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Gesundheitsministerin schließt Vereinbarung Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Udo Hattwig   
Donnerstag, 3. März 2005

Gesundheitsministerium schließt Vereinbarung mit dem Betrügerverband Dehoga

Der Präsident der Dehoga, Ernst Fischer, behauptete Anfang des Jahres 2004, dass das Gastgewerbe in Deutschland auf den Markt reagiert und bereits zahlreiche Angebote für Nichtraucher geschaffen habe.

Die Aussagen Fischers stützten "sich u.a. auf eine repräsentativ durchgeführte Untersuchung eines renommierten Forschungsinstituts (Marktplatz Hotel), bei der über 5.000 gastgewerbliche Unternehmer befragt wurden. Danach verfügen 39 % der befragten Restaurantbesitzer/-betreiber und 41 % der befragten Barbetreiber über einen separaten Gastraum für Nichtraucher", wie Heike Lehmann von der Dehoga in einer E-Mail vom 13. Februar 2004 schreibt.

Ein Jahr später schließt das Gesundheitsministerium eine Vereinbarung mit der Dehoga, wonach bis März 2006 30 Prozent aller Speisebetriebe 30 Prozent ihrer Plätze für Nichtraucher bereit halten sollen - obwohl doch schon Ende 2003 39 Prozent dieser Gaststätten über einen separaten Nichtraucherraum verfügt haben sollen. Die Barbetriebe, die doch schon laut Fischer zu 41 % über einen separaten Gastraum für Nichtraucher verfügt haben sollen, werden sogar ganz ausgeklammert.

Die Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID) hat in ihrer Vereinszeitschrift Nichtraucher-Info vom April 2004 der Dehoga Manipulation vorgeworfen und 1.000 Euro ausgesetzt für die Person, die bis 1. Juli 2004 als erste in Deutschland eine Stadt mit mehr als 20.000 Einwohnern findet, in der 4 von 10 Restaurants oder 4 von 10 Bars einen separaten und uneingeschränkt für Nichtraucher bestimmten Gastraum anbieten.

Niemand konnte den Nachweis führen. Die NID erklärte sich bereit, die Kosten für die Überprüfung der von der Dehoga in Auftrag gegebenen Repräsentativstudie durch einen unter Eid stehenden Sachverständigen unter der Bedingung zu übernehmen, dass diesem sämtliche Umfrage-Unterlagen - also auch die Daten der befragten Betriebe - zur Verfügung gestellt werden. Von der Dehoga kam keine Reaktion. Sie befürchtete wohl die Aufdeckung ihres Betrugs. Es handelt sich dabei um einen Betrug mit Auswirkungen auf die Gesundheit von Millionen Beschäftigten und Gästen. Jeder Tag ohne Nichtraucherschutz in der Gastronomie ist für zehntausende Beschäftigte und hunderttausende Gäste eine gesundheitliche Belastung, die zu Krankheit, Siechtum und frühen Tod führt.

Wer angesichts der vorgetragenen Tatsachen dem Betrügerverband Dehoga auch noch die Erfolgsermittlung überlässt, der ist nicht ernsthaft an einem wirksamen Nichtraucherschutz in der Gastronomie interessiert und stellt sich damit auf eine Stufe mit den Betrügern.

Ernst-Günther Krause Vizepräsident

 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 17. Februar 2006 )