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Public Relations für eine "Mörderbande" |
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Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause
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Montag, 26. Juni 2006 |
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Der eine forscht und findet Reparaturmechanismen, die Schäden am DNA-Erbgut beheben können, der andere verkauft Produkte, die das DNA-Erbgut schädigen. Beim ersten handelt es sich um Thomas Carell, Wissenschaftler an der LMU München, beim zweiten um den Tabakkonzern Philip Morris. Beide arbeiten sozusagen Hand in Hand zum beiderseitigen Nutzen. Das lässt sich der Hersteller von todbringenden Produkten auch etwas kosten: Die 100 000 Euro für den Philip-Morris-Preis - je 25.000 für jeden Forscher*) - sind jedoch gut angelegt. Denn kaum ein anderes Public-Relations-Instrument ist so gut dafür geeignet, Sympathie in der Öffentlichkeit zu erzeugen, wie eine Preisverleihung. Diese findet heute Abend auf dem Riemer Messegelände statt.
Und Thomas Carell? Der freut sich über das Geld und die Auszeichnung. Ihn kümmert nicht die makabre Anerkennung, die Intension seines "Partners", sondern ausschließlich seine Eitelkeit. Dafür lässt er sich gern zum Handlanger einer "Mörderbande" machen. Diese Bezeichnung wählte Everett Koop, der damals höchste US-Gesundheitsbeamte (Surgeon General), als er die Einladung zu einer Fernsehdiskussion mit Managern der Tabakkonzerne ablehnte ("Mit dieser Mörderbande diskutiere ich nicht").
Ernst-Günther Krause geschäftsführender Vizepräsident
*) die Professoren Thomas Carell, Hannah Monyer, Bernhard Rieger und Joachim Ullrich
Für die geladenen Gäste ließ Philip Morris einen roten Teppich auslegen. Deshalb fielen die rechts und links vom Ärztlichen Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit, von der NID und von Klaus Klages, der sich selbst als "Anti-Tabak-Aktivist" bezeichnet, präsentierten Plakate und Spruchbänder erst recht auf. Manchen Philip-Morris-Preis-"Gästen" war es anzusehen, dass ihnen die Demonstration unangenehm war.
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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 3. Oktober 2006 )
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