Tabakprävention wichtiger als Behandlung
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Samstag, 29. Dezember 2012

Drogenbeauftragte Dyckmans Sprachrohr der Pharmaindustrie

Die Empfehlung der Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans, Arzneimittel für die Tabakentwöhnung von den Krankenkassen erstatten zu lassen, ist ein typischer Fall der Verbeugung vor der Pharmalobby. Die FDP-Politikerin macht genau das, was ihre Partei als Koalitionspartner in der Bundesregierung schon immer getan hat, nämlich als Interessenvertretung der Pharmaindustrie und der Tabakindustrie zu fungieren.

Tatsache ist, dass die Mehrheit der Raucher nikotinsüchtig ist. Tatsache ist aber auch, dass die meisten Raucher erst dann vom Tabak lassen, wenn sie erhebliche gesundheitliche Schäden erlitten haben. Diese sind häufig irreversibel. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus 2009 des Statistischen Bundesamtes. Danach sind erwerbstätige frühere Raucher um 47 % häufiger krank als Nie-Raucher. Die erwerbstätigen aktiven Raucher sind etwas seltener krank als die früheren Raucher, nämlich "nur" um 32 % häufiger als die Nie-Raucher (Mikrozensus 2003: 63 % bzw. 39 %).

 

Wer mit dem Rauchen aufhören will, entschließt sich häufig erst dann, wenn es zu spät ist, wenn unumkehrbare gesundheitliche Schäden eingetreten sind. Deshalb ist Prävention wichtiger als Behandlung. Aber viele effektive Maßnahmen lehnt die Drogenbeauftragte ab. Lieber lässt sie die Solidargemeinschaft dafür bezahlen, dass die Tabakindustrie Produkte verkaufen darf, die süchtig und krank machen, und die Pharmaindustrie durch den Verkauf von Medikamenten profitieren kann.

Tatsache ist, dass bisher keine von der Pharmaindustrie nicht finanzierten unabhängigen Studien vorliegen, die einen erheblichen Vorteil medikamentenunterstützter Tabakentwöhnung aufzeigen. Wenn schon Medikamente bei der Tabakentwöhnung zum Einsatz kommen sollen, dann soll sie der Verursacher bezahlen: die Tabakindustrie.

Ernst-Günther Krause

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 29. Dezember 2012 )