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Nichtraucher, stürmt in die rauchfreien Gaststätten Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Montag, 24. Dezember 2007

Gastwirte befürchten Umsatzeinbrüche – Verband will Nichtraucher aktivieren

In den meisten Bundesländern treten zum 1. Januar 2008 Rauchverbote zum Schutz vor dem gesundheitsschädlichen Passivrauchen in Kraft. Viele Wirte befürchten Umsatzeinbrüche. Sie vermuten, dass Raucher postwendend wegbleiben und es längere Zeit dauert, bis Nichtraucher den Verlust ausgleichen. Um ein mögliches vorübergehendes Umsatztief zu vermeiden, fordert die Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID) alle Nichtraucher dazu auf, nicht erst abzuwarten, sondern sofort in die rauchfreien Gaststätten zu stürmen.

"Eigentlich müssten die Wirte froh darüber sein, dass der Gesetzgeber den Schutz der Nichtraucher in Gaststätten zur Pflicht macht", folgert Ernst-Günther Krause, geschäftsführender Vizepräsident der NID. Denn seit 1997 sinke der Umsatz im Gaststättengewerbe jedes Jahr und zwar ohne Ausnahme. Allein zwischen 2001 und 2006 weist das Statistische Bundesamt einen Umsatzrückgang von real 17 Prozent aus. Selbst im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 lagen die Umsätze im Gaststättengewerbe sowohl nominal (minus 0,7 %) als auch real (minus 1,9 %) niedriger als im Vorjahr.

Die Umsatzeinbußen sind teilweise auf eine Konjunkturdelle zurückzuführen, überwiegend aber sind sie strukturell bedingt. So schreibt das Beherbergungsgewerbe schon seit 2004 wieder schwarze Zahlen und verzeichnete in den Jahren zuvor erheblich geringere Umsatzrückgänge als das Gaststättengewerbe. Während die Hotels und Pensionen die Bedürfnisse ihrer Kunden ernst nahmen und zunehmend Nichtraucher-Etagen und -Zimmer einrichteten, lief bei den Gaststätten, Kneipen und Cafés nichts Vergleichbares. "Das Gaststättengewerbe hat den Trend zum Nichtraucherschutz verschlafen – voller Angst, die rauchenden Gäste zu verlieren, statt danach zu streben, nichtrauchende Gäste zu gewinnen", analysiert Krause.

In vielen Gaststätten liege der Anteil der Raucher mit 50, 60 oder gar mehr Prozent deutlich über deren Anteil von rund 30 Prozent in der Bevölkerung. "Das lässt die Schlussfolgerung zu, dass sich die Nichtraucher weigern, in Gaststätten mit giftiger Luft zu gehen", meint Krause. Diese Nichtraucher gelte es zurückzuholen oder neu zu gewinnen. Und er sagt den Gastwirten unter Hinweis auf eine Umfrage der renommierten GfK Marktforschung rosige Zeiten voraus: "Nichtraucher verfügen über mehr Einkommen als Raucher, das sie außerdem nicht 'mit Zigaretten teilen' müssen." So gebe es in den Einkommensgruppen mit über 2 000 Euro im Monat 20 bis 25 Prozent mehr Nichtraucher als Raucher.

Ernst-Günther Krause
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 26. Dezember 2007 )