Home arrow Informationen arrow Pressemitteilungen arrow Pressemitteilungen 2006 arrow 61,6% CDU/CSU Wähler für rauchfreie Gaststätten
Schriftgröße
Menu
Home
Neuigkeiten
Nichtraucherschutz
Informationen
Zeitschrift Nichtraucher-Info
Links
Mitglied werden
Sitemap
Impressum und Kontakt
61,6% CDU/CSU Wähler für rauchfreie Gaststätten Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Montag, 18. September 2006

GfK-Umfrage zeigt:

Größte Zustimmung für rauchfreie Gaststätten bei CDU/CSU-Wählern

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet ein gesetzliches Rauchverbot in der Gastronomie. Bei einer repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung unter 1.000 Bundesbürgern sprachen sich Ende August 54% der Befragten für ein Rauchverbot in Restaurants, Kneipen, Bars und Diskotheken aus, 46 % waren dagegen. Auftraggeber der Umfrage war der Ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit e.V., unterstützt von der Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. Die GfK-Gruppe ist in Deutschland das größte und in Europa sowie weltweit die Nummer 4 unter den Marktforschungsunternehmen.

Die größte Zustimmung erfährt die rauchfreie Gastronomie mit 61,6 % unter den Wählern der CDU/ CSU. Auch bei einer Zusatzfrage liegen die Unionsanhänger eindeutig an der Spitze: Zwei von drei CDU/CSU-Wählern (66,1%) sind Nichtraucher. Die zweithöchste Zustimmungsquote (53,5%) gibt es bei den Wechselwählern, die keiner bestimmten Partei nahe stehen. Von den Anhängern der SPD sprechen sich 52,8% für ein Rauchverbot in der Gastronomie aus. Die einzige im Bundestag vertretene Partei, bei der die Gegner einer gesetzlichen Regelung in der Mehrheit sind, ist die FDP.

Dass sich die Mehrheit der Bevölkerung eine rauchfreie Gastronomie wünscht, geht auch aus vielen anderen Umfragen und aus Abstimmungen im Internet und per Telefon hervor. Aber dass der Vorsprung der Befürworter im Lager der Christdemokraten am größten ist, damit hätte wohl niemand gerechnet. Dieses Ergebnis ist eine echte Entscheidungshilfe stärkt allen Unionsabgeordneten den Rücken, die sich für einen umfassenden und konsequenten Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens einsetzen.


Umfrage der GfK Marktforschung zu einem gesetzlichen Rauchverbot in der Gastronomie

Zu diesem Thema wurden drei Fragen im Rahmen einer Mehrthemenuntersuchung (GfK CLASSIC BUS) gestellt. Die Ergebnisse beruhen auf den Antworten von 978 Männern und Frauen im Alter ab 16 Jahre, die repräsentativ für die Grundgesamtheit stehen. Die Erhebung fand zwischen dem 11. und 18. August 2006 statt.

  • Frage 1:

    Gegenwärtig werden Rauchverbote in der Gastronomie (Restaurants, Kneipen, Bars, Diskotheken etc.) in der Öffentlichkeit und Politik diskutiert.

    Wären Sie für ein gesetzliches Rauchverbot, das Gäste und Beschäftigte in der Gastronomie vollständig vor dem Passivrauchen schützt? (Ja / Nein)


Zustimmung zu einem Rauchverbot

Ergebnis nach Bevölkerungsgruppen in Prozent

GesamtFrauen
Männer
Raucher
Nichtraucher
neue
Bundesländer
alte
Bundeslänger
54,0 59,0
48,5
23,5
74,7
60,4
52,3

 

Zustimmung zu einem Rauchverbot

Ergebnis nach Parteipräferenz in Prozent

CDU
CSU
SPD
Bündnis90
Die Grünen
PDS
Links
FDP
Andere
Parteilos
61,6 52,8
51,1
50,6
44,6
35,3
53,5

Dreiviertel aller Nichtraucher sprechen sich für eine rauchfreie Gastronomie aus. Sie suchen verqualmte Gaststätten nur ungern auf oder überhaupt nicht. Selbst von den Rauchern stimmt ein knappes Viertel für ein Rauchverbot. Es stellt sich allerdings in diesem Zusammenhang die Frage, ob Menschen, deren Verhalten zu einer erheblichen Gesundheitsschädigung ihrer Mitmenschen führt, überhaupt ein Mitbestimmungsrecht haben sollen. Jemanden, der anderen Schaden zufügt, darüber abstimmen zu lassen, ob er weiterhin seine Mitmenschen schädigen darf, erscheint doch ziemlich absurd. Das hieße ja, den Gammelfleischhändler über die Gesundheit der Kunden bestimmen zu lassen.

  • Frage 2:

    Rauchen Sie selbst, wenn auch nur gelegentlich?
Rauchverhalten

Ergebnis nach Bevölkerungsgruppen in Prozent
 GesamtCDU
CSU
SPD
Bündnis90
Die Grünen
PDS
Links
FDP
Andere
Parteilos
 40,533,9 46,941,9
38,9
44,1
50,6
39,0
  • Frage 3:

    Welcher Partei stehen Sie am nächsten? 
Parteipräferenz

Ergebnis nach der Nähe zu einer Partei in Prozent
CDU
CSU
SPD
Bündnis90
Die Grünen
PDS
Links
FDP
Andere
Parteilos
24,3 24,2
4,8
4,6
2,6
4,8
34,7

 

Die wichtigsten Daten der Umfrage liegen auch als PDF-Datei (127 KB) vor.


Der Zustimmung ihrer Wähler nach müssten eigentlich CDU und CSU die Parteien sein, denen der Schutz vor dem hochgiftigen Schadstoffgemisch Tabakrauch ein vorrangiges Anliegen ist. Und in der Tat ging die interfraktionelle Initiative 1997/98 federführend von dem CDU-Abgeordneten Roland Sauer aus. Doch stimmten damals am Ende 74 Prozent der CDU- und 82 Prozent der CSU-Abgeordneten gegen das Nichtraucherschutz-Gesetz.
Gegenwärtig gibt es in beiden Parteien mehrere starke Befürworter, aber auch Gegner. So wendet sich z.B. der CDU-Abgeordnete Bernhard Kaster, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, in Pressemitteilungen und in Interviews gegen einen wirksamen gesetzlichen Schutz vor dem Passivrauchen. Wenn man sich näher mit den Gründen dafür beschäftigt, wird schnell klar, woher der Wind weht: Kaster hatte viele Jahre verschiedene politische Ämter in Trier und Umgebung inne. Derzeit sitzt er als Vertreter des Wahlkreises 205, zu dem Trier gehört, im Deutschen Bundestag. In Trier ansässig ist die Heinz van Landewyck GmbH, eine Tabak- und Zigarettenfabrik. Ähnlich liegt der Fall beim CSU-Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk, der gemeinsam mit Kaster gegen eine gesetzliche Regelung agiert. Koschyks Wahlkreis ist Bayreuth - und in dieser Stadt hat der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) eine größere Produktionsstätte. Die Dritte im Bunde ist Marlene Mortler aus Roth bei Nürnberg (CSU), seit Januar 2006 Vorsitzende des Tourismusausschusses. Ihre Äußerungen wiesen Sie als linientreues Sprachrohr des Betrügerverbandes Dehoga aus.

Ernst-Günther Krause
geschäftsführender Vizepräsident

 

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 8. Dezember 2006 )