Home arrow Zeitschrift Nichtraucher-Info arrow Nichtraucher-Info 2007 arrow Nichtraucher-Info Nr. 65 - I/07
Menu
Home
Neuigkeiten
Nichtraucherschutz
Informationen
Zeitschrift Nichtraucher-Info
Links
Mitglied werden
Sitemap
Impressum und Kontakt
Schriftgröße wählen
Nichtraucher-Info Nr. 65 - I/07 Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Dienstag, 12. Dezember 2006

Was ist eine frische Speise?

Diese Frage gilt es nämlich erst zu klären, will man einigermaßen realistisch einschätzen können, wie viele Beschäftigte durch Ausnahmen vom Rauchverbot betroffen sind – von den Gästen einmal ganz abgesehen.
 
Nahezu alle Beherbergungsbetriebe bieten Übernachtung mit Frühstück an. Die Semmeln zum Frühstück müssen bekanntlich nicht vom Bedienungspersonal zubereitet werden, sie werden von der Bäckerei geliefert. Auch die Marmelade, der Honig, die Wurst und der Käse können verpackt an den Frühstücktisch gelangen. Einzig der Kaffee, der Tee und die Milch erfordern ein Eingreifen des Personals – zumindest dann, wenn das Selbstbedienungspotenzial der Gäste noch nicht durch die Bereitstellung von Automaten genutzt wird. Nur das Abräumen zwischendurch oder nach dem Frühstück müsste das Personal übernehmen. Da beim Frühstück keine frischen, sondern nur verpackte Speisen gereicht werden, dürfte per Definition kein Rauchverbot gelten.

Viele Hotels, Pensionen, Gasthöfe und Restaurants haben einen Barbereich (Bar-Theke), der sich in dem Raum befindet, in dem Speisen und Getränke gereicht werden. Darf dann an der Bar geraucht werden? Was gilt, wenn sich die Bar in einem eigenen Raum befindet?
Für kleine Gaststätten mit geringem Speisenangebot (Bistros) gilt künftig ein Rauchverbot. Was aber, wenn diese Bistros auf fabrikmäßig zubereitete Speisen umstellen, die nur noch in der Verpackung warm gemacht werden? Gelten diese Speisen dann als frisch oder sind sie mit Knabbermischungen gleichzusetzen? Ist eine Pizza aus dem Eisfach eine frische Speise? Dürfen gebrannte Mandeln oder Maroni in einer Kneipe erst dann gereicht werden, wenn sie abgekühlt sind?

Image176.000 Menschen arbeiten allein in den Schank- und Unterhaltungsbetrieben, in denen das Personal die Gäste außer mit Getränken nur noch mit Erd- und Haselnüssen, Brezelstangen und anderen vergleichbaren Produkten bedient. Mehrere hunderttausend Menschen arbeiten in Unternehmen des Gastgewerbes, bei denen es – legt man die Definition der Arbeitsgruppe Nichtraucherschutz zugrunde – Abgrenzungsprobleme gibt. Soll der geringe Unterschied zwischen Speisegaststätten als Grund dafür herhalten, Personal und Gäste in Lebensgefahr zu bringen.

 Gerade in der Gastronomie arbeiten vor allem jüngere Menschen, unter ihnen mehrheitlich Frauen im gebärfähigen Alter. Angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse, wonach Passivrauchen nicht nur für Schwangere, sondern auch und gerade für im Mutterleib heranwachsende Kinder ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt, wirken die Ausnahmevorschläge der Arbeitsgruppe geradezu makaber.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 1. März 2011 )