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Neue Manipulation der Tabakindustrie Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Mittwoch, 21. Mai 2003
In der Zeitschrift British Medical Journal  (BMI) vom 16.05.03 (http://bmj.com/cgi/content/full/ 326/7398/1057 ) erschien eine "wissenschaftliche" Studie, in der die Zusammenhänge zwischen Passivrauchen und Krebs- bzw. Herzerkrankungen geleugnet werden. Auftraggeber und Financier der Studie ist das "Center for Indoor Air" –  eine Einrichtung, bei der nichts darauf hindeutet, dass sie den großen Tabakkonzernen gehört, deren Manager entscheiden, welche medizinischen Zusammenhänge wie analysiert werden sollen.

Die im BMI veröffentlichte "Tabak-Studie" wertet Daten, die in den USA 40 Jahre lang erhoben wurden, aus. Dabei geht sie von Annahmen aus, die durch keine Datenerhebung gedeckt sind. So wird zum Beispiel einfach vorausgesetzt, dass Nichtraucher, die im Jahr 1959 Raucher heirateten, automatisch einer über vier Jahrzehnte dauernden Tabakrauchbelastung ausgesetzt waren. Hinzu kommt, dass diese vermeintlich jahrzehntelangen Passivraucher mit Personen verglichen werden, über deren Tabakrauchbelastung zum Beispiel am Arbeitsplatz nichts bekannt ist.

Obendrein hat sich in den USA der Anteil der Raucher seit Anfang der sechziger Jahre um mindestens 20 Prozentpunkte verringert, also fast halbiert, was einen möglichen Sterblichkeitsunterschied auf eine Größenordnung bringt, der selbst durch große Studien nicht nachweisbar ist, insbesondere wenn keine Daten darüber vorliegen, ob und wann der rauchende Ehepartner im Laufe von 40 Jahren das Rauchen aufgegeben und der nichtrauchende Ehepartner das Rauchen begonnen hat. Gerade bei geringen Risiken sind saubere Daten erforderlich. Um einwandfreie, aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, müssen Passivraucher mit Nie-Passivrauchern verglichen werden.

Es ist zu vermuten, dass die Tabakindustrie mit der Veröffentlichung zu diesem Zeitpunkt auf die Entscheidung über das Rahmenabkommen der WHO zur Tabakkontrolle Einfluss nehmen will.

Das "Center for Indoor Air" hat übrigens eine "Verwandte" in Deutschland. Auch hier ist der Name so gewählt, dass kein Zusammenhang mit der Tabakindustrie erkennbar wird: Stiftung Verum – Stiftung für Verhalten und Umwelt". Zu hundert Prozent vom Verband der Cigarettenindustrie bezahlt, fördert sie Forschungsvorhaben, die die Auswirkungen von Verhalten und Umweltfaktoren auf die Gesundheit des Menschen zum Gegenstand haben. Das Ziel ist klar: Ablenkung von der mit riesigem Abstand schädlichsten Verhaltensweise: Rauchen und Passivrauchen.

Ernst-Günther Krause
geschäftsführender Vizepräsident
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 1. Oktober 2006 )