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Seite 14 von 35 Nikotinsüchtiges Popsternchen Annett Louisan NID-Mitglied Ingrid Grupe aus Benningen am Neckar nahm einen Bericht von Jörg Böckern im KulturSPIEGEL über die Popsängerin Annett Louisan, 31 Jahre, in einem Leserbrief aufs Korn: Ich lese den Spiegel jetzt bald 30 Jahre, davon seit vielen Jahren als Abonnentin, so dass ich auch den Kulturspiegel erhalte. Ich hatte bisher immer eine hohe Meinung vom Spiegel. Mit völligem Entsetzen habe ich jedoch den oben genannten Artikel gelesen und frage mich ernsthaft, ob selbst in Ihrem Hause der Einfluss der im Buch von Stefan Bonner und Anne Weiss beschriebenen "Generation Doof" jetzt überhand nimmt. Wie sonst lässt es sich erklären, dass Sie den verantwortungslosen Absonderungen des offensichtlich nikotinsüchtigen Popsternchens Annett Louisan, von denen man den Eindruck gewinnen muss, sie seien von der skrupellosen Tabaklobby verfasst (die ja anscheinend auch schon ihr gewogene Politiker wie Norbert Röttgen mit vorformulierten Texten, die dann leider verräterische Schreibfehler aufwiesen, ausgestattet haben soll), eine ganze Seite widmen. Frau Louisans neue CD, um die es in einem Kulturspiegel doch gehen sollte, wird dagegen gerade einmal in zwei Zeilen am Schluss erwähnt. Wenn Frau Louisan aus Trotz und Unreife Ihre Gesundheit massiv schädigt, ist das in erster Linie ihre Sache, lässt allerdings vermuten, dass ihr Verstand perfekt zur Kleinmädchenstimme passt. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn sie durch ihr kindisches Verhalten andere mitschädigt. Schon ein Minimum an Anstand und Erziehung gebieten, dass man wenigstens um Erlaubnis fragt, bevor man seine Mitmenschen einqualmt und sich bei Ablehnung einen Platz sucht, an dem man andere nicht vergiftet. Auch wenn es Tabaklobby und Nikotinsüchtigen nicht passt, steht mittlerweile eindeutig fest, dass auch Passivrauchen höchst gefährlich ist. Daher handelt es sich beim Einqualmen durch uneinsichtige Nikotinabhängige keineswegs nur um eine geringe Belästigung, sondern es grenzt schon an Körperverletzung, d. h. kriminelles Verhalten. Im Spiegel selbst erschienen ja mehrfach Artikel (z.B. 24/2006 und 34/ 2006), die sich ausführlich mit diesem Thema und auch mit den Versäumnissen unserer Bundesregierung beschäftigten. Es dürfte jedem halbwegs anständigen und vernunftbegabten Menschen klar sein, dass seine Freiheit dort endet, wo andere beeinträchtigt werden. Warum sollte dies ausgerechnet für die sich und ihre Umgebung schädigenden Raucher nicht gelten? Sich auch noch über die negativen Reaktionen ihrer Opfer zu beschweren, die sich völlig zu Recht gegen das Vergiften wehren, ist wohl nur als dummdreist zu bewerten, und man selbst einmal am eigenen Leib erfährt wie es ist, wenn der pestilenzartige Zigarettengestank und die Qualmwolken rücksichtsloser Nikotinjunkies Migräne, extreme Atemnot oder gar einen Herzinfarkt auslösen. Vielleicht würde auch der Anblick von Exrauchern, die sich in einer Klinik die Lunge aus dem Leib husten oder Kehlkopfkrebs und Raucherbeine entwickelt haben, ja zu einem Umdenken führen... Wie groß wäre wohl Frau Louisans Toleranz, wenn sie beispielsweise durch Lösemitteljunkies regelmäßig mit dem Tabakrauch vergleichbar stinkenden und gesundheitsschädigenden Substanzen eingenebelt würde oder gezwungen wäre, sich länger in asbest- oder holzschutzmittelverseuchten Räumen aufzuhalten? In meinen Augen wird es Zeit, dass man – wie von vielen Ärzten gefordert – Raucher endlich als behandlungsbedürftige Suchtkranke anerkennt, statt ihr schädigendes Verhalten weiterhin als kleines Laster abzutun. Sollte der Kulturspiegel zum Forum für Süchtige verkommen, werde ich ihn zukünftig ungelesen im Papiercontainer entsorgen bzw. mir überlegen, ob ich mein Spiegel-Abonnement nicht lieber kündige. Louisan-Bericht im KulturSPIEGEL: www.spiegel.de/kultur/gesellschaft Zurück zum Inhaltsverzeichnis
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