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Gaststätten profitieren von Nichtraucherschutzgesetzen Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Dienstag, 27. Mai 2008

Seit zehn Jahren keine so guten Umsätze wie im ersten Quartal 2008

Die neuesten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Nichtraucherschutzgesetze die Umsatzentwicklung des Gaststättengewerbes fördern. Der seit einem Jahrzehnt andauernde Umsatzrückgang beim Gaststättengewerbe von durchschnittlich über 4 Prozent jährlich ist zwar noch nicht gestoppt, er hat sich jedoch stark verringert. Mit minus 1,4 Prozent in den Monaten Januar bis März fällt er weniger als halb so hoch aus wie im Vorjahresquartal (–3,3 Prozent) und ist sogar um mehr als zweidrittel geringer als im Durchschnitt des ersten Quartals der Jahre 2004 bis 2007 (–4,1 Prozent). "Diese von neutraler Stelle erhobenen Daten widerlegen alle von den Hotel- und Gaststättenverbänden vorhergesagten allgemeinen Umsatzeinbrüche", erklärt Ernst-Günther Krause, geschäftsführender Vizepräsident der Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID).

"Die Hotel- und Gaststättenverbände haben sich und ihren Mitgliedern mit ihrem Widerstand gegen die gesetzliche Regelung des Nichtraucherschutzes selbst geschadet", wirft Krause den Verbandsvertretern vor. Statt eine Vorwärtsstrategie zu verfolgen und das finanzielle Potenzial von Nichtrauchern, die Gaststätten wegen des Tabakgestanks überhaupt nicht oder nur selten aufsuchen, zu aktivieren, hätten sie eine Abwehrstrategie eingeschlagen und alle positiven Erfahrungen in anderen Staaten, z.B. Irland, Italien, USA, negiert.

In der speisegeprägten Gastronomie hat sich der Umsatz am besten entwickelt. Er ging im ersten Quartal 2008 nur um 0,8 Prozent zurück. Das sind 3,0 Prozent weniger als im Durchschnitt der letzten vier Jahre und sogar um 3,4 Prozent weniger als im Durchschnitt seit dem Jahr 2000.

In der getränkegeprägten Gastronomie fallen die Daten nicht ganz so gut aus. Sie liegen aber immerhin noch um 1,0 Prozent besser als im Durchschnitt der letzten vier Jahre und um 0,3 Prozent besser als im Durchschnitt der letzten acht Jahre. "Das beweist, dass die kleinen Ein-Raum-Kneipen, in denen hauptsächlich nur Getränke angeboten werden, insgesamt keine Nachteile durch die Nichtraucherschutzgesetze hatten", kommentiert der NID-Vizepräsident die Zahlen. Das schließe nicht aus, dass einzelne Kleingaststätten mit Umsatzverlusten zu kämpfen hätten. "Wer sich als Gastwirt schmollend dem Trend und den Gesetzen verweigert, braucht sich nicht zu wundern, dass neue Gäste ausbleiben."

Vielleicht hätte das Statistische Bundesamt noch bessere Zahlen geliefert, wenn nicht der März heuer ganz im Gegensatz zum März 2007 so stürmisch, winterlich und nass gewesen wäre. Der Orkan "Emma" und einige Tiefs hatten nicht nur viel Regen im Gepäck, sondern brachten auch Schnee bis in die Niederungen – und das ausgerechnet während der gewöhnlich umsatzstarken Osterferien.

Wie stark die Witterung den Umsatz beeinflussen kann, davon kann besonders das Beherbergungsgewerbe ein Liedchen singen. Im warmen März 2007 gab es ein Umsatzplus von 4,5 Prozent, im feuchten, kalten und sonnenscheinarmen März ein Jahr später jedoch ein Minus von 6,9 Prozent. In vielen Orten in Deutschland beklagten sich die Menschen im März 2008 über drei- oder viermal so viele Frosttage wie im selben Monat des Vorjahres. In den Alpen luden heuer die Tiefs im meteorologisch ersten Frühlingsmonat bis zu eineinhalb Meter Schnee ab. Das wetterbedingte schlechte Märzergebnis des Beherbergungsgewerbes von –6,9 Prozent wirkte sich auch auf das Gaststättengewerbe aus, dem bei schönem Wetter im März eventuell sogar ein Umsatzplus wie im Februar (+1,2 Prozent) beschert worden wäre, mutmaßt Krause.

Das stufenweise Inkrafttreten der Nichtraucherschutzgesetze mit teilweise langen Schonfristen und partiell uneinheitlichen Regelungen hätten zusammen mit diffusen Vollzugshinweisen und mangelnder Kontrolle durch die Behörden zu Irritationen bei allen Beteiligten, den Gastwirte ebenso wie den rauchenden und nichtrauchenden Gästen, geführt. "Angesichts dieser erschwerten Umstände, sind die Umsatzdaten erstaunlich gut", meint Krause. Sie ließen noch weit bessere Zeiten für die Gastwirte erwarten, wenn alle potenziellen Gäste in den Gaststätten ausnahmslos mit rauchfreier Luft rechnen könnten. "Statt auf Verfassungsbeschwerden sollten die Gastwirte auf nichtrauchende Gäste setzen. Diese können ihr Einkommen voll für Essen und Trinken ausgeben und lösen es nicht teilweise in blauen Dunst auf."

Ernst-Günther Krause

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