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Raucher sollten kein Betacarotin nehmen

Einige der vermeintlich so gesunden Vitaminpillen können das Risiko von Rauchern, an Lungenkrebs zu erkranken, weiter in die Höhe treiben. Jedenfalls dann, wenn die Pillen größere Mengen von Provitamin A (Betacarotin) enthalten. Wissenschaftler um den Pharmakologen M. Paolini von der Universität Bologna/Italien haben nun eine mögliche Erklärung gefunden.

Demnach werden bei Rauchern unter dem Einfluss von Betacarotin in den Lungenzellen Fermente (Enzyme) aktiv, die potenziell schädliche Substanzen im Zigarettenrauch erst richtig aggressiv machen. Zellen, die große Mengen jener Fermente enthalten, sind außerdem besonders anfällig für den Angriff freier Radikale. Das sind elektrisch geladene, aggressive Teilchen, die im Stoffwechsel anfallen. Freie Radikale können die Erbsubstanz schädigen und so ebenfalls zu Krebs führen. Das Paradoxe daran: Betacarotin galt lange Zeit als ideales "Raucher-Vitamin", weil es auch in der Lage ist, freie Radikale abzufangen.

Berliner Morgenpost, 8.9.99


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