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Erste Plakatwand appelliert an rauchende Eltern Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Mittwoch, 8. Dezember 2004

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Plakatwand
 

Sandra Decius und Jens Runge, Eltern des zweieinhalbjährigen Thomas spendeten die Kosten für 11 Tage Plakatanschlag des Posters "Kindesmisshandlung Passivrauchen" (3. bis 13.12.2004), das von Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. für diesen Zweck gestaltet wurde. Das Foto zeigt die Eltern zusammen mit ihrem Sohn vor der Plakatwand in der U-Bahn-Haltestelle Giselastraße im Ortsteil Schwabing im Bereich der Mensa des Studentenwerks.

Selbstverständlich sind alle drei Nie-Raucher. Passiv­rauchen vermeiden sie so weit wie möglich, indem sie selten Gaststätten auf­suchen und wenn möglich nur dort einkehren, wo sie rauchfreie Luft vorfinden. Als geborene US-Ameri­kanerin spürt die perfekt Deutsch sprechende Diplomingenieurin den unzureichenden Nicht­raucherschutz hierzulande besonders stark. Sie leidet sehr mit all den Kindern, denen es nicht vergönnt ist, in rauchfreier Atmosphäre aufzuwachsen, und sie möchte alles Mögliche dafür tun, dass sich diese unhalt­baren Zustände ändern.

Die Freunde und Bekannten der kleinen Familie sind allesamt Nichtraucher. Vor mehreren Jahren stellten auch noch die wenigen Raucher in der nahen Verwandtschaft das Rauchen ein. Sandra und Jens lieben frische Luft, naturnahes Wandern und sportliche Bewegung. Sie engagieren sich im Umweltschutzverein GreenCity e.V., der sich seit 1990 in München mit den Themen Klimaschutz, nachhaltige Mobilität und Stadtgestaltung auseinandersetzt. Ziel ist die ökologische Stadtgestaltung und die Verbesserung der Lebensqualität in der Großstadt. Die Benutzung des Fahrrads und öffentlicher Verkehrsmittel sind für das Ehepaar ebenso eine Selbstverständlichkeit wie nicht zu rauchen, um die Gesundheit zu erhalten. "Alle reden von Umweltschutz", sagt Jens, Diplomingenieur der Informatik, "aber im gleichen Atemzug ziehen die Leute freiwillig die schädlichsten Gifte direkt in ihren eigenen Körper rein!"

Momentan raucht keiner der acht Nachbarn vom kleinen Thomas. Um dies für alle Zukunft zu sichern, wollen Sandra und Jens die Wohnungseigentümer dazu bewegen, ein Rauchverbot in das Grundbuch eintragen zu lassen. Um dies zu erreichen, müssen sie viel Überzeugungsarbeit leisten. Neun Mit­eigentümer unter einen Hut zu bringen ist keine einfache Angelegenheit.

Warum haben sich Sandra und Jens für eine Plakatwandspende entschieden? Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Sie gesehen haben, wie ihr kleiner Sohn das Rauchen nachgeahmt hat – nicht das seiner Eltern, denn die rauchen bekanntlich nicht, sondern das der jugendlichen und erwachsenen Raucher, denen sie bei Spaziergängen, an den Bus- und Trambahn-Haltestellen und an vielen anderen Orten begegnet sind. Ein trauriges Zeichen für einen Noch-nicht-Dreijährigen!

Die Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID) wird in den nächsten Monaten in verschiedenen Städten Deutschlands Plakatwände mit ihrem Poster "Kindesmisshandlung Passivrauchen" ausstatten. Die Kosten dafür tragen einzelne Mitglieder, aber auch engagierte Außenstehende. Allen ist gemein, dass sie an tabakabhängige Eltern appellieren wollen, zumindest im Beisein ihrer Kinder nicht zu rauchen.

Wer die Kosten für eine Plakatwand in seiner Wohngegend übernehmen will (für 10 Tage liegen sie zwischen 120 und 250 €), kann sich an die Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID) wenden. Wenn es eine ganz bestimmte Plakatwand sein soll, erkundigt sich die NID (' 089 317 1212) dann bei der Deutschen Städte-Medien GmbH, in welchem Zeitraum und zu welchem Preis die Plakatwand mit dem Poster "Kindesmisshandlung Passivrauchen" beklebt werden kann.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 2. Oktober 2006 )