren.
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Das zehn Kilometer nördlich von Leipzig gelegene Zschortau beherbergt das Bio-Rittergut Rittmeyer. Dem Gesundheitspädagogen Ingo Rittmeyer wurde das Gut 1994 rückübereignet. Seitdem hat er das damals unbewohnbare Geburtshaus nach baubiologischen Gesichtspunkten saniert und das Grundstück nach den Grundsätzen des biologischen Landbaus bewirtschaftet. Nach vier Jahren harter Arbeit mit häufiger Übernachtung im VW-Bus konnte er 1998 ins Wohnhaus einziehen. Das erleichterte die Einrichtung eines Hofladens, in dem er allmählich das gesamte Naturkostsortiment anbieten konnte. Im Hofladen hält der Verfasser von Vollwertkost- und Naturheilkunde-Büchern auch seine Vorträge über gesundheitsrelevante Bedingungen vor durchwegs interessierten Zuhörern.
Fünf der Wohnungen vermietet Ingo Rittmeyer an Urlauber, die eine Unterkunft in einem Bio-Haus schätzen. Von Anfang an hat er nur Menschen als Mitarbeiter und ebenso als Gäste aufgenommen, die akzeptieren, dass auf dem Hofgelände, auf den Feldern und natürlich auch im Haus mit den Ferienwohnungen absolutes Rauchverbot gilt. Anschrift:
Bio-Rittergut Rittmeyer, Kreuma 23, 04509 Zschortau, ( 034294 73110, ( 73112,
info@bio-rittergut.de, www. bio-rittergut.de

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26./27.
April 2003 Mitgliederversammlung
der Nichtraucher-Initiative Deutschland
e.V. und Informationsaustausch
der Nichtraucher-Initiativen in
Oberwesel '
089 3171212 16./17.
Mai 2003 6.
Deutsche Nikotinkonferenz in
Erfurt '
0361 64508-0 3.
bis 8. August 2003 12.
Weltkonferenz Rauchen
oder Gesundheit in
Helsinki wctoh2003@congcreator.com www.wctoh2003.org |
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Unterrichtseinheiten über die vollwertig-vegetarische Lebensweise für Schulen und Kindergärten entwickeln auf der Tagung
vom 9. bis 11. Mai 2003 in Gelchsheim bei Würzburg Informationen und Anmeldung: Vegetarier-Bund Deutschlands
e.V. Karin Petersen Oldekopstr. 8 – 30659 Hannover Tel. 0511 651526 – Fax 9055358 karin-petersen@onlinehome.de |
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Das Nichtraucher-Info ist ein
Ein Teil des Nichtraucher-Infos |