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Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Mittwoch, 11. Juni 2008

Umsatzentwicklung im Gaststättengewerbe 2008 besser als in den letzten sechs Jahren

Seit 2002 sinkt der Umsatz der Gaststätten von Jahr zu Jahr. Im Durchschnitt der ersten Quartale ging er um 4,3 Prozent in der speisengeprägten Gastronomie (Hotels, Pensionen u.ä.) und um 5,9 Prozent in der getränkegeprägten Gastronomie (Schankwirtschaften, Bars u.ä.) zurück. Lediglich im Jahr der Fußballweltmeisterschaft 2006 fiel der Umsatzrück-gang deutlich geringer aus.

Im ersten Quartal 2008, in dem in den meisten Bundesländern der Nichtraucherschutz in Gaststätten galt, lag der Umsatzrückgang deutlich unter dem Durchschnitt der ersten Quartale der letzten sechs Jahre. Mit 0,8 Prozent in der speisengeprägten Gastronomie und 4,6 Prozent in der getränkegeprägten Gastronomie war der Umsatzrückgang noch nie so gering wie seit 2002 mit Ausnahme des WM-Jahres. Die Daten für 2008 beruhen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch zum Teil auf Schätzungen und können sich im Mittel um 0,5 Prozent(punkte) ändern. Die grundsätzliche Tendenz bleibt jedoch bestehen.

Das Thüringer Gesetz zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens tritt erst am 1. Juli 2008 in Kraft. Trotzdem beklagt der Dehoga Thüringen in seiner Pressemitteilung vom 4. Juni 2008, in der er die Ergebnisse der Befragung des Dehoga Bundesverbandes darstellt:

"Jedoch ist in der Mehrzahl der Gastronomieunternehmen die Mitarbeiteranzahl zum Vorjahr gleich geblieben (64,1 %) und knapp ein Zehntel der Befragten gab an, dass ihre Mitarbeiteranzahl in der zurückliegenden Saison gestiegen sei. Dies deckt sich auch mit den Zahlen des Landesamtes für Statistik, wonach das Gaststättengewerbe in Thüringen einen realen Umsatzverlust von 5,4 % im Jahr 2007 zu verzeichnen hatte. Insbesondere ist davon die Getränkegeprägte Gastronomie mit 14,4 % Umsatzrückgang gekennzeichnet. "(Hervorhebung durch den Verfasser)

Mit anderen Worten: Die getränkegeprägte Gastronomie in Thüringen verzeichnete im Jahr 2007 ohne jegliches Rauchverbot einen Umsatzrückgang von 14,4 Prozent im Vergleich zu 2006.

Das Beispiel Thüringen macht jedoch auch klar, dass ein Vergleich mit dem WM-Jahr keine verwertbaren Daten liefert, weil die Änderungsraten des Folgejahres an den Umsätzen des Vorjahres gemessen werden. Einem besonders guten Jahr folgt fast unausweichlich ein deutlich schlechteres Jahr.

Schlussfolgerungen aus der Umsatzentwicklung und anderen Daten:

•    Der Umsatz des Gaststättengewerbes und des Beherbergungsgewerbes wird sehr stark
durch große Sportereignisse und konjunkturelle Entwicklungen sowie durch längere schlechte oder gute Wetterlagen beeinflusst.

•    Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen insgesamt einen positiven Einfluss der bisher in Kraft getretenen Gesetze zum Schutz der Menschen vor den Gesundheitsgefahren des Passivrauchens auf die Umsätze des Gaststättengewerbes.

•    Die Umsatzrückgänge in einem Teil der getränkegeprägten Ein-Raum-Gaststätten sind vor allem auf die Wettbewerbsverzerrung durch Mehr-Raum-Gaststätten mit Raucherräumen zurückzuführen. In Bayern trifft es rauchfreie Gaststätten, deren rauchende Gäste in Raucherclub-Gaststätten abwandern (vgl. Anlage 2).

Ernst-Günther Krause

Anlagen

*) Alle Daten sind der Excel-Datei des Statistischen Bundesamtes entnommen!

(Umsatz nominal und real im Gastgewerbe nach ausgewählten Wirtschaftszweigen, Lange Reihen -  März 2008) kostenlos zur Verfügung stellt. Ausgewählte Daten befinden sich in der Anlage 1.
 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 9. Juli 2008 )