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Gesundheitsgefährdung durch Tabakluft aus der Nachbarwohnung Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Montag, 13. Februar 2012
Leitfaden zeigt, wie Nichtraucher sich vor Tabakrauchimmissionen schützen können

"Die Nichtraucherschutzgesetzgebung der letzten Jahre hat die Schädlichkeit des Passivrauchens verstärkt ins Bewusstsein gerückt und dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen an uns wenden, weil sie unter dem Tabakrauch aus der Wohnung des Nachbarn leiden", stellt Ernst-Günter Krause, geschäftsführender Vizepräsident der Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID), fest. Nichtraucher beklagten, dass über undichte Stellen oder über geöffnete Fenster tabakrauchhaltige Luft in die Wohnung der Nichtraucher. Manche könnten ihren Balkon oder ihre Terrasse nicht nutzen, weil der Nachbar im Freien raucht, um die eigene Wohnung zu schonen. Die NID hat einen Leitfaden erarbeitet, der konkrete technische und organisatorische Lösungen vorschlägt und auch eine Anrufung des Gerichts einschließt, wenn sich die Nachbarn nicht gütlich einigen.

"Wenn Tabakrauch zu riechen ist, muss man davon auszugehen, dass sich eine Vielzahl von krebserzeugenden Stoffen in der Atemluft befindet. Für diese Stoffe gibt es keinen Schwellenwert, unter dem sie unwirksam sind. Darüber hinaus verursachen auch sehr geringe Konzentrationen von Tabakrauchs spürbare Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Gesundheit", erklärt der Arzt und und Toxikologe Professor Friedrich Wiebel. Er steht für den medizinisch-wissenschaftlichen Teil des Leitfadens.

Dritter im Bunde ist Rechtsanwalt Helmut Krause. "Es geht nicht darum, das Rauchen in der eigenen Wohnung zu verbieten, sondern ausschließlich um die Beseitigung oder Verminderung von gesundheitsschädlichen Tabakrauchimmissionen, die Nichtraucher einseitig belasten." Wer Gifte erzeuge, müsse auch dafür sorgen, "dass sie ohne Belastung für andere Menschen beseitigt werden", folgert der Jurist.

Der NID-Leitfaden enthält Auszüge aus vielen Urteilen, die fast ausschließlich in einer Zeit gefällt wurden, als man noch nichts oder sehr wenig über die Gesundheitsschädlichkeit selbst kleinster Konzentrationen von Tabakrauch wusste. "Heute sind die Erfolgschancen einer Klage zum Beispiel auf geregelte Lüftungs- und Rauchzeiten erheblich größer", erklärt der Rechtsanwalt. Er verweist darauf, dass mehrere Gerichte eine Mietminderung zugestanden haben, wenn Tabakrauchimmissionen infolge von Baumängeln in der Wohnung eines Nichtrauchers wahrzunehmen sind. Es gäbe keine schlüssige Begründung dafür, dass Tabakrauchimmissionen durch offene Fenster anders zu bewerten seien als Immissionen, die innerhalb eines Gebäudes in Räume eindringen. Vor einer Einschaltung des Gerichts sollten die Wohnungsnachbarn aber auf alle Fälle versuchen, sich gütlich zu einigen.

Der Leitfaden weist u.a. auch auf eine Studie von Wissenschaftlern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Danach müsste der Tabakrauch einer einzigen Zigarette mit 19.000 m3 Frischluft verdünnt werden, um ihn nicht mehr wahrnehmen zu können. Und um keine Reizungen an Augen, Nase, Hals und Rachen mehr hervorzurufen, bedürfte es der Zufuhr von 3.000 m³ Frischluft. In der Praxis wäre eine solche Verdünnung in annehmbarer Zeit, z.B. in einer Stunde, nur unter sturmartigen Bedingungen zu erreichen.

Am einfachsten ließen sich Konflikte vermeiden, wenn der Vermieter mit allen Mietern im Haus ein Rauchverbot vereinbart, meint Rechtsanwalt Krause. Dazu sei lediglich eine zusätzliche Unterschrift der Mieter erforderlich. "Bei großen Mehrfamilienhäusern dauert das zwar eine Weile, aber irgendwann muss man damit anfangen." Wohnungseigentümer könnten ein Rauchverbot auf dem gesamten Grundstück als Grunddienstbarkeit ins Grundbuch eintragen, wenn alle Eigentümer zustimmen.

"Angesichts der Tatsache, dass eine deutliche und weiter zunehmende Mehrheit der Bevölkerung nicht raucht – der Anteil der Nichtraucher hat sich zwischen Januar 2007 und Dezember 2011 von 65 % auf 71 % erhöht, der Anteil der Raucher infolgedessen auf 29 % verringert – und immer mehr Eltern ihre Kinder vor Tabakrauch schützen wollen, dürfte der Wert rauchfreier Wohnungen steigen", meint NID-Vizepräsident Krause. Und er setzt hinzu: "Rauchfreien Wohnhäusern gehört die Zukunft."

Der Leitfaden kann als PDF-Datei von der Webseite der NID www.nichtraucherschutz.de kostenlos heruntergeladen werden.

Die Druckausgabe des Leitfadens wird nach Überweisung von 8,00 € auf das Konto der NID (Konto-Nr. 192 445 803 bei der Postbank München, BLZ 700 100 80) an die im Buchungstext angegebene Anschrift versandt.

NID-Leitfaden-Wohnen 2012 V1 NID-Leitfaden-Wohnen 2012 V1 (1.14 MB)

Letzte Aktualisierung ( Montag, 18. März 2013 )