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Wulff's "R"-Vorschlag legalisiert Körperverletzung Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Donnerstag, 22. Februar 2007
Der Vorschlag des niedersächsischen Ministerpräsidenten, es den Gastwirten zu überlassen, ob in ihrem Haus geraucht wird, "legalisiert die Körperverletzung mit Todesfolge", kommentiert Ernst-Günther Krause, Vizepräsident der Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID), das Vorhaben von Christian Wulff. Denn nichts anderes stellte eine gesetzliche Regelung mit der Kennzeichnung von Raucher-Gaststätten durch ein "R" dar. "Für nichtrauchende Beschäftigte wäre das ein noch schnellerer und sicherer Weg hin zu Krankheit und Tod als bisher", folgert Krause. Schließlich würden sich die hochgiftigen Rauchschwaden in der R-Gaststätten stark verdichten und wie ein Leichentuch auf Personen und Einrichtungen legen.

Daten für diese Einschätzung liefert eine Repräsentativ-Studie der GfK Marktforschung vom Januar 2007, bei der 1 982 Männer und Frauen im Alter ab 16 Jahre befragt wurden. Danach würden zweidrittel der Raucher häufiger (45,1 %) oder ausschließlich (22,1 %) Kneipen und Bars aufsuchen, wenn diese von einem Rauchverbot, das nur für Speisegaststätten gelten würde, ausgenommen blieben.

Umsatz des Gaststättengewerbes sinkt seit zehn Jahren

Der Umsatz im Gaststättengewerbe sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seit Mitte der 1990er Jahre real um mehr als 20 Prozent. Trotz Fußball-Weltmeisterschaft wurden auch 2006 rote Zahlen (real minus 1,9 % gegenüber dem Vorjahr) geschrieben. Krause schließt daraus: "Der Umsatzrückgang ist nur mit rauchfreier Gastronomie ins Gegenteil zu verkehren". Er begründet dies außerdem mit dem Ergebnis der GfK-Umfrage, wonach 83 Prozent der Nichtraucher ein Rauchverbot in Gaststätten begrüßen. Auch 24 Prozent der Raucher sprechen sich für rauchfreie Gaststätten aus.

70 Prozent fühlen sich durch Tabakrauch gestört

Dass Tabakrauch viele Nichtraucher vom Besuch einer Gaststätte abhält, zeigen die Antworten auf die Frage nach der Wirkung des Tabakrauchs. Danach fühlen sich zweidrittel der Gäste (Raucher und Nichtraucher), die mehr als viermal im Monat in der Gaststätte essen, durch Tabakrauch gestört, davon 44,2 % häufig. Das Störpotenzial des Tabakrauchs zeigt sich noch deutlicher bei den Gästen, die nur ein- bis viermal im Monat eine Gaststätte zum Essen aufsuchen. 71 % fühlen sich durch Tabakrauch gestört, 34,1 % davon häufig. Doch auch 70 % der Gäste, die nur zum Trinken in der Gaststätte waren, empfanden Tabakrauch als störend, 31,5 % davon häufig. Krauses Fazit: "Das größte Umsatzpotenzial steckt in rauchfreier Gastronomie."