Home arrow Informationen arrow Pressemitteilungen arrow Pressemitteilungen 2013 arrow GfK-Umfrage: Raucher sollten Kosten der Raucherentwöhnung allein tragen
Schriftgröße
Menu
Home
Neuigkeiten
Nichtraucherschutz
Informationen
Zeitschrift Nichtraucher-Info
Links
Mitglied werden
Sitemap
Impressum und Kontakt
GfK-Umfrage: Raucher sollten Kosten der Raucherentwöhnung allein tragen Drucken E-Mail
Veröffentlicht von Ernst-Günther Krause   
Montag, 26. August 2013

61,3 Prozent der über 15 Jahre alten Bundesbürger sind der Ansicht, dass die Kosten der Raucherentwöhnung von den Rauchern allein zu tragen sind. Nur 18,0 Prozent der Befragten vertreten die Meinung, dass die Krankenkassen die Kosten in voller Höhe übernehmen sollten. Das ist das Ergebnis der von der Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V. (NID) bei der GfK Marktforschung in Auftrag gegebenen Befragung von 2.048 repräsentativ ausgewählten Personen über 15 Jahre im August 2013 (Anlage 1).

Grafiken-Kostenstattung.jpg 

"Das 3:1-Verhältnis zeigt, dass sich die Solidargemeinschaft nicht alles aufhalsen lassen will", stellt Ernst-Günther Krause, geschäftsführender Vizepräsident der NID, fest. Das gelte umso mehr, als auch die restlichen 20,7 Prozent der Befragten fordern, dass die Entwöhnungswilligen etwa die Hälfte der Kosten selbst tragen sollten.

Seit 2011 müssen die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen anfallende Kostensteigerungen über Zusatzbeiträge finanzieren. "Es wäre äußerst ungerecht und auch unsolidarisch, diejenigen, die nach der Entwöhnung viele tausende Euro sparen, weil sie kein Geld mehr für Tabakwaren ausgeben müssen, auch noch durch Bezahlung der Raucherentwöhnung zu belohnen", argumentiert der NID-Vizepräsident. "Schließlich tragen die nichtrauchenden Beitragszahler solidarisch schon all die Behandlungskosten mit, die während einer typischen 'Raucherlaufbahn' zusätzlich entstehen".

Dass die Raucher das nicht ganz so sehen, liegt in der Natur der Sache. Im Gegensatz zu den Nie-Rauchern und Ex-Rauchern, die mit jeweils 68,3 Prozent dafür stimmen, meinen aber immerhin 46,1 Prozent der Raucher, dass sie die Kosten der Entwöhnung allein tragen sollten. 23,4 Prozent der Raucher wollen sie zumindest zur Hälfte tragen, 30 Prozent von der Krankenkasse voll erstattet bekommen.

Motivation entscheidend

Neben der finanziellen Argumentation gibt es aber auch noch die psychologische. Sie ist besonders dann als hoch einzustufen, wenn es wie bei der Überwindung einer Sucht einer starken Motivation bedarf. "In England sind die Erfolgsquoten nicht gestiegen, als man die Raucherentwöhnung mit kostenloser Medikation eingeführt hat", berichtet Ernst-Günther Krause. Gestiegen sei bei den Programmen lediglich die Zahl der Teilnehmer, die mehrere erfolglose Versuche hinter sich haben.

Eine vor Kurzem veröffentlichte tschechische Studie von hoher Qualität (Anlage 2)  zeigt, dass die Bezahlung der Medikamente die Erfolgsquote eher steigert. So waren 326 der 855 Raucher (38,1 %), die sich einem identischen Ausstiegsprogramm unterzogen hatten, nach 52 Wochen immer noch abstinent. "Das ist eine fast doppelt so hohe Erfolgsquote wie die der meisten klinischen Studien weltweit", betont Krause, "wie häufig im Leben steigt die Motivation mit der Höhe des Einsatzes".

Ernst-Günther Krause
Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V.

Anlagen
(1) GfK-Umfrage-Raucherentwöhnung August 2013, Frage 3 zur Kostenerstattung

- GfK-Umfrage-Raucherentwoehnung-Kostenerstattung.pdf GfK-Umfrage-Raucherentwoehnung-Kostenerstattung.pdf (110.68 KB)

- GfK-Umfrage-Raucherentwoehnung-Kostenerstattung.xls GfK-Umfrage-Raucherentwoehnung-Kostenerstattung.xls (32.50 KB)

 (2) Kralikova u.a., Newsletter Nr. 52 (Juli 2013) des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum, S. 4-5;
Newsletter-Gesamtausgabe: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/Newsletter/Newsletter2013/Newsletter_Tabakentwoehnung_Juli_2013.pdf

Komplette GfK-Umfrage: GfK-Umfrage-Raucherentwoehnung-2013 GfK-Umfrage-Raucherentwoehnung-2013 (585.13 KB)

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 22. Oktober 2014 )