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Gesundheitsorganisationen fordern einheitlichen Nichtraucherschutz Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Mittwoch, 25. Mai 2011
Unter dem Motto "Flickenteppich Deutschland – Was läuft schief beim Nichtraucherschutz?" fordert das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN einen bundesweit einheitlichen Nichtraucherschutz.

Pressemitteilung vom 24.05.2011

Flickenteppich Deutschland: 16 Bundesländer - 16 Gesetze

Gesundheitsorganisationen fordern einheitlichen Nichtraucherschutz

Berlin (ek) – Am 31. Mai 2011 ist Welt-Nichtrauchertag. Unter dem Motto "Flickenteppich Deutschland – Was läuft schief beim Nichtraucherschutz?" fordert das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN, dem auch die Deutsche Krebshilfe und das Deutsche Krebsforschungszentrum angehören, einen bundesweit einheitlichen Nichtraucherschutz. "In den 16 Bundesländern gibt es 16 unterschiedliche Gesetze", so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, anlässlich einer Pressekonferenz heute, am 24. Mai 2011, in Berlin. "Das ist verwirrend und ineffektiv." Rauchen ist der größte vermeidba-re Gesundheitsrisikofaktor und kostet hierzulande jedes Jahr mehr als 110.000 Menschen das Leben.

Deutschland hat bereits im Jahr 2003 die internationale Tabak-Rahmenkonvention (Framework Conven-tion on Tobacco Control, FCTC) der Weltgesundheitsorganisation unterzeichnet und sich damit verpflich-tet, einen effektiven Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens umzusetzen. "Doch davon sind wir auch acht Jahre später noch weit entfernt", erklärt Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Sprecher des AKTIONS-BÜNDNIS NICHTRAUCHEN. "Die verschiedenen gesetzlichen Regelungen in den Bundesländern mit ihren zahlreichen Ausnahmeregelungen sind unhaltbar. Wir fordern klare, umfassende und einheitliche Verhältnisse."

Auch die deutsche Bevölkerung ist mehrheitlich dafür: Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Krebsfor-schungszentrums ergab, dass sich drei Viertel der Bundesbürger für rauchfreie Gaststätten und für ei-nen bundesweit einheitlichen Nichtraucherschutz aussprechen. Die Realität ist anders: "Über 80 Prozent der Kneipen und Bars und mehr als 90 Prozent der Spielhallen in Deutschland sind nach wie vor ver-qualmt", sagt Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum. In einer Studie wurden 2.939 gastronomische Betriebe in zehn Bundesländern untersucht. "Von einer Wahlfreiheit für Nichtraucher kann in Gaststätten keine Rede sein. Wer abends in eine Kneipe gehen möchte, muss vie-lerorts lange suchen, wenn er sich rauchfrei entspannen und unterhalten will."

Hier setzen die Aktivitäten des AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN zum diesjährigen Welt-Nichtrauchertag an: "Wir wollen darüber informieren, dass die Bürgerinnen und Bürger ein Recht auf einen wirksamen Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens haben. Wir möchten insbesondere auch die nichtrauchende Bevölkerungsmehrheit ermutigen, dieses Recht gegenüber den jeweils Verantwortli-chen einzufordern", so Prümel-Philippsen. "Wir appellieren an die politischen Entscheidungsträger, die bestehenden Ausnahmen zu streichen und Schlupflöcher und Hintertürchen zu schließen. Statt 16 ver-schiedener Ländergesetze brauchen wir eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung. Jeder Arbeit-nehmer hat bereits jetzt den Anspruch auf einen tabakrauchfreien Arbeitsplatz. Dieses Recht ist in Ar-beitsstätten mit Publikumsverkehr jedoch eingeschränkt – wie beispielsweise in der Gastronomie. Der zweitklassige Gesundheitsschutz eines Teils der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist nicht länger hinnehmbar. Eine Gesetzesänderung ist hier dringend vonnöten." Darüber hinaus tritt das AKTIONS-BÜNDNIS NICHTRAUCHEN für ein komplettes Tabakwerbeverbot und die Offenlegung sämtlicher In-haltsstoffe von Tabakwaren ein. Ein besonderes Anliegen ist dem AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAU-CHEN der Schutz der Kinder, da diese nach wie vor den Gefahren des Passivrauchens ausgesetzt sind, zum Beispiel in Autos, auf Spielplätzen und zu Hause.

Die Deutsche Krebshilfe, das Deutsche Krebsforschungszentrum und das AKTIONSBÜNDNIS NICHT-RAUCHEN stellen ein aktuelles Plakat zum Welt-Nichtrauchertag sowie weitere Informationsmaterialien kostenlos zur Verfügung. Interessierte können die Materialien bestellen unter www.weltnichtrauchertag.de, www.krebshilfe.de und www.tabakkontrolle.de.

Rauchen in Deutschland - Zahlen, Daten, Fakten

Der Tabakkonsum ist hierzulande das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. In Deutschland raucht ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung (30,1 Prozent). Das entspricht etwa 24 Millionen Menschen. Mit verheerenden Folgen: Zigarettenrauchen führt hierzulande jährlich zu mehr Todesfällen als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Jedes Jahr sterben etwa 110.000 Menschen vorzeitig an den Folgen des aktiven Rauchens sowie mindestens 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens.

Das AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN ist ein Zusammenschluss namhafter Organisationen des Gesundheitswesens in Deutschland. Es wurde mit dem Ziel gegründet, Maßnahmen zur Tabakkontrolle auf politischer Ebene anzuregen, zu fördern und zu begleiten. Folgende Organisationen bilden das AK-TIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN: Ärztlicher Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit, Bundesärzte-kammer, Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung, Deutsche Gesellschaft für Kardio-logie, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Deutsche Hauptstelle für Sucht-fragen, Deutsches Krebsforschungszentrum, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe und Deutsche Lungenstiftung.

Bonn, 24. Mai 2011

Herausgeber:
Deutsche Krebshilfe e. V.
Buschstr. 32
53113 Bonn
Internet: www.krebshilfe.de
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Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 25. Mai 2011 )