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Wer Raucher sieht, will rauchen Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Sonntag, 23. Januar 2011
Eine weitere Untersuchung belegt: Wer auf Leinwand oder Bildschirm Raucher sieht, wird zum Rauchen animiert.

Die Financial Times Deutschland schreibt am 21. Januar 2011:

Forscher haben Hinweise gefunden, warum Ex-Raucher in Gegenwart von Rauchern wieder rückfällig werden: Allein das Zuschauen löst Reaktionen im Gehirn aus.

Wenn Raucher andere Menschen beim Tabakkonsum sehen, reagiert ihr Gehirn ähnlich, als würden sie selbst zur Zigarette greifen. Das gilt insbesondere für jene Hirnregionen, die Handbewegungen koordinieren. Das zeigt eine Untersuchung vom Dartmouth College in den USA. Darin sahen 17 Raucher und ebenso viele Nichtraucher Teile des Spielfilms "Tricks", in dem ausgiebig gequalmt wird.

Dabei beobachteten die Forscher die Hirntätigkeit der Probanden per funktioneller Magnetresonanztomografie. Während der Rauchszenen regten sich bei den Tabakkonsumenten spontan bestimmte Hirnareale, die Bewegungen planen und vor allem die Aktionen jener Hand koordinieren, die gewöhnlich die Zigarette hält und zum Mund führt.

Die im "Journal of Neuroscience" veröffentlichte Studie könnte erklären, warum Ex-Raucher in Gegenwart von Rauchern eher rückfällig werden. "Raucher, die aus einem Film mit Tabakszenen kommen, verlangen stärker nach einer Zigarette als Besucher anderer Filme", sagt der Forscher Dylan Wagner.

Möglicherweise könne die Stärke der Hirnreaktion beim Anblick von Tabakkonsum Aufschluss geben über das Rückfallrisiko eines Exrauchers. Die US-Gesundheitsbehörden drängen seit Jahren darauf, Tabakkonsum aus Filmen zu verbannen. Im Jahr 2009 enthielt noch etwa die Hälfte der gängigen Kinofilme Rauchszenen.
(http://www.ftd.de/wissen/leben/:hirnstudie-wer-raucher-sieht-will-rauchen/50217722.html)

In deutschen Fernsehfilmen und -serien wird doppelt so häufig geraucht wie in den US-amerikanischen

Zu dieser Schlussfolgerung kam das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT). Es untersuchte im Jahr 2005 im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums Fernsehproduktionen unter dem Aspekt des Tabakkonsums. Dabei wurde unter anderem die Häufigkeit von Raucherszenen ausgewertet. Die Schlussfolgerung:

"Tabakrauchereignisse kommen im deutschen Fernsehen und in deutschen Kinoproduktionen häufig vor. Sie treten in deutschen Filmproduktionen mehr als doppelt so häufig auf im Vergleich zu US-amerikanischen oder europäischen Kinoproduktionen. Im Unterschied zu US-amerikanischen Produktionen treten sie auch häufiger in Filmen auf, die eine Freigabe für Kinder haben.

Vergleicht man die Ergebnisse dieser Studie mit den Ergebnissen von Studien, die in den USA durchgeführt wurden, scheint die Hypothese gerechtfertigt, dass auch im deutschen Fernsehen mehr geraucht wird als im amerikanischen Fernsehen."

Wer im letzten Jahr neue deutsche Spielfilme und -serien beobachtet hat, wird zu der Feststellung gelangen, dass weiterhin nicht nur häufiger als in US-Produktionen geraucht wird, sondern dass auch eine Vielzahl von Szenen zu sehen sind, in denen gegen gesetzliche Nichtraucherschutzbestimmungen verstoßen wird. Entweder ist der Anteil unfähiger Filmproduzenten  und Regisseure in Deutschland größer als anderswo, oder es ist die Vermutung zutreffend, dass sich die Tabakindustrie Rauch-Szenen erkauft.

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 23. Januar 2011 )