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DGB-Schulte Pfeifenraucher des Jahres

Das Tabak-Forum, ein Zusammenschluß von Herstellern und Importeuren von Pfeifen und Tabak, verlieh dem Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dieter Schulte, den Titel "Pfeifenraucher des Jahres 1998". Die Laudatio hielt Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt.

Diese "Ehrung" deutet an, warum sich der DGB gegen das Nichtraucherschutz-Gesetz gestellt hat. In einem Interview des Tabak-Forums antwortet Schulte nämlich auf die Frage, was er vom Nichtraucherschutz-Gesetz hält: "Wissen Sie, es ist immer schlecht, wenn der Gesetzgeber handeln muß, gerade im zwischenmenschlichen Bereich. Auch hier sollte das Gebot der Toleranz gelten. Wenn das so wäre, müßte man kein Gesetz zum Schutz der Nichtraucher diskutieren. Die Menschen sind eben unterschiedlich. Außerdem würde mit so einem Gesetz nur eine Gruppe berücksichtigt, nämlich die der Nichtraucher."

Kommentar: Es ist das Recht Schultes, für sich ganz persönlich zu entscheiden, ob er Pfeife raucht oder auch nicht. Eine ganz andere Frage ist aber, ob er mit seiner Entscheidung, den Titel "Pfeifenraucher des Jahres" anzunehmen, nicht seine Funktion als Vorsitzender eines Verbandes von Einzelgewerkschaften mit fast zehn Millionen Mitgliedern mißbraucht hat. Denn ohne diese Funktion hätte ihn das Tabak-Forum sicher nicht zum Werbeträger eines Produkts gemacht, das Jahr für Jahr tausenden Menschen Bronchitis, Lippen-, Mundhöhlen-, Magen- und Darmkrebs sowie Lungenkrebs, Herzinfarkte und zahlreiche andere Krankheiten beschert. Anständige Menschen lehnen einen solchen Titel ab. EGK

Aufruf

Schreiben Sie dem DGB-Vorsitzenden, was Sie von seiner Titelannahme halten. Fordern Sie von ihm die Unterstützung des Nichtraucherschutz-Gesetzes, denn die Mehrheit auch der Gewerkschaftsmitglieder ist klar dafür, den Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen.

Schreiben Sie aber auch der stellvertretenden DGB-Bundesvorsitzenden Dr. Ursula Engelen-Kefer. Fordern Sie von ihr eine Stellungnahme zum Schulte-Verhalten. Verlangen Sie von ihr, die Interessen auch jener Gewerkschaftsmitglieder zu vertreten, die zu Millionen unter dem gesundheitsschädlichen Tabakqualm leiden. Anschrift:

DGB - Bundesvorstand

Hans-Böckler-Str. 39

40476 Düsseldorf

Tel: (02 11) 4 30 10 - Fax 4 30 14 71


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