Raucher mit großer Mehrheit für Rauchverbote zum Schutz von Kindern
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Samstag, 7. September 2019

Rauchverbote auf Spielplätzen sowie im Auto und in Wohnräumen, wenn sich darin Kinder befinden, sowie ein Tabakwerbeverbot stehen ganz vorn im Katalog der Maßnahmen, die sich die knapp 2000 befragten Männer und Frauen im Alter von 18 bis 74 Jahren wünschen. Das geht aus einer von der Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID) bei der GfK, dem größten deutschen

Nicht nur rund 90 Prozent der Nichtraucher, sondern auch 80 Prozent der Raucher sind für ein Rauchverbot auf Kinderspielplätzen sowie ein Rauchverbot im Auto im Beisein von Kindern. Ein Rauchverbot in Wohnräumen, wenn sich darin Kinder befinden, befürworten 85 Prozent der Nichtraucher sowie zwei von drei Rauchern. Unter allen Befragten gibt es für diese drei Maßnahmen satte Mehrheiten zwischen 80 und 88 Prozent.

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Zweck der Umfrage

Mit der Umfrage wollte die NID ermitteln, welche Maßnahmen zur Reduzierung des Rauchens und für einen wirksamen Nichtraucherschutz in der Bevölkerung am meisten Zustimmung finden. Da die Antworten zu diesem Thema erfahrungsgemäß sehr stark vom Rauch-/Nichtrauchverhalten abhängen, wurde bei dieser wie schon bei früheren Erhebungen seit 1997 auch nach dem Tabakkonsum gefragt. Wie wichtig diese Trennung für die Auswertung ist, zeigte sich auch prompt.

Nichtraucher befürworten alle, Raucher nur sechs von sechzehn Maßnahmen


Während die Nichtraucher alle sechzehn Vorgaben mit Mehrheiten zwischen 90,9% und 53,7% befürworten, stimmen die Raucher nur sechs dieser Vorgaben zu. Dazu gehört auch das „Verbot der Tabakwerbung zum Schutz von Kindern“, das 62,9% der Raucher für erforderlich halten. Mit 13,9% und 15,7% ganz weit abgeschlagen landen bei den Rauchern die Vorgaben „Rauchverbot auf Sitz- und Parkbänken“ sowie „Rauchverbot auf Bürgersteigen und in Fußgängerzonen“.

Mehr Schutz für Kinder im Elternhaus

Die Hoffnung, dass immer mehr Eltern dem Schutz ihrer Kinder vor den Gesundheitsgefahren des Passivrauchens Priorität einräumen, wird durch die Ergebnisse der Repräsentativstudie gestützt. 87,6% der Befragten mit zwei Kindern bis 15 Jahre im Haushalt halten ein Rauchverbot in Wohnräumen für sehr wichtig (69,6%) bzw. eher wichtig (18,0%). Das ist deutlich mehr als der Durchschnitt (79,5%). Diese Schlussfolgerung wird gestützt von den Daten für Vier- und Mehrpersonen-Haushalte, bei denen Rauchverbote fünf Prozentpunkte mehr Zustimmung finden alle Haushalte im Durchschnitt.

Unterschiede zwischen Ex-Rauchern und Nie-Rauchern

Aus Repräsentativbefragungen zu diesem Themenkreis ist bekannt, dass die Antworten von Ex-Rauchern und Nie-Rauchern aufgrund gegensätzlicher Interessen nicht identisch ausfallen. Auch diese Erhebung bestätigt diese Erfahrungen. Der Unterschied liegt zwischen 1,0% (Rauchverbot im Auto, wenn Kinder mitfahren) und 17,2% (Erhöhung der Tabaksteuer zur Reduzierung des Rauchens).

Gegenwärtig 71 Prozent Nichtraucher und 29 Prozent Raucher

Immer mehr Menschen lassen die Finger von Zigaretten, Zigarren, Zigarillos und Pfeifen. 28,7% der Befragten gaben an, Konsumenten dieser Produkte zu sein. Die Mehrheit der 18- bis 74-Jährigen, 71,3% (2017: 67,6%), outete sich als Nichtraucher. 39,2% haben noch nie geraucht oder es höchstens einmal probiert. Früher gelegentlich oder regelmäßig geraucht haben 32,1%.

Rekordzahl an Nichtrauchern unter jungen Erwachsenen

Auch 2019 setzt sich der Trend zu immer mehr Nichtrauchern in den jüngeren Altersgruppen fort. 75,7% der 18- bis 29-Jährigen bezeichnen sich als Nichtraucher. Bei der GfK-Umfrage 2017 waren es nur 71,5%. Der Anteil der Raucher sank in dieser Altersgruppe von 28,5% auf 24,2%.

Stellungnahme der Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID) zum Umfrageergebnis

Für die Nichtraucher-Initiative Deutschland stellt das Umfrageergebnis eine starke Handlungsaufforderung an die Politik dar: „Regierung und Parlament müssen beim schon jahrelang diskutierten Schutz der Kinder vor Tabakrauch im Kleinstraum Auto und den giftigen Zigarettenkippen auf Spielplätzen endlich Nägel mit Köpfen machen“, erklärt Ernst-Günther Krause, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der NID. „Wer über so klare Mehrheiten in der Bevölkerung hinwegsieht, braucht sich über Zweifel an der Handlungsfähigkeit der Groko nicht zu wundern. 78 Prozent der Nichtraucher und 63 Prozent der Raucher befürworten ein Verbot der Tabakwerbung. Das ist ein eindeutiger Auftrag an die Volksvertreter, jede Verzögerung schadet ihrem Ansehen.“

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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 25. September 2019 )