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Genusstrottel Jonitz Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Donnerstag, 1. September 2011
Der Berliner Ärztekammerpräsident Günther Jonitz hielt vor Tabakhändlern einen Vortrag. Mit den darin geäußerten Thesen hat er sich als "Genusstrottel" geoutet...

Dr. Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer, dachte sich wohl, er könne seine Thesen ohne öffentliche Wahrnehmung den versammelten Tabakhändlern nahe bringen. Und beinahe wäre seine Erwartung auch erfüllt worden. Doch die Herzogs Zigarrenlager am Hafen GmbH & Co. KG, Stralauer Allee 9, 10245 Berlin, machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Auf der Webseite www.herzog-am-hafen.de, die der Geschäftsführer des Zigarrenlagers Dr. Maximilian Herzog verantwortet, ist ein Bericht über die kruden Vortragsäußerungen des Ärztekammerpräsidenten bei der Veranstaltung am 4. Mai 2011 zu lesen, untermalt mit 40 Fotos von zigarre-rauchenden fast ausschließlich männlichen Zuhörern.

Als "Gesundheitsapostel" bezeichnete Jonitz alle diejenigen, die für mehr Nichtraucherschutz eintreten. Daraus leitet er ab, dass sie ihm den "bewussten Genuss" verbieten wollen. Aus der Tatsache, dass die Belastung des Passivrauchens in Familien mit geringem sozialem Status höher ist als in Familien mit höherem Status, folgert er, dass die Politiker die Lage einkommensschwacher Schichten verbessern müssen und nicht den Schutz vor dem gesundheitsschädlichen Passivrauchen.

Dass der Satz des Paracelsus "Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist" bei krebserzeugenden Stoffen nicht gilt, scheint Jonitz unbekannt zu sein. Allerdings kommt auch er nicht umhin, zumindest stärkeres Rauchen als gesundheitsschädlich einzustufen. Die Lösung sieht er darin, die Tabaksteuer zweckgebunden zur Finanzierung der Krankenkassen einzusetzen. Das sichert den Ärzten ihr Einkommen. Rehabilitation statt Prävention.

Wer 1 und 1 nicht zusammenzählen kann, hat nichts an der Spitze einer Ärzteorganisation zu suchen. Und wer ein derart gesundheitsschädliches Verhalten wie das Rauchen verharmlosend als Genuss propagiert, muss es sich gefallen lassen, als Genusstrottel bezeichnet zu werden.

Ernst-Günther Krause
 
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 1. September 2011 )