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Nichtraucher-Info Nr. 72 - IV/08 Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Donnerstag, 21. August 2008

Ist Rauchen dumm oder macht Rauchen dumm?

Wohl beides. Rückblickend schätzen viele Ex-Raucher ihr Rauchen als äußerst dummes Verhalten ein und Wissenschaftler liefern immer mehr Beweise dafür, dass Rauchen zum frühzeitigen geistigen Verfall führt. Es lohnt sich deshalb immer, so früh wie möglich aufzuhören, denn die besonders gravierenden Folgen des Rauchens für die Gesundheit sind mittel- und langfristiger Natur.

Die Logik leidet am meisten

ImageDie Wissenschaftlerin Séverine Sabia vom Forschungsinstitut INSERM in Villejuif, Frankreich, legte unlängst die Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie vor, die das Fachjournal Archives of Internal Medicine veröffentlichte. Zugrunde liegen die Daten der Whitehall-II-Stu¬die mit über 10.000 Staatsbediensteten des Regierungsbezirks London. Die 35- bis 55-jährigen Studienteilnehmer wurden in einer ersten Studienphase (1985 bis 1988) zu ihren Rauch-gewohnheiten befragt. Eine wiederholte Befragung Jahre später in der fünften Studienphase (1997 bis 1999) und zusätzliche kognitive Tests ergaben, dass Raucher gegenüber Nichtrauchern ihre geistige Leistungsfähigkeit einbüßen. Betroffen waren vor allem Gedächtnis, Wortfindung und Logik. Ex-Raucher, die bereits in Phase 1 dem Qualm abgeschworen hatten, wiesen allerdings deutlich bessere Ergebnisse auf als Teilnehmer, die weiterhin rauchten. Noch deutlicher traten diese Unterschiede der geistigen Leistungsfähigkeit in einer siebten Untersuchungsphase (2002 bis 2004) zutage.

Die Testergebnisse belegen, dass mehr Raucher als Nichtraucher für Nachuntersuchungen in der Folgezeit nicht mehr zur Verfügung standen. Dies hatte zweierlei Gründe: Erstens wollten sich viele Raucher nicht wiederholt untersuchen lassen, und zweitens wiesen Raucher ein erhöhtes Todesrisiko auf. Die Ergebnisse zeigen jedoch auch, dass sich die Tabakentwöhnung in mittleren Lebensjahren lohnt. Zwar spielten sozioökonomische Faktoren und das Gesundheitsverhalten bei den Ergebnissen eine Rolle, doch schnitten Raucher auch nach Berücksichtigung dieser Faktoren schlechter ab. Wegen des Verlusts an rauchenden Teilnehmern im Verlauf der Studie befürchtet die Wissenschaftlerin sogar eine noch größere Wirkung des Rauchens, als die Studienergebnisse dies belegen konnten.

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Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 1. März 2011 )