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Franz Adlkofer - ein Lügner und Betrüger

Prof. Dr. Franz Adlkofer, derzeit Sekretär der vom Verband der Cigarettenindustrie gegründeten und finanzierten Stiftung Verum, hat ein kaum zu glaubendes Beispiel dafür geliefert, mit welch krimineller Energie die mit der Tabakindustrie verbundenen Wissenschaftler zum Schaden von Millionen Menschen vorgehen. Bei der Anhörung des Gesundheitsausschusses zum Nichtraucherschutz-Gesetz hatte er als wissenschaftlichen Beleg dafür, daß die Ergebnisse von Studien über die Gesundheitsschädlichkeit des Passivrauchens umstritten und fragwürdig sind, angeführt, daß die Zeitschrift Circulation, das Organ der amerikanischen Herz-Gesellschaft, seine Zuschrift veröffentlichen wolle (was kurz darauf auch geschehen ist). Darin sei er kritisch auf die Ergebnisse einer Studie von Kawachi und Mitarbeitern eingegangen, die von einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten durch Passivrauchen berichteten.

Wie kam es zur Veröffentlichung von Adlkofers Zuschrift? Ganz einfach: Von der Circulation-Redaktion befragt, versicherte Adlkofer am Ende seiner Zuschrift: "Ich erkläre kategorisch, daß ich in keiner Weise, weder finanziell, wirtschaftlich, noch in anderer Art eine Verbindung zur Zigarettenindustrie habe." Diese Behauptung ist eine glatte Lüge. Mit ihr hat er sich den Abdruck seiner Zuschrift erschlichen.

Tatsache ist, daß Adlkofer seit mehr als 25 Jahren der führende wissenschaftliche Vertreter der deutschen Zigarettenindustrie ist. Er war langjähriger Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des Verbandes der Cigarettenindustrie (mindestens von 1976 bis 1996) und hat in allen wissenschaftlich orientierten Einrichtungen dieses Verbandes eine Spitzenposition (Geschäftsführer/Sekretär) eingenommen:

1. Forschungsgesellschaft Rauchen und Gesundheit mbH, Hamburg

2. Forschungsrat Rauchen und Gesundheit (1972-1992)

3. Stiftung Verum (Verhalten und Umwelt), München (seit 1992)

4. Biologisch-analytisches Forschungslabor, Prof. F. Adlkofer, München (seit 1992)

Wer angesichts dieser Tatsachen das Gegenteil behauptet, ist ein Lügner und Betrüger. Leider ist dies kein Straftatbestand. Der Abschnitt 22 Strafgesetzbuch (Betrug und Untreue) widmet sich Betrügereien, die zu Vermögensvorteilen für Betrüger oder Vermögensnachteilen für Betrogene führen. Mit einem neuen Paragraphen könnte dem geschilderten Treiben Adlkofers und anderer Einhalt geboten werden:

Wer sich mit falschen Behauptungen die Veröffentlichung einer Zuschrift erschleicht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren.

Ernst-Günther Krause


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