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Nichtraucher-Info Nr. 68 - IV/07 Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Donnerstag, 4. Oktober 2007

Rauchen verlagern – doch wohin?

Die Schulen in Bayern und in fast allen anderen Bundesländern sind rauchfrei. Lehrkräfte und Schüler müssen das Schulgelände verlassen, wenn sie ihre Glimmstängel zur Befriedigung ihrer Sucht in Asche verwandeln wollen. In den meisten Fällen ist der Bürgersteig der Ort, an dem sie das ganze Jahr über qualmen können – zum Leidwesen mancher Bewohner, Fußgänger und Radfahrer. Was vorher unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschah, vollzieht sich jetzt für alle sichtbar.

Das hat verschiedene Auswirkungen: Nichtrauchende Passanten sprechen von einer Werbung fürs Rauchen und verlangen dessen Rückverlagerung in einen abgegrenzten Bereich des Schulhofs. Mütter mit Kindern an der einen, den Kinderwagen mit der anderen Hand schiebend, quälen sich jetzt durch Gruppen von rauchenden Schülern, die dicht gedrängt Fuß- und Radweg blockieren. Es kommt immer wieder zu kleinen Rempeleien und Beinahe-Stürzen vom Fahrrad – nicht absichtlich herbeigeführt, sondern durchwegs der Unaufmerksamkeit geschuldet.

Für manche nichtrauchende Anwohner bedeutet Rauchen auf dem Bürgersteig oft eine starke gesundheitliche Belastung. Während der Schulpausen können sie kein Fenster öffnen, weil ihre Wohnung sonst zum Rauchsalon wird. Wer berufliche Schulen mit vielen volljährigen Schülern in seiner unmittelbaren Nachbarschaft hat, trägt das größte Gesundheitsrisiko. Zwar vermindert sich die Belastung mit der Entfernung, doch wie Feinstaubmessungen zeigen, ist selbst in 30 Metern Abstand von einer Rauchquelle die Atemluft noch lange nicht rauchfrei.

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Zwanzig Meter vom Schuleingang entfernt liegt der Bürgersteig, auf dem die Berufsschüler rauchen dürfen. Der Rauch dringt vom Bürgersteig bis zum dritten Stock hoch!

So verdrei- und und vervierfachte sich zum Beispiel während der Pausen die Menge der für Tabakrauch spezifischen PM2,5-Parti¬kel. Unter dieser Belastung litten früher die Schüler in den Räumen an der Nordwestseite der Berufsschule, nach dem Rauchverbot auf dem Schulgelände sind es nun die Schüler auf der Südostseite.

Ein Zahlenbeispiel:

  • Berufsschule in einer Großstadt
  • 800 Schüler täglich
  • 480 rauchende Schüler (60 %)

Wenn nur die Hälfte der rauchenden
Schüler, das sind 240, in der Pause eine Zigarette qualmt, quillt der Bürgersteig buchstäblich von Menschen über. Behinderungen auf dem für ganz andere Zwecke eingerichteten Gehsteig sind die Folge. Befindet sich dann noch unmittelbar daneben ein Radfahrweg oder eine Autostraße, erhöht sich das Gefahrenpotenzial noch einmal beträchtlich.

Das soll kein Plädoyer gegen eine rauchfreie Schule sein, es soll lediglich deutlich machen, dass Rauchverbote allein das Problem Rauchen und Passivrauchen nicht lösen können.

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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 1. März 2011 )