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Nichtraucher-Info Nr. 66 - II/07 Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Samstag, 14. April 2007

Evangelisches Magazin chrismon auf Abwegen

Das evangelische Magazin chrismon gab Mark Kuntz, dem Autor des Buches "Der letzte Raucher", in der Januar-Ausgabe Gelegenheit, seine obskuren Gedanken über die tollen Raucher und die miesen Nichtraucher auf zwei Seiten leicht lesbar darzustellen. Welche Zielrichtung Mark Kuntz und die Redaktion dabei verfolgen, wird schon im Titel erkennbar: "Rauchen? Das kann töten. Aber es ist so gesellig! Innenansichten einer fragwürdigen Vorliebe" (Fettdruck auch im Original).

Wenn so ein Artikel in einer Tabakzeitung erschienen wäre, würde sich niemand wundern – aber in chrismon, einer Zeitschrift der evangelischen Kirche, als deren Herausgeber die Bischöfe Johannes Friedrich, Wolfgang Huber und Margot Käßmann fungieren? Obwohl – Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, scheut den Kontakt zur Tabakindustrie nicht. Am 8. März 2006 traf er sich in der Zentrale des Verbandes der Cigarettenindustrie (VdC) in Berlin zu einem Gespräch über „Freiräume“. Den Begriff interpretierte der VdC mit „sich einzumischen und sich einzubringen in gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Prozesse. Auch Freiräume in der Ökumene und in der Auseinandersetzung mit anderen Religionen" (vgl. Nichtraucher-Info Nr. 62). Es macht sehr nachdenklich, wenn neun Monate später der Verfasser eines Buches, für das in "Die Tabakzeitung" geworben wurde, seine Ansichten in "Hubers Magazin" verbreiten darf.

Die Leser reagierten in großer Zahl sehr negativ auf den Artikel. Als Reaktion darauf sandte der Leitende Redakteur Eduard Kopp allen Leserbrief-schreibern, die per E-Mail ihrer Empö-rung Ausdruck gegeben hatten, eine Rechtfertigungs-Mail. Doch überzeugen konnte er damit wohl niemand.

Es ist erstaunlich, dass in der Februar-Ausgabe von chrismon keine Leserbriefe mit Bezug auf christliches Gedankengut veröffentlicht wurden. Des-halb seien hier zwei wiedergegeben:

"Mark Kuntz pervertiert die christliche Botschaft. Statt 'Liebe Deinen Nächsten!' propagiert er 'Schade Deinem Nächsten!'. Offensichtlich scheint das die Redaktion des evangelischen Magazins, das von Bischöfen herausgegeben wird, nicht zu stören."
Udo Hattwig, Karlsfeld

"Mark Kuntz hat Psychologie studiert. Aber es scheint ihm nichts geholfen zu haben. Er lügt sich weiterhin an, indem er alle möglichen und unmöglichen Gründe für ein Verhalten anführt, das so unchristlich ist, wie nur wenige andere – den Selbstmord in Raten.
Und sich dann noch darüber aufzuregen, dass Raucher dorthin verbannt werden, wo sie höchstens sich selbst schaden können, ist nicht nachzuvollziehen angesichts der Tatsache, dass auf den Zigarettenpackungen deutlich zu lesen ist: "Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu". Würde Jesus rauchen? Sicher nicht. Würde Jesus anderen Menschen schaden? Sicher auch nicht."

Ernst-Günther Krause, Unterschleißheim

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